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Johanneum bekommt sechs fünfte Klassen

Johanneum bekommt sechs fünfte Klassen

Bei den Anmeldungen der künftigen Fünftklässler hält sich das Saarpfalz-Gymnasium mit 99 neuen Schülern stabil. Das Johanneum legt mit 149 deutlich zu, während das Mannlich-Gymnasium mit 56 Neu-Schülern erneut einen Verlust verzeichnet.

Die vergangenen Wochen waren für Viertklässler spannend, schließlich werden sie ab Spätsommer in anderen Klassenzimmern sitzen. Die Zeit der Infotage ist vorbei, das Abwägen auch und das Warten der weiterführenden Schulen, denn sie wissen ebenfalls erst jetzt, wie viele Neu-Schüler sie haben werden. Am Dienstag lief die Frist für die Anmeldungen aus. Für Homburg steht bei den Gymnasien fest: Mehr als 300 Kinder werden hier neu lernen - die Zahlen zu anderen weiterführenden Schulen folgen in einem gesonderten Bericht.

Und noch etwas ist deutlich: Das Johanneum liegt mit Abstand bei den Gymnasien vorne. 149 neue Fünftklässler werden hier nach den Sommerferien beginnen. Sechs neue fünfte Klassen werden gebildet, im Moment sind es vier, informiert Schulleiter Helmut Seiwert. Er freut sich riesig über den Zuspruch, und dass die gute Arbeit am Johanneum auch von den Eltern so gesehen werde. "Das Gesamtpaket macht's", lautete gestern seine Erklärung für den Anstieg. In dieses Paket rechnet er etwa die Sprachenfolge mit Latein/Französisch und der bilingualen Französischmöglichkeit, die "sehr gute Nachmittagsbetreuung", das Angebot an Arbeitsgemeinschaften und die Jugendgruppen. "Die Kolleginnen und Kollegen, auch die Schüler" präsentierten das Johanneum gerne und gut an Infotagen und bei anderen Gelegenheiten. Wie sieht es mit dem Platz aus bei so vielen Schülern? "Auch räumlich kriegen wir das hin", ist er sich sicher.

Das Saarpfalz-Gymnasium zeigt sich, was die Anmeldungen zur neuen Klassenstufe fünf angeht, stabil: 99 Neu-Schüler gibt es nach den Sommerferien, nach 95 im Vorjahr. Er sei, sagt Schulleiter Jürgen Mathieu, mit den Zahlen sehr zufrieden, vier kleine bis mittelgroße Fünfer-Klassen werde es geben. Die Konzepte seien gut bei den Eltern angekommen. Warum das so ist, könne er nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Er sieht den Erfolg begründet in vielen Dingen: Französisch als erster Fremdsprache, dem Informatikzweig, der einen sehr guten Ruf habe, die neuen Akzente im sportlichen Bereich mit der Leistungsförderung im Fußball und die neuen musischen Angebote. Zudem sei das pädagogische Konzept anerkannt, die Nachmittagsbetreuung sehr gut aufgestellt. Diese werde mit derzeit 125 bis 135 Schülern stark nachgefragt; die Kinder gut versorgt zu wissen, sei ein wichtiges Argument für die Eltern. Die Vierzügigkeit sei für die Schule auch beim Raumangebot gut zu stemmen, zumal man einen Neubau bekomme, der der Nachmittagsbetreuung diene.

Wolfram Peters, Schulleiter des Mannlich-Gymnasiums, kommentiert die Zahl der Neuanmeldungen an seiner Schule mit "schade". Es sei aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Das Gymnasium muss erneut einen deutlichen Rückgang verkraften: Nach 80 im Vorjahr, sind es diesmal 56 Kinder, die nach den Sommerferien hier neu lernen möchten. Peters hofft darauf, dennoch drei Fünfer-Klassen bilden zu können - es seien einige Kinder auf der Warteliste, die man sich jeweils als Einzelfall anschauen müsse. Warum sich vergleichsweise wenige für das Mannlich-Gymnasium entschieden haben? Da sei zum einen die Baustelle, die Bedenken wegen des Lärms. "Aber das ist weniger schlimm als es sich in den Befürchtungen darstellt."

Hauptgrund ist für ihn ein anderer: In der Öffentlichkeit werde gehandelt, dass das Gymnasium in der Hauptsache eine Schule für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sei. Das sei nicht wahr. Er bedauere es sehr, dass die Leute, die das verbreiten, sich weigerten, überhaupt vorbei zukommen. Der normale Unterricht sei kaum beeinträchtig davon, dass "wir syrische Schüler aufgenommen haben". Es gebe Erfolge zu vermelden, zum Ende des Schuljahrs könnten etwa 30 voll in den normalen Schulbetrieb integriert werden. Er finde es schlimm, dass "wir für eine gesellschaftlich so wichtige Arbeit so wenige Anerkennung finden".

In Zukunft soll nun mehr in den Vordergrund gestellt werden, "dass wir hier gute Arbeit leisten und tolle Sachen im Bildungsbereich anbieten". Die Schule habe etwa einen Bundespreisträger bei Jugend forscht und es gebe die Querdenkertage.