Kein Jugendlicher soll durchs Netz fallen

Kein Jugendlicher soll durchs Netz fallen

Erbach. Jeder braucht ein Netzwerk. Keiner fällt durchs Netz. Unter diesem Motto ist die Arbeiterwohlfahrt bundesweit Trägerin vieler Projekte in der Jugendberufshilfe. Dabei handelt es sich um Hilfs- und Unterstützungsangebote für junge Menschen, die einen erhöhten Förderbedarf haben und deren Einstieg in die Arbeitswelt sonst nicht oder nur unzureichend gelingen würde

Erbach. Jeder braucht ein Netzwerk. Keiner fällt durchs Netz. Unter diesem Motto ist die Arbeiterwohlfahrt bundesweit Trägerin vieler Projekte in der Jugendberufshilfe. Dabei handelt es sich um Hilfs- und Unterstützungsangebote für junge Menschen, die einen erhöhten Förderbedarf haben und deren Einstieg in die Arbeitswelt sonst nicht oder nur unzureichend gelingen würde.Anlässlich des Jubiläums "20 Jahre Jugendberufshilfe" wies Peter Barrois, Direktor des Sozialpädagogischen Netzwerks (SPN) der Awo, darauf hin, dass die Angebote der Jugendberufshilfe zunehmend an Bedeutung gewinnen (wir berichteten kurz). Um Schülern ohne Schulabschluss eine Ausbildung zu ermöglichen, sei 1995 ein Modellversuch "Eingliederung benachteiligter junger Menschen" gestartet und in der Folge eine Infrastruktur der Jugendberufshilfe aus Mitteln der Jugendhilfe und der Bundesagentur für Arbeit aufgebaut worden. Mit Erfolg, so Barrois, der eine positive Bilanz zog. So seien seit 1995 mehr als 50 Prozent der Jugendlichen in der Berufsvorbereitung in eine außerbetriebliche Ausbildung übernommen worden. 80 Prozent hätten mit Erfolg abgeschlossen, 150 Jugendliche den Hauptschulabschluss nachgeholt. Im Rahmen der Ausbildung wurden seit 1995 350 Jugendliche ausgebildet, davon die Hälfte mit einem vollwertigen Gesellenbrief. Dies alles vor dem Hintergrund, so Barrois, dass 60 Prozent der Teilnehmer im Schnitt eine sehr hohe Problemdichte, zum Beispiel Sucht, Gewalt, Kriminalität aufgewiesen hätten. Hauptaufgabe für die Zukunft sei, "keinen Jugendlichen unversorgt zu lassen".

Sein Dank galt vor allem dem Saarpfalz-Kreis und Kreisjugendamtsleiter Klaus Ruffing, ohne deren Engagement die Awo-Jugendberufshilfe undenkbar sei. Nicht zu vergessen die Stadt Homburg, die Schulen, Arbeitsverwaltung und das Jobcenter.

Schülerinnen und Schüler der Erweiterten Realschule II informierten sich im Rahmen der Veranstaltung "20 Jahre Jugendberufshilfe" in den Awo-Ausbildungswerkstätten. Foto: Foto: Bernhard Reichhart.

Das Motto "Keiner fällt durchs Netz" sei eine "Vision für die Zukunft", verwies Fachbereichsleiter Kai Frisch auf die Leitidee, Jugendlichen mit all ihren Schwierigkeiten anzunehmen und gemeinsam Perspektiven aufzubauen. Heute biete die Awo in den Ausbildungswerkstätten in der Lappentascher Straße bis zu 100 jungen Menschen einen Platz sowie ein breit aufgestelltes Jugendhilfeangebot. Es sei wichtig, "nicht das Nichtstun zu alimentieren, sondern Jugendlichen eine Chance auf Zukunft und eine Perspektive zu geben", lobte Landrat Clemens Lindemann das Engagement der Awo in Sachen Jugendberufshilfe. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, die Ausbildungswerkstätten, Berufsvorbereitung sowie Wohngruppen zu besichtigen. In den Werkstätten konnten sie zudem ein Windklangspiel bauen und mit nach Hause nehmen. re