Stadtrat hat entschieden: Jägersburg soll Schmuckstück werden

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Der Ortsrat hatte sie schon lange angemahnt, jetzt werden sie umgesetzt: die Maßnahmen zur Verschönerung der Weiherlandschaft.

Der Schlossweiher, der Brückweiher, die Gustavsburg, der Möhlwoog – sie alle bilden zusammen das Naherholungsgebiet Jägersburg. Drumherum hat sich mit den Jahren einiges an Infrastruktur gebildet, vom Kletterpark über verschiedenste Gastronomie bis hin zu einem Hotel. Nun könnte man meinen, in Homburgs Schatzkästchen sei alles in bester Ordnung. Doch nicht zuletzt der Jägersburger Ortsrat hatte in den zurückliegenden Jahren immer wieder dringende Aufwertungen und Instandsetzungen angemahnt. Dabei ging es ganz vorneweg um die Parkplatzsituation und um den Zustand der Wege rund um die Weiher.

In der vergangenen Woche nun hat der Homburger Stadtrat ein millionenschweres „Konzept zur touristischen Inwertsetzung des Weiher-Ensembles“ auf den Weg gebracht. Mehr als 70 Seiten stark ist das Basis-Papier, das aufzeigt, was in den kommenden Jahren wo und wie gemacht werden soll. Aufgeschlüsselt sind die Maßnahmen in drei Phasen. In Phase 1 sollen die drängendsten Probleme angegangen werden – und solche, bei denen „keine gravierenden Konflikte mit Nutzern und Anliegern zu erwarten sind“, so die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage.

Konkret soll es um die Sanierung und den Ausbau von Fuß- und Radwegen gehen. Auch soll die Infrastruktur für den Radfahrverkehr und den ÖPNV verbessert werden. Genannt werden einige Standorte für Fahrradabstellanlagen. Auch sollen die Parkplätze ausgebaut werden – im Bereich Brückweiher (Kletterpark), Möhlwoog, Schlossweiher und gegenüber des Hotels. Ein Parkleitsystem soll dann dafür sorgen, unötiges Suchen nach Abstellplätzen und damit unötigen Verkehr im Bereich des Naherholungsgebietes zu vermeiden.

Weitere, angedachte Einzelmaßnahmen: Wohnmobilstellplatz, Neubau des Wasserspielplatzes, Umweltbildungsangebote, Erneuerung der Möbelierung, Sicherungsmaßnahmen an den Gewässerufern, Umgestaltung von Uferabschnitten zu „Erlebnisufern“, Neuanlage eines Wanderweges durch das Streuobstwiesengebiet. Eine erste Grobkostenschätzung für dieses Phase 1 beläuft sich auf 3,9 Milionen Euro. Phase 2, dort finden sich in den Planungen unter anderem ein Badebetrieb, die Sanierung des Brückweihers und der Neubau von Fußwegen, könnte dann, so eine erste ungefähre Schätzung, 5,6 Millionen Euro kosten.

Für Phase 3 sind dann noch einmal grob 2,1 Millionen Euro als erste Hausnummer veranschlagt, hier drehen sich die Planungen unter anderem um ein Gartenfestival, um Experimentiergärten und ein „Besucherzentrum Orangerie“. Was sich dahinter verbirgt, das liest sich im Konzept so: „Das Gelände der ehemaligen Gärtnerei und späteren Cafes ‚Orangerie‘ bietet sich aufgrund seiner zentralen Lage im Naherholungsgebiet und des durch die Gewächshäuser geprägten besonderen Charmes als Ort für ein Besucherzentrum an. In der Orangerie sind folgende Angebote denkbar: zusätzliche Gastronomie, kleiner Shop mit Souvenirs, Gartenartikeln und Pflanzen, öffentliche Toiletten und Ticketverkauf für Gartenfestival.

Was angesichts des Konzepts klar wird: Dessen Umsetzung, auch nur in Teilen, wird lange dauern und viel Geld kosten. Hier sieht die Stadtverwaltung allerdings gute Chancen, entsprechende Fördertöpfe anzuzapfen: „Die im Konzept entwickelten Zielsetzungen und Maßnahmen lassen sich schwerpunktmäßig den Themenkomplexen Dorfentwicklung, Tourismusförderung, Gewässerentwicklung und Naturschutz zuordnen. Demnach kommen für die Maßnahmen diverse Förderprogramme in Frage.“

Auf diese Drittmittel-Förderung wies auch der Homburger Stadtrat bei seinem einstimmigen „Ja“ zum Konzept hin. Was in der Sitzung auch klar wurde: Was tatsächlich zuerst und unabhängig vom „Fahrplan“ des Konzepts im Sinne einer Priorisierung der einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden soll, das soll konkret mit den Akteuren vor Ort, so dem Ortsrat, entschieden werden.