Kein Klangbrei im Speisewagen

Auf Spurensuche durch die Welt der Musik ging es am Samstag beim Jazzfrühschoppen mit Mikes Music Train. 18 Musiker servierten dank des Einsatzes von Techniker Karsten Neuschwander ein Krimi-Dinner vom Feinsten.

Die Geschichte des Auftritts von Mikes Music Train beim Jazzfrühschoppen am vergangenen Samstag war auch eine von einem, der ausgezogen war, um dann immer mal wieder zurück in seine saarländische Heimat zu kommen. Denn: Der namensgebende "Mike", im bürgerlichen Leben Michael Omlor, ist ein echter Bexbacher Junge. "Ich bin bis Mitte der achten Klasse hier ins Homburger Mannlich-Gymnasium gegangen." Danach ging's für Omlor nach Bayern, sein Music Train hat seit nunmehr 25 Jahren München als Heimatbahnhof. Von da aus zieht es den Bandleader der waschechten Big-Band-Formation immer wieder in die weite Welt, in Homburg machte sein Zug am Samstag nunmehr schon zum zweiten Mal Station - und das mit spürbarer und hörbarer Begeisterung.

Dass man trotz der eher beengten Verhältnisse auf der Bühne des historischen Marktplatzes mit dem großen Orchester nahezu perfekt untergekommen sei, hänge, so Omlor, auch und entscheidend vom Einsatz von Karsten Neuschwander ab. Neuschwander, der über den Musiksommer hinweg bei nahezu allen Konzerten als Techniker für den guten Ton sorge, habe kurzerhand die Bühnenfläche vergrößert. "Dadurch haben wir unsere Sänger ganz vorne auf einer Aktionsfläche." Diese Sänger seien ein Markenzeichen von Mikes Music Train, "denn wir sind keine Swingband, die einfach nur in die Noten schaut. Wir machen auch Show und Party."

Und die Ankündigung Omlors sollte sich bewahrheiten. Unter dem Motto "Tatort Bigband" servierten die 18 Musikerinnen und Musiker im Speisewagen von Mikes Music Train fast schon ein Krimi-Dinner: Als Auftakt gab's, natürlich, das musikalische Thema des Tatort-Sonntag-Abend-Krimis, danach unter anderem auch Klassiker der Thriller-Film-Musik aus "Mission Impossible" und "James Bond ". Dabei gaben Julia Dippel, Uli Haberl und Flo Stierstorfer diesen und anderen Songs ihre kraftvollen Stimmen.

Dass sich diese Stimmen - und die umfangreiche Instrumentalisierung - an diesem Vormittag von ihrer besten Seite erhören ließen, dafür sorgte der von Michael "Mike" Omlor in höchsten Tönen gelobte Karsten Neuschwander. An 32 Reglern und mit hochwertigstem Equipment formte er schon im Soundcheck ein wunderbares Klangbild. "Eigentlich ist die Bühne für eine solche Band schon klein." Deswegen sei vor allem viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung nötig, um alles so abzumischen, dass am Ende kein "Klangbrei" entstehe.

Diese filigrane Aufgabe löste Karsten Neuschwander am Samstag gekonnt. Und Michael Omlor verstand es geschickt, rund um die stilüppige Auswahl des Programms von klassischen Swing-Standards über Filmklassiker bis hin zu Soul und Funk einen echten "Tatort Bigband" zu basteln, der die Gäste dazu einlud, für rund drei Stunden einmal auf Spurensuche durch die Welt der Musik zu gehen.

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