Kein Verständnis für KSB-Aus

Die Homburg wollen das Werk des Pumpenherstellers KSB nicht ohne Gegenwehr aufgeben. Der Stadtrat hat der Belegschaft seine Unterstützung zugesagt. 81 Arbeitsplätze stehen am Wirtschaftsstandort Homburg auf dem Spiel.

Es war ein deutliches Signal, das der Homburger Stadtrat am Donnerstagabend mit seiner Resolution gegen die geplante Schließung des KSB-Werkes im Industriegebiet West ausgesandt hatte (wir berichteten): Einstimmig und solidarisch mit Belegschaft und Gewerkschaft stimmten die Ratsmitglieder dem von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD ) eingebrachten Papier zu. Und alle Fraktionen fanden deutlich ablehnende Worte für die Absicht des KSB-Geschäftsführung, das Homburger Werk zu schließen und die bislang in der Kreisstadt beheimatete Pumpen-Produktion an den Hauptsitz nach Frankenthal zu verlegen.

Bevor die Parteien allerdings ihren Unmut äußerten, schilderte Ralf Reinstädtler von der IG-Metall-Verwaltungsstelle Homburg-Saarpfalz dem Rat vor Teilen der Belegschaft die aus seiner Sicht völlig "unsinnigen" Absichten der KSB-Geschäftsführung. Mit einigen Zahlen, die auf einem Gutachten und darin bewerteten Kenndaten des Unternehmens selbst basieren, verdeutlichte er, dass die Werksschließung jenseits ihrer sozialen Sprengkraft - rund 60 der bislang 81 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel - wirtschaftlich nicht nachvollziehbar sei. So schreibe man in Homburg gegenwärtig schwarze Zahlen bei vollen Auftragsbüchern.

Salvatore Vicari, Ratsmitglied der SPD und Betriebsratsvorsitzender von Schaeffler Technologies, erinnerte an den eigenen Kampf seiner Belegschaft gegen Schließungspläne im Jahr 2010. Und er verdeutlichte, dass gerade die damalige Resolution des Stadtrats ein wichtiger Baustein gewesen sei, die Unternehmens-Entscheidung letztlich umzudrehen. "Diese Resolution hat zu einer Versachlichung der Diskussion und letztendlich zu einer Lösung geführt." Auch die CDU in Person ihres Fraktionsvorsitzenden Michael Forster stellte sich an die Seite der Mitarbeiter. "Natürlich unterstützen wird diese Resolution. Es lohnt sich, für jeden einzelnen Arbeitsplatz in Homburg zu kämpfen." Dies sei die beste Sozialpolitik. Für die Linken fand Barbara Spaniol deutlich Worte in Richtung der KSB-Geschäftsführung: "Wir werden es nicht hinnehmen, dass ein gut funktionierendes Werk derartig wahnsinnig kaputt gemacht wird." Axel Ulmcke von der FWG äußerte die Hoffnung, dass die Resolution zu einer positiven Lösung für die Belegschaft führe. Er verdeutlichte aber auch, dass aus seiner Sicht "leider das Kapital keine Rücksicht auf menschliche Schicksale nimmt, da sollten wir uns nichts vormachen".

Georg Weisweiler von der Allianz der Vernunft und Christian Hau von der AfD äußerten den Wunsch, auch Informationen seitens der KSB-Geschäftsführung zu erhalten. Carola Piazolo verlangte zudem Auskunft von der Verwaltungsspitze darüber, ob es in den zurückliegenden Wochen schon offizielle Kontakte zwischen der Stadt und der KSB-Geschäftsführung gegeben habe. Dies verneinte Schneidewind mit der Begründung, er wolle erst mit einem starken Votum des Stadtrates in kommende Gespräch gehen.Der Homburger Stadtrat gab in seiner Sitzung mit den Stimmen von SPD , CDU , Linken, FWG und AfD grünes Licht für eine Bürgerbefragung zum geplanten Windpark auf der Weißen Trisch zwischen Kirrberg und Einöd. Vor dieser Befragung wird es drei Infoveranstaltungen in den südlichen Stadtteilen Einöd/Schwarzenacker, Schwarzenbach/Wörschweiler und Kirrberg geben. Dort sollen Detailpläne präsentiert werden. Danach werden die Bürger aus diesen Orten anonym schriftlich befragt. Allerdings machte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind am Donnerstag zugleich klar, dass diese Befragung im Ergebnis nicht bindend sei. So könne die Abfrage des Meinungsbildes zwar ergeben, dass eine Mehrheit gegen den Bau der Windräder stimmt, deren Errichtung aber trotzdem rechtens und damit nicht verhinderbar ist. "Das müssen wir ganz offen sagen", so Schneidewind.

In einer teils kontroversen Diskussion, die sich immer wieder auch grundsätzlich um das Thema Windkraft in Homburg drehte, war am Donnerstag vor allem strittig, ob ein Meinungsbild in der gesamten Stadt oder nur in den betroffenen Gemeindebezirken eingeholt werden soll. Am Ende setzte sich eine deutliche Ratsmehrheit mit der Absicht durch, wie vorgeschlagen die Bürger nur in den betroffenen Stadtteilen zu befragen.