Krawall-Samstag in Homburg

Ausschreitungen beim Saar-Derby: 17 Randalierer wurden in Gewahrsam genommen, dazu kommen 25 Strafanzeigen und 30 Personenfeststellungen gegen Fußballfans, so lautete die Polizei-Bilanz vom Samstag. Vor, während und nach der Partie zwischen dem FC Homburg und dem 1. FC Saarbrücken gab es Krawall, auch Passanten wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Nicht nur im Homburger Waldstadion ging es heiß her bei der Regionalligapartie zwischen dem FC Homburg und dem 1. FC Saarbrücken , das nach spannendem Spielverlauf 3:3 endete. Auch außerhalb des Spielfeldes ereigneten sich brisante Szenen, die Polizeibeamte, Ordner und Sicherheitsleute sowie Mitarbeiter der Feuerwehr in Atem hielten.

Schon bei der Anreise der Fans des 1. FC Saarbrücken , die teilweise mit einem Sonderzug und einigen Bussen nach Homburg gekommen waren, gab es einige unerfreuliche Ereignisse: Während des von der Polizei begleiteten Anmarsches der Bahnfahrer aus Saarbrücken in Richtung Waldstadion suchten am Straßenrand Fans des FC Homburg mehrfach die Auseinandersetzung mit den FCS-Anhängern.

Aber auch eine FCS-Gruppe sorgte für Aufregung in einer Gaststätte am historischen Marktplatz. Sie warfen einen vor der Gaststätte stehenden Barhocker ins Fenster, während sich Homburger Fans im Innenraum bedroht fühlten und die Eingangstüre festhielten. Mit Polizeieinsatz wurden hier 17 Saarbrücker Fans in Polizeigewahrsam genommen. Ein Bereitschaftsrichter aus Saarbrücken bestätigte diese Maßnahme gegen die 17 Randalierer , die erst nach dem Spielende - teilweise in Begleitung ihrer Rechtsanwälte - die Stadt wieder verlassen durften.

Umfangreich und intensiv wurden alle Besucher des Saar-Derbys durchsucht. Besonders vor dem Fanblockbereich des 1. FC Saarbrücken gab es lange Wartezeiten. Wegen dieser Maßnahme verzögerte sich auch der Spielbeginn um gut zehn Minuten. FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik: "Etwa 200 Fans aus Saarbrücken waren noch mit Bussen unterwegs und wären erst nach dem geplanten Spielbeginn ans Stadion gekommen." Bei diesen Fans wäre vermutlich eine wilde Hektik ausgebrochen, um möglichst schnell ins Waldstadion zu gelangen. "Um diese Hektik zu verhindern und um die notwendigen Kontrollen vornehmen zu können, wurde die Partie später angepfiffen", so die Erklärung von Kowollik.

Bei der Einlasskontrolle zum Saarbrücker Fanblockbereich wurde unter anderem einem Fan der Zutritt verboten, weil er zuvor am Homburger Hauptbahnhof mit Feuerwerkskörpern hantiert hatte.

Eine andere Person verstieß gegen das Betäubungsmittelgesetz, so die Polizei . Zwei Homburger Zuschauer im FCH-Fanblock zündeten zu Beginn des Spiels Rauchbomben. "Beide Personen sind uns namentlich bekannt. Gegen diese Zuschauer wird wegen Einsatzes verbotener Pyrotechnik ermittelt", so Geschäftsführer Kowollik.

Beide Fans müssen nun mit einem längeren Stadionverbot rechnen. So richtig rund ging es dann nach dem deutlichen Vorsprung von 3:1 für den FC Homburg während der zweiten Halbzeit im Fanlager der Blau-Schwarzen aus Saarbrücken. Knaller wurden entzündet, ein Fluchttor zum Innenraum drohte aufgebrochen zu werden. Mit Hilfe von Ordnern und Securitymitarbeitern wurde dies aber verhindert. Zwei Polizeiketten vor dem Saarbrücker Block sorgten für zusätzliche Sicherheit. Zudem versuchten die FCS-Spieler Patrick Schmidt und Kevin Behrens in der Kurve ihre Fans zu beruhigen.

Auch nach dem Spiel gab es für die Polizeikräfte viel Arbeit auf den Straßen rund um das Stadion und in der Innenstadt. Beleidigungen, Sachbeschädigungen, unter anderem an Polizeieinsatzfahrzeugen, Schlägereien, Steinwürfe von Problemfans des 1. FC Saarbrücken und des FC Homburg , hielten die Beamten weiter in Atem.

Lange Warteschlangen vor dem Einlass: Die Polizei kontrollierte intensiv die Taschen, um verbotene Gegenstände zu sichern.
Polizeiketten vor dem FCS-Block sicherten den Innenraum im Stadion ab.

Als um 17.23 Uhr der Sonderzug mit zahlreichen FCS-Fans den Homburger Hauptbahnhof in Richtung Saarbrücken verließ, kehrte dann auch bei den Polizeikräften wieder Ruhe ein. Ein langer Einsatztag nach einem Saar-Derby mit viel Arbeit war beendet. > Siehe auch weiteren Bericht auf

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