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Konzert Freunde Homburger Sinfonieorchester

Musikschule : Klassische Schwergewichte gemeistert

Förderverein „Freunde des Homburger Sinfonieorchesters“ luden in die Musikschule zum „Besonderen Konzert“ ein.

Am vergangenen Sonntag hatte der Förderverein „Freunde des Homburger Sinfonieorchesters“ wieder zu einem „Besonderen Konzert“ in die Musikschule Homburg eingeladen. Eben das Prädikat „besonders“ verdiente sich der Nachmittag zum einen durch den Premieren-Auftritt des Duos Amelie Schröder (Querflöte) und Elena Herrmann (Klavier), zum anderen dadurch, dass das Konzert kurzfristig dem kürzlich verstorbenen Werner Trockel gewidmet war. „Werner Trockel hat für das Musikleben in Homburg wirklich Großes geleistet“, verdeutlichte Professor Hans Maurer, der Vorsitzende der „Freunde des Homburger Sinfonieorchester“, in der Würdigung seines Vorgängers.

„Er war einer der Initiatoren der Homburger Meisterkonzerte. Und er hat, als er den Vorsitz des Fördervereins ‚Freunde des Homburger Sinfonieorchesters‘ übernommen hat, dann die Idee zur Förderung des musikalischen Nachwuches eingebracht.“ Das Ergebnis seien eben die „besonderen Konzerte“ des Fördervereins.

Diese Reihe bot am Sonntag drei jungen, aber nicht minder beeindruckenden Künstlerinnen und Künstlern eine große Bühne. Den Auftakt des Nachmittags machten eben Amelie Schröder und Elena Herrmann. Noch bevor die beiden ihren ersten richtigen gemeinsamen Auftritt mit einem großen Programm und vor großem Publikum hatten, standen sie unserer Zeitung ein bisschen Rede und Antwort. „Noch sind wir entspannt“, lachte eine tatsächlich sehr entspannt wirkenden Elena Herrmann da. „Wir gehen gleich auf die Bühne, spielen einfach und denken gar nicht so darüber nach, was alles schief gehen könnte.“

Auch ihre Mitstreiterin Amelie Schröder war vor dem Schritt auf die Bühne noch wenig nervös, „auf der Bühne fängt’s dann aber wohl an“. Faktischen Grund für eine mögliche Nervosität hätten die beiden aber eigentlich gar nicht haben müssen, denn: Beide können trotz ihrer Jugend mit 15 und 16 Jahren schon jetzt auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken.

So konnte sich Amelie Schröder 2018 im Bunndeswettbeweb „Jugend musiziert“ den ersten Platz sichern, Elena Herrmann ihrerseits nahm auch auf den unterschiedlichsten Ebenen an diesem Wettbewerb teil und ist am Homburger Gymnasium Johanneum Konzertmeisterin des Collegium Musicum.

Natürlich, und das sei eingestanden, bringt aber eine Premiere als Duo – vor allem auch mit klassischen Schwergewichten wie Bach, Pessard und Poulenc im Gepäck – seine eigenen Herausforderungen mit sich. Elena Herrmann: „Ich sag mal so: Poulenc als letztes Stück unseres Konzertes braucht viel Kraft. Und es ist auch sehr schwer, nicht nur technisch, sondern auch musikalisch. Aber mit Adrenalin geht das immer noch mal besser.“ Und ab wann ist man im Konzert angekommen? Auch hier zeigte sich Elena Herrmann von einer erfrischenden Offenheit. „Wenn ich den ersten Fehler gespielt habe, dann ist alles gut! Dann kann ich komplett beruhigt spielen. Wenn ich diesen ersten Fehler gemacht habe, und der wird schon im Vorspiel bei Bach passieren, dann ist die Aufregung vorbei und ich spiele aus Spaß.“

Was soll man nun sagen: Die Premiere des Duos Schröder/Herrmann war ein echter Genuss. Ob nun jeder Ton da saß, wo er sitzen sollte, dies mögen die Perfektionisten im Elfenbeinturm entscheiden – tatsächlich erklangen Bachs Sonate in Es-Dur für Flöte und Klavier, Émile Pessards „Andalouse“ und Francis Poulencs Sonate für Flöte und Klavier so frisch und frei, dass es es eine wahre Freude war, den beiden jungen Nachwuchsmusikerinnen in ihrem Spiel zu folgen. Und damit lieferte das „Besondere Konzert“ der Freund des Homburger Sinfonieorchesters schon vor der Pause einen echten Hochgenuss. Nach der Pause gehörte die Bühne dann dem 18-jährigen Pianisten Jakob Kasakowski – auch er ein schon in jungen Jahren buchstäblich ausgezeichneter Musiker. Er hatte sich zwei Werke von Brahms, eines von Rachmaninov und eines von Chopin für seinen Auftritt ausgesucht. „Es geht darum, eine Geschichte zu erzählen und den Zuhörern einen Zugang zur Musik zu verschaffen“, brachte er seine Absichts jenseits des Formalen zum Ausdruck.

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