Kindern Lust aufs Lesen machen

Erbach. Aus der Mode gekommen ist es nie, das Buch. Rekordzahlen bei der Frankfurter Buchmesse, eine permanente Flut von Neuvorstellungen und die eine oder andere Bücher-Sendung im Fernsehen lassen ahnen, dass trotz multimedialer Farbenpracht das Schwarz und Weiß gebundener Seiten seine Fans hat

Erbach. Aus der Mode gekommen ist es nie, das Buch. Rekordzahlen bei der Frankfurter Buchmesse, eine permanente Flut von Neuvorstellungen und die eine oder andere Bücher-Sendung im Fernsehen lassen ahnen, dass trotz multimedialer Farbenpracht das Schwarz und Weiß gebundener Seiten seine Fans hat. Doch scheint sich zumindest die junge Generation zunehmend schwer zu tun mit Gedrucktem, zu verlockend scheinen Computer, Spielkonsole und Fernsehen als bequemer Ersatz für das Bemühen der eigenen Fantasie. Auch deshalb lief bis zum vergangenen Freitag die Aktion "Saarland liest - Treffpunkt Bibliothek" und damit viele Veranstaltungen zum Thema Lesen und Bibliotheken. Am Wochenende selbst war es an der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, bei einer Lesung im Erbacher Haus der Begegnung, Kindern den Umgang mit und die Freude an Büchern ein kleines Stückchen näher zu bringen. Organisatorin Karina Kloos, Leiterin der Homburger Stadtbücherei, fasste vor Beginn der Veranstaltung die Ziele zusammen. "Es ist eine große Herausforderung, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln. Deswegen ist es heute mein Anliegen, Lust am Lesen zu wecken und auf das Angebot der Stadtbücherei Homburg hinzuweisen." Mit rund 400 Jugendlichen, die in der Hauptstelle der Bücherei angemeldet sind, ist Kloos nicht wirklich zufrieden: "Das ist noch längst nicht die Zahl, die wir erreichen möchten." Die Herausforderung sei auch darin begründet, dass es schwierig sei, Jugendliche in Bibliotheken einzuladen. Für Kloos liegt dabei eine Möglichkeit bei der Überwindung von Hemmschwellen auch in den Neuen Medien. "CDs und DVDs sind ein gutes Lockmedium. Wenn wir zu beliebten Werken Hörbücher anbieten, dann haben viele Bibliotheken die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche dann auch zum Buch greifen." Astrid Klug, von Hause aus Diplom-Bibliothekarin, brachte ihr Engagement in Erbach auf den Punkt. "Ich finde diese Aktion sehr gut. Und da Bücher ja nicht nur mein Hobby sind, sondern auch die Quintessenz meines früheren Berufes waren, macht mir so etwas natürlich viel Spaß. Ich finde es wichtig, dass Kinder neugierig werden auf das Lesen, und ich glaube, dass man mit so einer Aktion dazu beitragen kann, dass Kinder auch mal ein Buch in die Hand nehmen und oder auch erfahren, was eine Bibliothek eigentlich ist." Für ihre Lesung hatte sich Klug eine Geschichte von Klaus Kordon ausgesucht - und das nicht ohne Grund. "Das Buch ´Flaschenpost' erzählt eine Geschichte aus Berlin. Und da ich da ja auch arbeite, hat das Werk auch einen Bezug zu mir, und ich kann einiges Drumherum erzählen." "Freude am lesen zu vermitteln, ist eine große Herausforder-ung." Karina Kloos, Leiterin Stadtbücherei