Kaiserstraße Homburg in schlechtem Zustand

Straßenzustand : Kaiserstraße bleibt „auf dem Schirm“

Inwiefern und wann die Stadt die marode Strecke reparieren will, bleibt weiter offen. Müssen die Anwohner zahlen?

Im März 2017 berichteten wir über den beklagenswerten Zustand der Kaiserstraße im Abschnitt zwischen der Saarbrücker- und der B423/Bexbacher Straße. Gerade mal 400 Meter lang ist diese städtische Route. Zu Fuß bräuchte man dafür rund vier Minuten. Angesichts des teils heftig beschädigten Straßenbelags wäre es zu empfehlen, diese beliebte innerstädtische Abkürzung per Pedes und nicht mit dem Auto oder Fahrrad zu passieren, denn: Obwohl unsere Zeitung  2017 die Stadtverwaltung auf den kaum akzeptablen Zustand der Straße hingewiesen hat, hat sich seitdem, wohl abgesehen von einigen Ausbesserungsarbeiten, dort nichts getan. Zur Entschuldigung sei angeführt, dass diese Straße über längere Zeit hinweg gesperrt war, Kanalarbeiten der Homburger Stadtwerke machten dies nötig. Nun hätte man gutgläubig vermuten können, dass die Straße im Zuge dieser Arbeiten auch gleich eine neue und für Homburg würdige Straßendecke bekommt. Immerhin zeigen ja die aktuell laufenden Arbeiten in der Eisenbahnstraße, dass man durchaus sinnvoll notwendige Tiefbauarbeiten an Leitungsnetzen mit einer Instandsetzung verbinden kann (wir berichteten).

Im Falle der Kaiserstraße schien eine solche Kombilösung hingegen wohl nicht angezeigt. Das Ergebnis: Zu den gefühlt Dutzenden von Oberflächenschichten kam nun noch eine weitere dazu. Entstanden ist so ein neues Muster im Flickenteppich „Kaiserstraße“.

Als unsere Zeitung im März 2017 die Homburger Verwaltung, auch auf Anstoß von mehreren Leserhinweisen, auf den mangelhaften Zustand der Straße hinwies, da gestand man ein, von den Problemen Kenntnis zu haben. „Die Schlaglöcher in diesem Bereich sind uns bekannt“, hieß es. Im selben Atemzug aber auch: „Es gibt etliche Straßen in Homburg, die in weitaus schlimmerem Zustand sind und dringender erneuert werden müssten“, so die Einschätzung aus dem Rathaus vor etwas weniger als zwei Jahren. Damals verwies man auch auf die anstehenden Kanalarbeiten der Stadtwerke und stellte in Aussicht, dass „nach Abschluss dieser Bauarbeiten auch der Zustand der Straße dann neu bewertet wird“.

Die besagten Arbeiten sind nun seit langer Zeit beendet, augenscheinlich tut sich an der Straße aber nichts. Auf Nachfrage unserer Zeitung am Donnerstag bezog Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff so Stellung: „Die Defizite der Straße sind uns bekannt. Wir hatten die Hoffnung, dass sich die Situation dort nach Ende der Kanalarbeiten besser als vorher darstellen würde. Tatsächlich hat sich der Zustand der Straße aber eher verschlechtert.“ Kruthoff betonte, dass man die Sanierung der Straße „auf dem Schirm“ habe. Damit verband er auch die Aussage, man wolle noch in diesem Jahr aktiv werden. Dies sei aber abhängig von den nötigen Planungen und vom Vorhandensein entsprechender Mittel in der Stadtkasse.

Kommt es tatsächlich zu der von Kruthoff auf Basis von Informationen aus der städtischen Bauverwaltung angekündigten Sanierung dieses Abschnitts der Kaiserstraße noch in diesem Jahr, dann dürfte dies für die Autofahrer, die diese Strecke als kurzen Weg hinein in die und hinaus aus der Homburger Innenstadt nutzen, mit Sicherheit eine gute und Fahrzeug-schonende Geschichte sein. Ob allerdings die Anwohner in diesen Kanon der Freude mit einstimmen werden, das hängt nicht von der zukünftigen Güte der Straßenoberfläche ab. Das Stichwort hier: Anwohner-Beiträge. Die werden grundsätzlich dann bei den anliegenden Grundstückseigentümern fällig, wenn eine Straße „grundhaft“ saniert wird. „Grundhaft“ steht dabei für Arbeiten, die sich, vereinfacht dargestellt, nicht auf den reinen Belag konzentrieren, sondern auch Tiefbauarbeiten zum Straßenuntergrund mit einschließen. Kommt es dazu, dann müssen – und da lässt die aktuelle Rechtslage wohl keinen Spielraum – die Anlieger der Straße einen finanziellen Anteil zur Sanierung leisten.

Wie sich dieses Szenario nun tatsächlich entwickeln wird, das werden Prüfungen zum Umfang einer notwendigen Sanierung ergeben. Als hilfreich, weil finanziell entlastend, könnten sich für die Anlieger die schon abgeschlossenen Kanalarbeiten erweisen – immerhin geht man bei der Stadt davon aus, dass diese Tiefbauarbeiten an den betroffenen Stellen das Straßenbett schon mal entsprechend aufgewertet haben. Hinter all das müsse man aber, wie Jürgen Kruthoff gestern klar machte, ein deutliches Fragezeichen setzen.

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