Kinderbetreuung der Stadt Homburg läuft in der Luitpoldschule in Erbach

Ferienbetreuung der Stadt Homburg : In den Ferien in der Schule Spaß haben

Die Sommerferien sind lang, arbeitende Eltern stehen vor der Frage, wer zumindest für einige schulfreie Wochen ihren Nachwuchs betreut. Es gibt mittlerweile Angebote an Schulen, von Unternehmen, Organisationen. Auch die Stadt Homburg hat eine Ferienaktion, diesmal an der Luitpoldschule.

Schulen sind in den Ferien normalerweise verwaist, zumindest sind es die Klassenzimmer, denn dort ist richtig große Pause. Erst am 12. August geht es wieder los. Doch an vielen Schulen wird mittlerweile eine Betreuung in den Ferien angeboten, nicht in der kompletten Zeit, aber häufig für ein oder zwei Wochen.

Auch in der Erbacher Luitpoldschule ist am Donnerstagmorgen einiges los. Mehrere Jungs flitzen auf Rollern über den Schulhof, im Gebäude der Nachmittagsbetreuung (FGTS) haben sich zwei Mädchen ein Brettspiel aufgebaut, und nebenan läuft gerade ein Hip-Hop-Workshop. Füße kreuzen, dann sind die Hände dran – und immer schön cool bleiben. Die Mädchen und Jungen „machen das super“, sagt auch Aline. Die ausgebildete Tanzlehrerin zeigt ihnen nicht nur die Choreographie, sondern ist als eine von insgesamt sieben Betreuerinnen und Betreuern beim Ferienangebot der Stadt Homburg dabei. Gerade läuft die erste Woche, 29 Kinder sind angemeldet, die jüngsten sechs Jahre alt, auch ein paar 12- und 13-Jährige machen mit. Es werden zwei Ausflüge pro Woche angeboten, und es gibt Tage, an denen in der Luitpoldschule, den Räumen der FGTS und auf dem Hof, so einiges geboten wird: basteln, tanzen oder eben einfach spielen. Und natürlich wird auch gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen, das Programm läuft von 8 bis 16.30 Uhr.

Seit Jahren bietet die Stadt die beiden Ferienwochen an. Seit der Anfangszeit hat sich die Nachfrage jetzt deutlich verändert. Es gab Zeiten, sagt Sandra Schatzmann, „da hätten wir hier mit 50 bis 60 Kindern starten können“. Bereits sechs Wochen, bevor es losging, war man ausgebucht. Nun erreicht man die maximale Teilnehmerzahl zwar immer noch, allerdings war das erst in den letzten Tagen vor dem Start so. Für die kommenden Wochen, den Ferienspaß zwei, seien noch drei Plätze frei (siehe auch Infobox).

„Der Druck ist ein bisschen raus“, sagt Schatzmann. Der Bedarf sei aber immer noch da bei den Eltern. Wenn beide arbeiten, dann könnten sie meistens etwa drei Wochen mit eigenem Urlaub abdecken. Mittlerweile böten zunehmend Unternehmen für die Kinder ihrer Mitarbeiter eine Betreuung an. „Das hilft den Eltern sehr“, auch weil sie den Nachwuchs morgens nicht noch irgendwo anders hinfahren müssen. An den Schulen laufe ebenfalls vieles, etwa über die freiwilligen Nachmittagsbetreuungen (FGTS). Aber eben nicht überall und nicht in den kompletten Ferien. Den Eltern, so Schatzmann, fehle meist so eine Woche Betreuung. Man wechselt sich ab, die einen, wie die Luitpoldschule biete die beiden letzten Ferienwochen ein Programm an, die Sonnenfeldschule hatte ein Angebot in den Ferienwochen eins und zwei. „Wir übernehmen den Mittelblock“, erläutert Schatzmann. Es gebe zudem weitere Ferienaktionen für Kinder, die nicht in einer schulischen Nachbetreuung sind, etwa von der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt.

Generell kommen ohnehin eher die Grundschulkinder zum städtischen Ferienspaß, einzelne Ältere sind auch dabei. So ab 13/14 Jahren fahren die Jungen und Mädchen dann eher alleine auf organisierten Reisen mit oder blieben auch mal zeitweise alleine zu Hause, führt Schatzmann aus.

Das Angebot der Stadt passt zwar auf viele, doch es habe auch schon mal 12-Jährige gegeben, die hier bei uns die ganze Woche nur gelesen haben, berichtet sie. In der Regel sind aber alle Kinder richtig gut dabei, finden das, was ihnen gefällt, treffen neue Freunde oder solche, die sie schon länger haben. Das ist auch an diesem Morgen so.

Während einige Betreuer noch in der Küche beschäftigt sind, um die Frühstücksreste wegzuräumen und das Geschirr zu spülen, erzählen ein paar Mädchen und Jungen, die normalerweise auf unterschiedliche Schulen gehen, was ihnen bisher gut gefallen hat. Am Mittwoch besuchte die Gruppe beispielsweise den Kulturpark Reinheim-Bliesbruck mit vielen Workshops, einer kleine Führung und römischen Spielen.

Das Töpfern hatte es Marleen und Mia, beide 7, besonders angetan. Sie formten hier einen Igel, Eierbecher und Anhänger. Lukas, 9, war fasziniert vom Mosaik herstellen. Dabei wurden Stückchen zerschlagener Fliesen wieder neu zusammengestellt. Außerdem, sagt er, finde er es nett, sich mit den anderen Jungs zu unterhalten. Beim Tanzen mache er zwar mit, aber als Hobby könne er sich das nicht vorstellen. Nelly, 11, ist dagegen echter Tanzfan und war schon häufig in der städtischen Ferienbetreuung, ist also quasi Stammgast.

Generell darf man ziemlich frei wählen, draußen Fußball spielen, Roller fahren oder eben Hip-Hop lernen, nur wenn gebastelt werde, dann sollte jeder wenigstens ein Teil herstellen. Aber der eine sei dann eben schnell fertig, der andere bleibe länger, macht mehr.

Der Hip-Hop-Workshop mit Betreuerin Aline kommt richtig gut an, man sollte dabei aber schon cool sein. Foto: Ulrike Stumm
Die beiden elfjährigen Freundinnen Sophie (links) und Laura haben sich ein Spiel ausgesucht. Foto: Ulrike Stumm
Sandra Schatzmann vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg gehört zum Betreuungsteam beim Ferienspaß. Varg, Max, Nico, Aseel und Elmedin (von links) spielen draußen auf dem Schulhof der Luitpoldschule. Foto: Ulrike Stumm

Für heute, Freitag, ist der nächste Ausflug angesetzt: Es geht zum Wildpark Potzberg. Und dann ist die erste der beiden Ferienwochen auch schon wieder zu Ende. Manche Kinder werden in Woche zwei wiederkommen, andere sind dann neu dabei und wieder andere verabschieden sich in ihre eigenen großen Ferien.

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