Kreis-Jugend-Sinfonieorchester Saar Pfalz im Forum mit Jahreskonzert

Kreis-Jugend-Sinfonieorchester Saarpfalz : Nachwuchsorchester zeigt sein Können

Am Sonntag ist das Kreis-Jugend-Sinfonieorchester Saarpfalz im Forum bei seinem Jahreskonzert zu hören. Um die 30 Musikerinnen und Musiker zwischen 11 und 19 Jahren gehören mittlerweile zu dem Ensemble.

In einem Orchester zu spielen, das geht nicht mal eben so. Auch das will gelernt und geübt sein. Seit Mitte 2015 gibt es nun bereits das Kreis-Jugend-Sinfonieorchester Saarpfalz (KJSO Saarpfalz), in dem man genau dies tun kann. Der Zusammenklang, die Harmonie, das Miteinander sind es bekanntlich, die ein gutes Orchester ausmachen – daran arbeiten sich selbst die Größten ihrer Zunft ab. Diesen abgestimmten Klang, das aufeinander Hören, eignet sich aber niemand alleine zu Hause an, wenn er Geige, Trompete, Querflöte oder ein anderes Orchesterinstrument spielt. Gemeinsam zu musizieren, muss sich jeder Musiker erst erarbeiten. Auch das war ein Anstoß dafür, um dieses Ensemble aus der Taufe zu heben.

Im KJSO kann, wer mag, ausprobieren, wie das Zusammenspiel so funktioniert und auch, wie es klingt, wenn man zusammen etwas erarbeitet hat. Kostproben gibt es nun auch für ein größeres Publikum zu hören: am Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr, im großen Sitzungssaal des Homburger Forums. Aufgeführt wird hier eigens für Jugendsinfonieorchester arrangierte klassische Literatur. Die Nachwuchs-Musikerinnen und -Musiker sollen nämlich nicht nur ins Orchesterspiel eingeführt, sondern auch mit der bekannten Literatur vertraut gemacht werden, so erklärt es Marina Ochsenreither. Die Klarinettistin am Pfalztheater Kaiserslautern bildet zusammen mit Florian Brech, Flötist, Flötenlehrer und Dirigent, das Leitungsteam. So hört, wer mag, im Konzert am 16. Juni die arrangierten Versionen von Franz Schuberts Ouvertüre zum Schauspiel „Rosamunde“ sowie dessen zweisätzige Sinfonie in h-Moll, bekannt als die „Unvollendete“. Zudem stehen Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“-Suite, in der verschiedene kurze Stücke aus der bekannten Oper zu hören sind, sowie das dreisätzige Konzert „Palladio“ von Karl Jenkins auf dem Programm – der Titel bezieht sich übrigens auf den italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio. Und zumindest der Beginn des ersten Satzes dürfte so manchem bekannt vorkommen, da er auch in der Werbung verwendet wurde. „Wenn man es hört, erkennt man es“, sagt Ochsenreither.

Zwischen 25 und 30 junge Musiker zwischen 11 und 19 Jahren sind in dem Orchester aktiv. Das sind ungefähr genauso viele wie am Anfang, sagt Ochsenreither. Allerdings sind es nicht ausschließlich dieselben Gesichter, da manche aufgehört haben, etwa weil sie nach dem Abitur in eine andere Stadt gezogen sind, andere sind dafür neu dabei. Außerdem gebe es solche, die mal für ein halbes oder ein Jahr eine Pause einlegten, da zum Beispiel viele Prüfungen anstehen. Die meisten kommen aus Homburg und Umgebung, es gibt aber auch Nachwuchsmusiker aus Blieskastel und St. Ingbert.

 Generell versuche man bei den ausgewählten Stücken, die Balance zu halten: Es würden einfache Werke eingeübt, die sich auch für die jüngeren Mitglieder eigneten. Dazu kommen sehr anspruchsvolle Stücken, an denen das Orchester wachsen könne, erklärt Marina Ochsenreither.

Generell sei man ein bisschen eingeschränkt, wenn man Arrangements spiele, zudem gebe es recht wenige zeitgenössische Originalwerke für Jugendorchester, das natürlich auch bei der Besetzung nicht mit allen Instrumenten aufwarten könne. So ist das Team dann auch immer auf der Suche nach Arrangements die gut sind, spielbar. Und die behandeln dann eben oft die Evergreens der Sinfonieorchestermusik. Das Gute daran sei: So lerne man diese Stücke über die Arrangements sehr gut kennen. Darüber hinaus spiele das KJSO auch mal andere Stücke, etwa Filmmusik.

Unterstützt wird das Leitungsteam, die ja beide zur Bläserfraktion gehören, noch von zwei Geigerinnen: Angela Bay und Nadine Kiefer, beide Mitglieder des Homburger Sinfonieorchesters.

Geprobt wird einmal wöchentlich, montags von 18 bis 19.15 Uhr in der Aula des Mannlich-Gymnasiums in Homburg. Wer Interesse habe, der könne jederzeit in eine Probe hineinschnuppern. Vor allem Bläser würden gesucht, sagt Ochsenreither, angesichts der vielen Blasensembles, die es gebe, seien sie häufig Mangelware. „In den Streichern sind wir gut besetzt.“ Dabei sei die Arbeit für Bläser in Sinfonieorchestern eine ganz andere als in den Blasorchestern, sie seien zum Beispiel häufiger mal auch in kleinen eher solistischen Passagen gefragt.

In den Proben gehe es allgemein dann übrigens nicht nur um das Erlernen neuer Werke, sondern auch um grundlegende Technik des Orchesterspiels, wie das aufeinander Hören, das gemeinsame Atmen, die Intonation, und über allem natürlich Phrasierung und Musikalität, was den jungen Musikerinnen und Musikern immer erstaunlich gut gelinge, erläutert sie.

Pro Jahr stehen zwei größere Auftritte an: ein Weihnachtsvorspiel in der Aula des Mannlich-Gymnasiums sowie seit 2018 das Jahreskonzert im Forum in Homburg, mit Unterstützung von Landrat Theophil Gallo, der auch diesmal die Schirmherrschaft übernehmen wird. Wohin die Reise gehen kann, zeigt auch, dass einige der Musikerinnen bereits im “großen Orchester“, dem Homburger Sinfonieorchester mitspielen, das die Nachwuchsarbeit in diesem Orchester fördert.

Kontakt: Marina Ochsenreither, Tel. (01 76) 61 74 48 55, Florian Brech, Tel. (01 76) 32 15 08 43

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