Jugendzentrum ist vorerst zu

Seit Jahren kämpft das Jugendzentrum „Chill out“ in Jägersburg damit, dass es in seinen Räumen in der alten Schule oft sehr kalt wird. Grund dafür ist die stark sanierungsbedürftige Heizung. Die falle tatsächlich ständig aus, sagt die Stadt. Nun soll es eine richtige Lösung geben, kündigte sie an.

In der neuen Schule in Jägersburg sollen Räume hergerichtet werden. Hier wie im alten Gebäude sorgt die veraltete Heizungsanlage – sie versorgt beide Häuser – immer wieder für Probleme.

Dicke Jacken, dazu noch warne Decken von zu Hause: In den Räumen des Jugendzentrums (Juz) "Chill out" in der alten Schule in Jägersburg ist es in letzter Zeit ziemlich ungemütlich. Davon berichtet dessen Vorsitzender Patrick Linn. "Das macht keinen Spaß", sagt er. Grund für die frostigen Temperaturen sei die stark veraltete Heizung. Die sei schon seit Jahren ein Problem, falle grundsätzlich aus. Nun hat sich das Team des "Chill out" entschlossen, das Juz bis auf Weiteres zu schließen, den ehrenamtlichen Betrieb dort einzustellen. "Wir mussten die Notbremse ziehen", sagt Linn. Beschlossen worden sei dies auf einer Krisensitzung am Sonntag (wir berichteten). Ärger um kalte Räume gab es im Juz schon häufig. Bislang sei die Heizung nach einem Anruf immer nach ein bis zwei Wochen repariert worden, woraufhin sie dann wieder einige Zeit am Stück funktioniert habe, berichtet er. Nun sei es aber bereits seit eineinhalb Monaten kalt, weil die Heizung wieder einmal nicht funktioniere. "Wir haben schon mehrmals angerufen und auch mit dem Oberbürgermeister geredet", so Linn. Es sei versprochen worden, dass man sich darum kümmere, fügt er hinzu.

Bei der Stadt Homburg ist das Problem bekannt. Die Heizungsanlage, sagte Pressesprecher Jürgen Kruthoff gestern, falle bis zu acht Mal am Tag aus. Sie sei tatsächlich leider sehr veraltet. Untergebracht ist die Anlage im Gebäude neben der alten Schule, der neueren Jägersburger Schule. Grund für die Ausfälle sei eine Störungsmeldung. Da aber "unsere Leute ohnehin im Gebäude arbeiten, nehmen sie diese Meldung wieder raus", so Kruthoff. Zu den normalem Arbeitszeiten, also bis 16 Uhr, seien immer zwei Leute vor Ort. Diese könne man auf kurzem Wege ansprechen. Offenbar laufe die Kommunikation aneinander vorbei, so Kruthoff - einfach wegen der unterschiedlichen Arbeits- und Öffnungszeiten. Normalerweise sei im Juz täglich ab 16 Uhr jemand da, informiert Linn. Geschlossen werde je nach Betrieb. Die Fehlerquote der Heizung sei so hoch, dass sie wohl oft schon nicht mehr funktioniere, wenn die Jugendlichen kommen, vermutet Kruthoff.

Neben dem aktuellen akuten Ärger ist die Geschichte um die Heizung und die Räume des Juz aber schon eine längere.

Es sei dem Juz bereits seit 2007 versprochen worden, dass es umziehen werde, sagt Linn. Damit sei auch immer begründet worden, warum nicht mehr investiert werde. Passiert sei bislang noch nichts.

Hier scheint sich nun aber doch etwas zu bewegen. Die Heizungsanlage werde erneuert, betont Kruthoff. Zwei neue Kessel seien schon bestellt, sie sollen in den nächsten Wochen geliefert und eingebaut werden. Und er verweist darauf, dass im Sommer tatsächlich der seit Jahren vorhergesagte Umzug bevorstehe. Die Ausschreibung für die Arbeiten am neueren Gebäude solle noch in diesem Monat erfolgen. Die Stadt wolle sich von dem alten Gebäude trennen. Die Räume im anderen Haus sollen im Sommer hergerichtet sein. Der Umzug der Arbeiterwohlfahrt , die ebenfalls noch im alten Schulgebäude ansässig ist, sei bereits vorbereitet, so Kruthoff. Das Juz soll folgen.

So lange werden sich die Besucher des Juz "Chill out", insgesamt gebe es einen festen Stamm von 20 Personen, wohl nicht warten müssen. Sobald die Temperaturen draußen wieder angenehmer würden, könne man es auch drinnen wieder aushalten, dann wolle man erneut öffnen, kündigt Linn an.