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Jonas Stark spielte in der Musikschule Homburg

Musikschule Homburg : Nachwuchspianist steigt in die Spitzenklasse auf

Der 23-jährige Jonas Stark gab in der städtischen Musikschule Homburg ein bemerkenswertes Konzert.

Tja, und dann war er weg. Was macht man, wenn die Zeit drängt und der Künstler den in der Pause ausgemachten Foto- und Gesprächstermin vergisst, also nach dem Konzert einfach nicht mehr auffindbar ist? Dann muss man sich eben auf das beschränken, was der junge Mann musikalisch zu bieten hatte, und außerdem auf die gewünschte Nahaufnahme verzichten.

Pianistisch ist Jonas Stark dabei, in die Spitzenklasse aufzusteigen: Nächsten Monat wird er ein Studium in der Soloklasse von Igor Levit und Roland Krüger in Hannover beginnen. Bei seinem Konzert in der Musikschule Homburg arbeitete er sich an den Soloklavierstücken von Franz Schubert, dem Frühromantiker, ab. Das nötigte von der gezeigten Virtuosität her allen Respekt ab – doch abwechslungsreich konnten höchstens eingefleischte Schubert-Fans das zweistündige Programm finden. Natürlich, innerhalb der Werke, wie etwa der Sonate in G-Dur 894, erklangen liebliche und dann wieder dramatisch anschwellende Passagen, abrupte Wechsel von Dur nach Moll, der romantische Aufruhr, das ewige Spiel des drohenden Dominantseptakkords samt seines schrägen Tritonus in die Auflösung des strahlenden Durdreiklangs. Das alles gibt’s bei Schubert ja in Hülle und Fülle. Aber es hätte gerne auch mal eine Komposition außerhalb dieses kleinen Kosmos’ sein dürfen.

40 Zuhörer kamen zu dem Konzert, zu dem der Vorstand des Fördervereins „Freunde des Homburger Sinfonieorchesters“ eingeladen hatte. 131 Mitglieder besitzt dieser und dessen Vorsitzender, Hans H. Maurer, übernahm die Begrüßung der Gäste. „Homburg kann sich glücklich schätzen, so ein Sinfonieorchester zu haben“, damit stellte er die Wichtigkeit dieses Klangkörpers heraus, der ja neulich ein umjubeltes Open-Air-Konzert gegeben hatte. Dementsprechend bat er um Spenden – das Klavierkonzert fand bei freiem Eintritt statt.

Auch Bürgermeister Michael Forster (CDU) war gekommen und hielt eine kurze Ansprache. „Heute ist ein schöner Tag für Homburg, wenn ein Konzert in dieser Form nach langer Abstinenz wieder stattfinden kann“, meinte er und bedankte sich für die Anregung von Musikschulen-Chefin Carola Ulrich, die gesagt habe, dass man einen Startpunkt setzen müsse. Da eignete sich doch das „besondere Konzert“ des Fördervereins gut. Stark hatte den Nachwuchsförderpreis des Vereins gewonnen, denn dieser unterstützt neben dem Orchester auch junge Musiker.

„Als Zwölfjährigen haben wir Jonas Stark zum ersten Mal gefördert“, erinnerte sich Bernadette Wolfart, Schriftführerin des Vereins, seine damalige Lehrerin Jelena Semenenko war auch zum Konzert gekommen und bekam am Ende eine herzliche Umarmung vom 23-Jährigen. Dieser stammt übrigens aus Losheim am See und studierte an der Musikhochschule Saar in der Landeshauptstadt bei Thomas Duis und an der Londoner Royal Academy of Music. Jetzt geht es wie schon erwähnt weiter nach Hannover zum Feinschliff des Juwels. „Das ist ein Ritterschlag, der viele andere Worte unnötig macht“, konstatierte Maurer, der kaum zu hoffen wagte, „dass Stark noch mal nach Homburg ‚herabsteigt‘“.