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Kinder entdecken gestohlenen Tresor

Kinder entdecken gestohlenen Tresor

Aufgebrochen waren die Helfer, um in Beeden Müll zu sammeln. Dann machten sie einen überraschende Entdeckung.

Am Wochenende waren wieder viele emsige Helfer unterwegs, um bei der Aktion "Saarland Picobello" quasi vor der eigenen Haustür für Sauberkeit zu sorgen. Und genau das hatten auch Johanna, Evelyna, Nele, Leonie, Lara und Marlon vor. Gemeinsam mit Aktiven des Biotop-Vereins Beeden und des SV Beeden machten sich die sechs am Samstag auf, um am Beeder Sportplatz und rund ums Biotop aufzuräumen.

Dass sich ihr Arbeitseinsatz dabei fast schon zu einem kleinen Kriminalfall entwickelte, damit hatten die jungen Helfer allerdings nicht gerechnet: Unter einem Felsvorsprung unmittelbar unterhalb des Sportplatzgeländes fanden die Kinder auf ihrer Suche nach Müll den Tresor, der Anfang des Jahres bei einem Einbruch in die Freiwillige Ganztagsschule in Beeden gestohlen worden war (wir berichteten). Kein Wunder, dass da bei den Kids plötzlich helle Aufregung herrschte. Neben dem eigentlichen Tresor stellten die sechs "Nachwuchsermittler" auch viele, teils stark verbrannte Unterlagen aus dem Safe sicher. Alles zusammen soll nun der Polizei übergeben werden. Und wer weiß: Vielleicht geben der Fund und der Fundort weitere Hinweise auf den oder die Täter.

Abseits dieses, im positiven Sinne, Aufregers gab sich die Picobello-Aktion in Beeden routiniert. Dabei bemerkenswert: Gefühlt wurde weniger Müll gefunden als noch vor Jahren, auch wenn zu den "Fundsachen" eine fast komplette Couch gehörte. "Natürlich gibt es noch Menschen, die ihren Müll hier einfach wegwerfen. Aber es gibt eben auch Mitglieder des Biotop-Vereins und des SV Beeden, die, wenn sie was rumliegen sehen, das direkt aufsammeln und wegwerfen", berichtete Beedens Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner am Samstagmorgen. "Deswegen ist das aktuell mit dem Dreck hier am Biotop nicht so schlimm, wir haben das in der Vergangenheit schon viel schlimmer erlebt." Auch im Zuge der Frühjahrsarbeiten habe man schon einiges erledigt. Karl-Theo Dzieia hatte für die eigentlich nicht schlechte Müll-Situation am Beeder Biotop eine bitter-süße Begründung: "Man darf halt einfach keine Bänke aufstellen. Das hätten wir unten am Biotop schon immer mal wieder gerne gemacht. Nur dann braucht man einen, der sich wirklich über das ganze Jahr hinweg darum kümmert, dass der Müll dort wegkommt. Denn wenn man eine Bank aufstellt, das sehen wir hier an der Hütte auf dem Gelände des Sportplatzes oberhalb des Biotops, dann ist alles sofort vermüllt." Eine andere Situation zeige sich am Blieslauf im Biotop, auch der am Samstag im Bereich eines Nebengrabens Schauplatz von Picobello. Dzieia: "Gegen das Treibgut da kann man nichts machen." Außer es an solchen Aktionstagen abzuräumen.

Grundsätzlich, so Ortsvertrauensmann Wagner, sei es schon so, dass sich das Verhalten der Bevölkerung im Umgang mit Müll verbessert habe. "Die Menschen sind nicht mehr so, wie noch vor Jahren, in Beeden hat sich das schon verbessert." Das bestätigte auch Dzieia mit Blick auf das Biotop - gleichwohl vor allem in den Abendstunden Besucher von außerhalb durchaus für eine gewisse Müllproblematik sorgten. Den Wert des Picobello-Aktionstages bewertete Dzieia vor allem mit Blick auf den Nachwuchs: "Bei einem solchen Tag lernen die Kinder von klein auf, Müll zu vermeiden." Und da Lernen am besten funktioniert, wenn es mit einem Aha-Effekt verbunden ist, dürften Johanna, Evelyna, Nele, Leonie, Lara und Marlon am Samstag einiges an Lehrreichem mitgenommen haben - man ist ja nicht jeden Tag Einbrechern "auf der Spur".

Zum Thema:

Beim Aktionstag "Saarland Picobello" waren allein in Homburg von Freitag bis gestern 45 Vereine, Parteien, Organisationen, Einrichtungen und private Bürgergruppen im Einsatz gegen den Müll.