Eigentlich spielt er vor größerem Publikum Große Musiker spielten auf kleiner Bühne

Homburg · Jeffrey Halford &The Healers aus den USA sind eigentlich größere Bühnen gewohnt. Trotzdem machen sie bei jeder Tour auch in Homburg Station.

Jeffrey Halford (Mitte) begeisterte einmal mehr das Publikum in Mandy’s Lounge. Rechts der Schlagzeug spielende Keyboarder Adam Rossi.

Jeffrey Halford (Mitte) begeisterte einmal mehr das Publikum in Mandy’s Lounge. Rechts der Schlagzeug spielende Keyboarder Adam Rossi.

Foto: Sebastian Dingler

Er spiele meistens vor größerem Publikum, sagte der US-Amerikaner Jeffrey Halford im Pausengespräch. Trotzdem komme er immer wieder gerne hierher, in die relativ kleine Musikkneipe Mandy’s Lounge. Einfach, weil er das Publikum und das Wirtsehepaar so schätze. Auf jeder Tour macht der Gitarrist und Sänger also einen Abstecher nach Homburg und bringt dabei seine Band The Healers mit. Die besteht zwar nur aus Mike Anderson (Bass) und Adam Rossi – letzterer bringt aber das Kunststück fertig, gleichzeitig Keyboard und Schlagzeug zu spielen. Das macht er, indem Füße und die linke Hand die Trommeln bedienen, während die rechte Hand Akkorde oder Soli in die Tasten drückt.

Ursprünglich Drummer, schaffte er sich die Beherrschung der Tasten zusätzlich drauf. „Ein Keyboard ist für mich einfach nur ein weiteres Percussion-Instrument“, meinte Rossi. Beide Instrumente bediente er vollkommen adäquat – mit geschlossenen Augen wäre da niemand auf die Idee gekommen, dass beides von einer Person kommt.

Die Reduktion aufs Wesentliche ist auch ein Markenzeichen der Band. Es geht den Musikern nicht darum, möglichst viel in die Songs hineinzupacken. Aber das, was Jeffrey Halford & the Healers spielten, hatte Hand und Fuß, da saß jeder Ton. Stilistisch bewegte sich die Band überall dort, wo der Blues drin steckt – ob man das jetzt Rock, Country oder Folk nennen wollte. Der ehemalige Bassist der Rolling Stones, Bill Wyman, sei ein großer Fan der Band, erzählte Halford. Der Rockstar habe ihn am Telefon gefragt, ob er gerne seinen Song „Mississippi Flyer“ aufnehmen wolle. Das war natürlich eine Ehre für Halford. Als die Healers den Song spielten, wehte noch mal ein Hauch von Rolling Stones durch die Lounge. Vor Jahren war ja mal Mick Jaggers Bruder Chris hier.

Ansonsten hatte Halford eine Menge neue Stücke mit dabei. Schließlich habe der 60-jährige den Ehrgeiz, immer noch bessere Stücke zu schreiben. Am besten kamen aber wieder die Songs an, die das Publikum schon kannte: „Walk to the River“ mit dem eingängigen Refrain und „Elvis Shot the Television“, der Song über die schöne Anekdote, wie der King of Rock ’n’ Roll einst auf seinen Fernseher schoss. Schön war es auch, Halfords Spielfreude mitzuerleben. Der Mann mit dem Hut wackelte mit dem gesamten Oberkörper zu seinen gefühlvollen Soli. Rossi dagegen hatte einen starken Moment in einer Ballade, als er ein einfaches, aber sehr ausdrucksvolles Klaviersolo beisteuerte. „Hast du hier in Deutschland klassischen Unterricht genommen?“, frotzelte Halford hinterher. „Nein, ich habe keinen Wagner studiert“, gab der Keyboarder/Drummer zurück.

Die gut besetzte Lounge ließ das Trio erst nach zwei Zugaben von der Bühne. Nicht weiter überraschend, dass es viel Lob gab für den Auftritt. Wolfgang Ehrlich etwa sagte: „Es war sehr gut. Das sind Künstler. Man hat es ihnen im Gesicht angesehen, wie begeistert die sind, vor allem der Schlagzeuger/Keyboarder. Das war faszinierend. Und der Sänger hat eine Stimme, Wahnsinn!“

An einen Quentin Tarantino-Film fühlte sich Daniel Schlosser durch die Musik erinnert. Außerdem habe er gerade während einer USA-Reise viel ähnliche Livemusik erlebt, vor allem in Texas. Tom Traumer wiederum sagte: „Es war ein wunderschöner Abend. Die Band ist immer wieder eine Sensation für mich. Ich liebe die Musik, die haben so viel Soul und Blues. Ich komme jedes Jahr wieder zu denen.“

Und Blues-Sänger Bernard „Smitty“ Smith fasste es so zusammen: „Das waren supertolle und sehr nette Musiker. Alles war so, wie es bei Mandy sein soll.“