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Komponist aus Homburg
Filmmusik-Preis geht an Michael Firmont

 Michael Firmont stammt aus Homburg und hat jetzt bei einem Filmmusik-Contest den ersten Platz gemacht.
Michael Firmont stammt aus Homburg und hat jetzt bei einem Filmmusik-Contest den ersten Platz gemacht. FOTO: Brian Ta
Homburg/Kosice. Für die Musik hat sich Michael Firmont verhältnismäßig spät entschieden. Erst mit 20 Jahren begann er, Gitarre zu spielen. Jetzt überzeugte er bei einem Wettbewerb mit der besten Filmmusik. Von Ulrike Stumm

Wenn der Täter seinem Opfer schon mit dem Messer auflauert. Wenn die seit langem vermisste erste Liebe plötzlich wieder auftaucht. Wenn’s zum ersten Kuss kommt oder zur schmerzlichen Trennung. Das alles sind Momente, in denen zwar Musik zu den Bildern auf der Leinwand erklingt. Wahrgenommen wird die aber eher als eine Art Gefühlsverstärker. Dabei ist Filmmusik nicht einfach nur so eben mal da, sondern wird oft eigens geschrieben, auf jeden Fall sorgfältig ausgewählt. Und regelmäßig werden dafür auch Preise verliehen, selbst bei der Oscar-Verleihung gibt es eine solche Kategorie. Häufig kennen viele dann die Namen der von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences  derart Ausgezeichneten zwar nicht, ihre Musik aber schon. Den Soundtrack zu den ersten Harry-Potter-Filmen, zu Star Wars,  zum Weißen Hai  oder zu Jurassic Park kann man zwar oft mitsummen. Doch wer kann schon auf Anhieb sagen, dass John Williams dahinter steckt, der als Komponist mehrfach Oscars und Grammys gewann. Einer der das ganz genau weiß, ist Michael Firmont. Das liegt daran, dass er selbst Musik für Filme schreibt. Firmont stammt aus Homburg und hat nun selbst einen Preis einheimst: Der 32-Jährige  gewann den „Film Music Contest 2019“ mit seinem Stück „Against all Odds“ für die beste Filmmusik in Kosice in der Slowakei.  Ausgezeichnet werden damit Künstler aus der Filmmusikindustrie in verschiedenen Kategorien. Der Preis ist brandneu, und somit ist Firmont der erste, an den der Preis jemals verliehen wurde, verrät er dann auch.


 Entschieden wurde darüber von internationalen Experten. Zur Jury gehörten zum Beispiel Vlado Meller, zweifacher Grammy-Gewinner aus den USA, Rudolf Geri, Film- und Musical-Komponist aus der Slowakei, und Paul Wiffen, Pianist und Sound-Designer für unter anderem Vangelis und Hans Zimmer. Und es gab durchaus Konkurrenz. Mehrere 100 Teilnehmer hätten sich beteiligt aus vielen verschiedenen Ländern dern Welt, so Firmont weiter. Unter den Finalisten seien dann unter anderem Wettbewerber aus den USA, Italien und ebene Deutschland gewesen. Er selbst hatte drei Stücke eingereicht, eines wurde dann nominiert, grundsätzlich zugelassen war Musik, die für Filme, Serien oder Videospiele geschrieben wurde.

Und wie landet man dann ausgerechnet bei einem Wettbewerb in der Slowakei? Sein Firmenpartner sei darauf gestoßen, verrät Firmont, solche Film-Contests seien wichtig, um ein Künstlervisum zu erhalten, das entspreche in etwa einem Arbeitsvisum. So ganz von ungefähr kommt diese Auszeichnung nicht. Firmont hat zum Beispiel die Musik für die vom SR produzierte saarländische Mundartfernsehserie „Unter Tannen“ komponiert. Zudem   arbeitet er zusammen mit Lars Hempel unter dem Label „Hempel & Firmont“. Die beiden Studienfreunde lieferten bereits Musik für mehrere internationale Produktionen in Deutschland, den USA, Großbritannien und Asien.



So wie zu Bachs, Mahlers  oder Mozarts Zeiten geht es nicht mehr wirklich zu, wenn Michael Firmont seine Musik zu Papier bringt. Manchmal beginne er noch ganz klassisch  mit Stift und Papier am Klavier, Hauptsächlich nutze er aber Kompositionssoftware, sagt Firmont.

Dabei war ihm die Musik eigentlich nicht so wirklich in die Wiege gelegt. Nach dem Abitur am Mannlich-Gymnasium hat er zunächst  eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht. Erst mit 20 Jahren entdeckte er die Gitarre für sich.  Die wurde aber dann immer wichtiger für ihn.  Nach einer einjährigen Ausbildung an der Musicube Academy absolvierte er sein Studium zum Bachelor of Arts in Komposition für Film und Theater an der ArtEZ „Hogeschool voor de Kunsten“ in Arnheim in den Niederlanden, „mit der besten Note, die je in diesem Studiengang vergeben wurde“.

Im Moment ist  Firmont als Musiklehrer an der Montessori Gemeinschaftsschule Saar tätig, hat aber bereits anderes im Kopf: Er bereitet sich auf sein Studium an der UCLA, der Universität von Kalifornien in Los Angeles, vor. Im nächsten Januar soll es hier losgehen. Und er hat Großes vor: „Mein Ziel ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre als Komponist an Produktionen von etwa Netflix beteiligt zu sein.“  Sein Traum:  Hauptberuflich zu komponieren. Und gibt es denn Musik, die er besonders liebt? Die von John Williams – natürlich.