Keine sechs Etagen am Warburgring

Der Stadtrat soll beim Neubau in der Homburger Vorstadt das letzte Wort haben. Die Bauhöhe werde der bestehenden Bebauung angepasst.

Aufregung um die Bauabsichten der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Saarland (Woge Saar) am Warburgring gab es im Vorfeld der Sitzung des Homburger Stadtrates am Donnerstag genug. Denn: Einige Anwohner befürchten eine zu dichte und vor allem zu hohe Bebauung und hatten sich deswegen in einem Brief an die Mitglieder des Stadtrates gewendet (wir berichteten). In der Sitzung selbst gab es dann zwar ein "Ja" für den Beginn des Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplanes, doch machten sowohl die Verwaltung in Person von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) als auch alle Parteien klar, dass erste Pläne der Woge mit Bauhöhen von bis zu sechs Stockwerken im Verfahren keine Zustimmung des Stadtrates finden werden.

Auch zeigte man sich einigermaßen überrascht davon, dass das besagte Gelände Ende Februar ohne Vorankündigung komplett gerodet wurde. In Richtung von zahlreichen Anwohnern, die die Sitzung des Stadtrates verfolgten, erklärte der OB, dass man zwar grundsätzlich vom Interesse der Woge Saar Kenntnis hatte, "aber dass die Rodung von heute auf morgen in einer ,Nacht-und-Nebel-Aktion' passiert ist, darüber waren wir nicht informiert". Grundsätzlich stelle man sich, so Schneidewind, nicht gegen eine Verdichtung von Wohnraum. Und vor dem Hintergrund eines seit den 1960er Jahren bestehenden Bebauungsplanes, der den heutigen Anforderungen an modernes Wohnen nicht mehr entspreche, habe man sich nach Gesprächen mit der Woge Saar dazu entschlossen, ins Veränderungsverfahren zu gehen. Hier machte der Verwaltungschef klar, dass der Stadtrat es sei, der am Ende des Verfahrens festlege, welche Bebauung dort tatsächlich stattfinde. "Und ich glaube nicht, dass das, was derzeit vorgelegt ist, das ist, was am Ende rauskommen wird, dies ist zumindest meine Rückmeldung."

Im Rund der Stadtratsfraktionen herrschte Einigkeit darüber, mit der Änderung des Bebauungsplanes nun zu beginnen. Im Ergebnis müsse es aber darum gehen, eine verträgliche Entwicklung zu gewährleisten. "Wir halten es für sinnvoll, dass sich der Rat heute dazu entschließt, ein Änderungsverfahren in Gang zu setzen", so CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Forster. Man könne aber auch die Bedenken der Anlieger gut nachvollziehen. "Uns ist eine Bauhöhe mit bis zu sechs Geschossen auch deutlich zu hoch, das werden wir am Ende mit Sicherheit nicht mittragen. Nach unserer Vorstellung sollte die Bauhöhe nicht mehr als zwei Vollgeschosse betragen, so wie sie jetzt ist", so Forster.

Gerhard Wagner, Fraktionsvorsitzender der SPD, schloss sich den Ausführungen von Forster an, auch seine Partei werde darauf achten, dass die Bauhöhe sich in Grenzen halte. Barbara Spaniol von den Linken verband mit ihrem Wortbeitrag deutliche Kritik an der mangelnden Bürgerbeteiligung, "hier ist an dieser Stelle völlig versagt worden". Seitens ihrer Partei hätte man sich gewünscht, dass man die Anwohner vor der Rodung im Februar informiert hätte. "Das kann man nicht schön reden."

Für die Freien Wähler machte Axel Ulmcke klar, dass mehr als zweieinhalb Stockwerke, "wenn überhaupt", nicht möglich seien, "fertig!". Alles andere könne man den Anwohnern dort nicht zumuten. Die Grünen forderten angesichts der unangekündigten Rodung des besagten Geländes eine frühere Information seitens der zuständigen Stellen. Den eigentlichen Überlegungen für eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes stehe man seitens ihrer Partei, so Yvette Stoppiera-Wiebelt, positiv gegenüber, "für uns ergibt sich nun die Chance für ein gemischtes, innovatives Projekt. Da sollte man auch wirklich ergebnisoffen heran gehen. Unsere Vorstellung ist, dass sich das neue Quartier in die Umgebung einfügt und nicht mit überdimensionierten Baukörpern ausgestattet wird". Abschließend schloss sich auch die Allianz der Vernunft der Einschätzung der anderen Fraktionen an, "wir teilen die Sicht der betroffenen Anwohner", so Marianne Bullacher.