Kommunalpolitiker in Homburg wehren sich gegen Angriffe der Grünen

Ortsvertrauensleute : Rippel verteidigt Ortsvertrauensleute

Nach der Grünen-Kritik an Ausgaben der Ortsvertrauensleute, sehen die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Der Umgang der Ortsvertrauensleute von Homburg-Mitte, Erbach-Reiskirchen, Bruchhof-Sanddorf, Beeden und Schwarzenbach mit ihrem Budget beschäftigte vor kurzem den Homburger Stadtrat. Da bemängelten die Grünen eine zu unkontrollierte Verwendung des bereitgestellten Mittel für Repräsentationszwecke und stellten die Funktion der Ortsvertrauenleute dabei auch generell in Frage (wir berichteten).

Zum Hintergrund: Im Dezember 2015 bewilligte der Stadtrat den Ortsvertrauensleuten, zur Gleichstellung mit den Ortsräten, eigene Mittel in einer Gesamthöhe von 7500 Euro pro Jahr, um damit gemeinnützige Aktionen im Ort zu unterstützen oder Jubiläen zu würdigen. Aus Sicht der Grünen wurde seitdem sehr großzügig und teilweise nicht nachvollziehbar mit dem Geld umgegangen. In der besagten Sitzung sprach Grünen-Fraktionssprecherin Yvette Stoppiera-Wiebelt gar von „politischer Landschaftspflege“, die mit den Mitteln der Ortsvertrauensleute betrieben werde.

Vor diesem Hintergrund meldet sich nun Manfred Rippel (SPD), Ortsvertrauensmann für Bruchhof-Sanddorf, zu Wort und verteidigt die Arbeit der Ortsvertrauensleute. Diese „kümmern sich in Ihrem Bezirk neben dem klassischen Tagesgeschäft auch darum, eventuelle Probleme im Ort auszuräumen. Wir verstehen uns als Ansprechpartner und Vermittler und kümmern uns um das gesellschaftliche Zusammenleben. So leisten wir auch Unterstützungsarbeit bei diversen Verwaltungsarbeiten, indem wir Zusammenhänge erläutern, Anregungen aufnehmen und gegebenenfalls an die zuständigen Fachabteilungen verweisen.“ In Bruchhof-Sanddorf seien ihm, so Rippel, dabei insbesondere die individuelle Unterstützung von Vereinen, Verbänden, Kirche sowie Kindergarten und Schule sehr wichtig. „Eine Herzensangelegenheit ist stets die Unterstützung für das kulturelle Gemeinwohl mit Veranstaltungen im Karlsberger Hof oder Gut Königsbruch.“ Eine große Herausforderung seien für ihn, verdeutlichte Rippel, insbesondere die Umsiedlung der Hundeschule vom Friedhof an einen geeigneteren Platz im Stadtgebiet und die Umsetzung einer schnelleren Internetanbindung. Auch sei ihm die Transparenz bei Entscheidungen, die die Bevölkerung bewegten, wichtig. Deshalb, so der Ortsvertrauensmann, würden bei Bedarf Informationsveranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger angeboten – aktuell zum Bau der Lärmschutzwand an der Bahnstrecke und bei größeren Baumaßnahmen - wie zurzeit auch rund um den geplanten Autobahnanschluss Homburg-Ost, der auch Bruchhof-Sanddorf entlasten soll. Rippel: „Kurzum, es ist für uns Ortsvertrauensleute alle kein Job, bei dem Langeweile aufkommt!“

Stellvertretend für die anderen Homburger Ortsvertrauensleute bricht Rippel eine Lanze für deren Arbeit. „Erich Scherer (CDU) in Erbach-Reiskirchen besucht Jubilare oftmals auch in Alters- und Pflegeheimen. Dabei wird über alles Mögliche gesprochen, über Vergangenes, Verwaltung, Straßen, Namen, Nachbarn.“ Scherer erfahre dabei immer wieder, wie wichtig es sei, dass sich jemand Zeit nimmt zum Reden, zum Zuhören. „Er hilft immer wieder Bürgern bei den kleinen Stolperfallen im Papierkram, was gerade bei Bürgern mit Sprachproblemen sehr wichtig ist.“ Als Mittler zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung verstünden sich auch Ortsvertrauensfrau Anni Schindler (CDU), die für Erbach-Ost zuständig ist. Rippel: „Zuständig für Erbach-West ist Ortsvertrauensmann Hans-Jürgen Bernd (SPD). Ihm ist insbesondere die Unterstützung für in Not geratene Eltern und deren Kinder sehr wichtig. Die Ortsvertrauensmänner Manfred Schneider (SPD) in Schwarzenbach, Markus Emser (CDU) in Homburg-Ost und Gerhard Wagner (SPD) in Beeden sowie Karl-Heinz Brabänder und Dieter Reichert (beide SPD) in Homburg-West liegt insbesondere die individuelle Unterstützung der Vereine und Projekte für das Gemeinwohl in Ihrem Bezirk sehr am Herzen.“ Alle Ortsvertrauensleute träfen sich zudem regelmäßig mit der Verwaltungsspitze und leitenden Mitarbeitern, um so auf dem „kleinen Dienstweg“ Themen zu besprechen und Missstände zu beseitigen, „was auf dem ‚normalen Dienstweg‘ langwierig sein könnte. Dadurch werden im Interesse des Steuerzahlers enorme Kosten eingespart“, betont Manfred Rippel.

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