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Kombibad-Bau in Homburg wird teurer

Kombibad-Bau in Homburg wird teurer

Heute wird das neue Kombibad Koi eingeweiht, gestern bekam der Stadtrat einen Vergleich vorgestellt, in dessen Rahmen er bei den Baukosten nachlegen soll. Insgesamt wird es rund 1,3 Millionen Euro teurer. Die Stadt soll davon 370 000 Euro übernehmen.

Bevor es richtig losgeht mit dem Spaß im Wasser, muss die Stadt zusätzlich in den Geldbeutel greifen. Einen Tag vor der Einweihung des neuen Homburger Kombibades Koi an der Kaiserslauterer Straße hatte der Stadtrat gestern Abend mit einer etwas weniger erfreulichen Seite des Projektes zu tun - und nahm dies im öffentlichen Teil der Sitzung im Prinzip stillschweigend hin. Die Stadt soll nämlich nun doch mehr zahlen als die festgeschriebene Summe von 18 Millionen Euro rein für den Bau, die von der Bäder GmbH, einer hundertprozentigen Stadttochter, getragen wird. Auf 1,32 Millionen Euro belaufen sich diese Mehrkosten , erfuhr gestern der Stadtrat von Bernward Kulle. Er stellte einen unverbindlichen Schlichtungsvorschlag vor, der in mehreren Sitzungen eines Projektausschusses mit Vertretern der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Kombibad - also denjenigen, die gebaut haben - erarbeitet worden sei. Dieser Ausschuss werde eingesetzt bei vertraglichen Unstimmigkeiten und Streitigkeiten, bevor es in ein Gerichtsverfahren gehe, erläuterte er. Einberufen worden sei der Ausschuss Ende 2013/Anfang 2014. Getagt habe er dann dreimal, in "sachlicher und konstruktiver Gesprächsatmosphäre".

Die Stadt soll, so der Vorschlag, 370 000 Euro netto der Mehrkosten übernehmen, der Rest verbleibe bei der Arbeitsgemeinschaft. Damit, so Kulle, seien dann alle Ansprüche abgegolten. Zustande gekommen seien die Zusatzkosten im Wesentlichen durch eine Grundwassersituation, die sich "abweichend dargestellt" habe "als in der Ausschreibung erkennbar" gewesen sei. Weiter nannte Kulle Sicherheitsfragen bei extremen Hochwassersituationen. Das Bad habe rund drei Meter höher errichtet werden müssen als geplant.

Von den 18 Millionen Euro seien 17,94 Millionen Euro vergeben worden, fügte OB Schneidewind hinzu. Deswegen beliefen sich die weiteren Kosten, die von der Stadt getragen werden müssten, auf 310 000 Euro . Damit werde der Bad-Neubau auf die Gesamtbaukosten gerechnet um zwei Prozent teurer als geplant.

Kulle machte klar: Der Vergleich sei aus seiner Sicht wirtschaftlich gesehen die deutlich bessere Lösung, als das Ganze vor Gericht zu bringen. Ein Verfahren könne zwei bis drei Jahre dauern, dazu kämen erhebliche Gutachter-, Gerichts- und Anwaltskosten.

Es gehe hier natürlich auch um Geld, betonte OB Schneidewind. Er hielt die Höhe der Mehrkosten jedoch noch als gut vertretbar, wenn man sehe, wie andere Großbauprojekte in Deutschland liefen. "Ich freue mich wirklich auf die Eröffnung", unterstrich er.

Eine Entscheidung über den Vergleich wollte der Rat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung treffen - angesichts der doch üppigen Tagesordnung kam es dazu wohl erst zu späterer Stunde.