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Stadtrat sagt Unterstützung zu
Neue Krippenplätze für Jägersburg

 Der Bedarf an Krippenplätzen für die Betreuung der Allerkleinsten ist in Homburg weiter hoch, sagt die Stadt. In der Kita St. Josef in Jägersburg sind weitere Plätze geplant.
Der Bedarf an Krippenplätzen für die Betreuung der Allerkleinsten ist in Homburg weiter hoch, sagt die Stadt. In der Kita St. Josef in Jägersburg sind weitere Plätze geplant. FOTO: picture alliance / dpa / Uli Deck
Homburg. Der Stadtrat hat zugesagt, sich an den Kosten von rund 2,8 Millionen Euro für die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Josef in Jägersburg zu beteiligen. Bevor es losgehen kann, müssen allerdings noch Ausweichräume saniert werden. Von Ulrike Stumm

Die Stadtratssitzung in der vergangenen Woche wurde zwar von den verabschiedeten Richtlinien gegen Korruption maßgeblich geprägt (wir berichteten mehrfach). In der Mammutsitzung, die bis weit in die Nacht dauerte, gab es aber auch einige eher alltägliche Verwaltungsthemen abzuarbeiten.


Eines davon betraf die Kindertagesstätte (Kita) St. Josef in Jägersburg, Träger ist die katholische Kirchengemeinde Heiliger Johannes XXIII. Die Kita soll saniert und erweitert werden. Zu den bisher vorhandenen Gruppen sollen eine weitere reine Krippengruppe für die Allerkleinsten sowie eine gemischte Gruppe für Unter-Dreijährige und für die Kindergarten-Kinder zwischen drei und sechs Jahren entstehen. In Homburg würden weiterhin zusätzliche Krippenplätze gebraucht, hieß es dazu in der Beschlussvorlage.

Rund 2,8 Millionen Euro soll das insgesamt kosten – so die Berechnung eines Architektur- und Ingenieurbüros in den Unterlagen zur Sitzung. Darin wird auch aufgeschlüsselt, wer davon wie viel übernimmt. Der Anteil der Stadt werde sich zwischen rund 840 000 Euro und 1,1 Millionen Euro bewegen. Das hänge davon ab, wie viel das Land zuschießt, bis zu 40 Prozent der anerkannten Kosten seien hier möglich. Noch habe das Land keinen Zuwendungsbescheid erteilt. Sobald dieser vorliege, werde sich auch der Saarpfalz-Kreis mit 30 Prozent an den Kosten beteiligen. Der Stadtrat sprach sich bei zwei Enthaltungen dafür aus, den Zuschuss zu zahlen.



Zum Hintergrund: Die Stadt Homburg betreibt keine eigenen Kindergärten, engagiert sich aber dennoch finanziell. Laut Gesetz soll sich die Sitzgemeinde der Kita angemessen an den Investitionskosten beteiligen, in der Regel sind das 20 Prozent. Homburg hat bislang zusätzlich den Trägeranteil beglichen sowie die Kosten, die nicht vom Land übernommen wurden, etwa Baunebenkosten.

Bevor abgestimmt wurde, hatte Yvette Stoppiera (Grüne) angeregt, darauf hinzuwirken, dass hier möglichst klimafreundlich gebaut werde. Die Verantwortlichen bei der Stadt sollten das Konzept des Bauherrn unter diesem Aspekt betrachten. Bürgermeister Michael Forster (CDU) machte deutlich, dass die Stadt nicht der Träger sei, zudem sei das Projekt bereits weit fortgeschritten. Man wolle sich dies aber für die Zukunft vornehmen. Die Stadt werde zudem das Gespräch mit dem Träger suchen. Eines sei aber auch klar: Wenn dadurch etwas teurer werde, dann müsse die Stadt Homburg das zahlen.

Die Kita Jägersburg wurde 1981 gebaut, ist also mehr als 35 Jahre alt. Nach einem Brand im Jahr 2004 war sie nochmals renoviert worden, so die Auskunft aus der Einrichtung selbst. 2017 hatte das Landesjugendamt bei einer Überprüfung festgestellt, dass hier nachgebessert werden muss, um eine weitere Betriebserlaubnis zu erhalten, soweit die Ausführung zur Vorgeschichte in den Unterlagen. Damals wurden bereits Sanitäranlagen und der Krippenraum saniert. Nun soll zum einen das bestehende Gebäude grundlegend erneuert werden. Dabei geht es zum Beispiel um sicherheitstechnische Anforderungen der Unfallkasse. Außerdem soll etwa ein eigener Essensraum für die Kinder geschaffen werden. Zusätzlich ist ein Erweiterungsbau geplant auf dem bereits jetzt schon von der Kita genutzten städtischen Gelände des Beachvolleyballplatzes, das direkt ans Außengelände des Kindergartens grenzt. Das jetzige Spielgelände bleibe so erhalten. Noch unklar ist, wann es denn in Jägersburg wirklich losgeht. Kompliziert wird die Sache dadurch, dass der Kindergarten während der Bauarbeiten ausgelagert werden muss. Spielen sollen die Kinder dann in verschiedenen Räumen der ehemaligen Grundschule, das neuere der beiden „alten“ Schulgebäude, die hier stehen, teilte die Kita mit. Die Stadt Homburg werde diese Zimmer zur Verfügung stellen – das steht bereits fest. Allerdings müssen sie noch saniert werden. Wie viel das kosten wird, ist laut Stadt noch unklar. Daher sei dieser Betrag auch noch nicht in den 2,8 Millionen Euro für Neu- und Umbau enthalten, er könnte aber ebenfalls vom Land anerkannt werden.

Derzeit liege der allgemeine Antrag zur Sanierung und Erweiterung der Kita zur Bearbeitung beim saarländischen Bildungsministerium, teilte die Außenstelle der Diözese Speyer in St. Ingbert auf Anfrage unserer Zeitung mit. Er werde nun um die Maßnahmen für die „notwendige Auslagerung“ ergänzt. Erst danach könne fundiert gesagt werden, wie lange das alles genau dauern wird.