Jägersburg fasst Schule ins Auge

Bisher gibt es in Jägersburg noch keine Wohnungen für Flüchtlinge. Das liege daran, dass sich noch nichts Geeignetes gefunden habe, hieß es in der jüngsten Ortsratssitzung. Nun richtet sich das Augenmerk auf die alte Schule. Ob sie infrage kommt, werde nun geprüft.

Mit der aktuellen Situation zum Thema Flüchtlinge befasste sich der Ortsrat Jägersburg in seiner jüngsten Sitzung. Claudia Ohliger vom Amt Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Homburg informierte die Ortsratsmitglieder zu Beginn der Sitzung im Versammlungsraum der Gustavsburg über den derzeitigen Stand der Verteilung der Flüchtlinge in Homburg und in verschiedenen Stadtteilen. Bis zum 31. Oktober seien 332 Personen angekommen, bis Ende Dezember kämen weitere 320 Personen hinzu.

"Die Vorlaufzeit von der Meldung aus Lebach bis zur Ankunft der Personen in Homburg wird immer kürzer", teilte Ohliger mit. "Für 2016 sind nach derzeitigem Stand 2100 Personen avisiert". Angesichts der hohen Anzahl an zugeteilten Flüchtlingen sei es nicht möglich, alle Personen direkt in Wohnungen unterzubringen. Aktuell sind es in Bruchhof zwei Wohnungen mit zwölf Personen, in Beeden sieben Wohnungen mit 36 Personen, im größten Stadtteil Erbach 33 Wohnungen mit insgesamt 166 Asylbewerbern, in Einöd vier Wohnungen mit 22 Personen, in Homburg-Mitte acht Wohnungen mit 69 Personen, in Schwarzenbach vier Wohnungen mit 16 Flüchtlingen sowie - ganz aktuell - in Kirrberg zwei Wohnungen mit sechs Personen, so Ohliger.

Die Errichtung des 1000 Quadratmeter großen Zeltes auf dem Gelände des ehemaligen Freibades für maximal 220 Flüchtlinge sei "eine Zwischenlösung", betonte Ohliger. Die Stadt sei immer noch auf der Suche nach weiteren Wohnungen im Stadtgebiet, um am grundsätzlichen Konzept einer dezentralen Unterbringung festzuhalten. Philip Vollmar (CDU ), wollte wissen, warum es in Jägersburg noch keine Wohnungen für Flüchtlinge gebe. "Wir haben hier noch nichts Geeignetes gefunden", lautete die Antwort von Claudia Ohliger. Ortsvorsteher Jürgen Schäfer (SPD ) brachte das leer stehende, alte Schulgebäude in Jägersburg ins Gespräch. "Bevor man das Gebäude platt macht, sollte man es lieber sanieren und dort Flüchtlinge unterbringen". Baumamtsleiter Michael Banowitz wies auf die baurechtlichen Unterschiede zwischen Wohnungen und Notunterkünften hin. Ob die alte Jägersburger Schule für die Unterbringung von Flüchtlingen infrage komme, werde derzeit geprüft, teilte Banowitz dem Ortsrat mit.

Einstimmig sprachen sich die Ortsratsmitglieder für die Erneuerung des Schildes am Fußgängerüberweg in Höhe Saarpfalz-Straße 55 aus. Kritisiert wurde von Philip Vollmar der derzeit durch Laub, Glas und sonstigen Unrat nicht gerade einladende Zustand des Schulhofes sowie der Bereich an der Turnhalle. "Die Kehrmaschine ist im Einsatz", betonte Ortsvorsteher Schäfer mit Blick auf das durch die Jahreszeit bedingte Abfallen des Laubes. Abhilfe forderte der Ortsrat auch für den Fußweg zwischen Muhl und Eichelscheider Straße, der sich in einem extrem schlechten Zustand befindet.