Fest der Pflege in Homburg Fest der Pflege auf dem Marktplatz

Homburg · Das Universitätsklinikum und die Saarbrücker Winterberg-Kliniken präsentierten am Samstag in Homburg ihren erfolgreichen Weg gegen den Fachkräfte-Mangel.

 Die mexikanischen Pflegekräfte Esther Garcia Vasquez, Arizandi Adriana Alvarez Sanchez, Erely Tereza Hernandez Martinez, Abigail Apolonia Aguilar Perez und Arely Vasquez Mora sorgten als Teil der Theatergruppe „SOFAntastisch“ der Theaterpädagogin Cecilia Paladines (von links) für einen Teil des bunten Bühnenprogramms.

Die mexikanischen Pflegekräfte Esther Garcia Vasquez, Arizandi Adriana Alvarez Sanchez, Erely Tereza Hernandez Martinez, Abigail Apolonia Aguilar Perez und Arely Vasquez Mora sorgten als Teil der Theatergruppe „SOFAntastisch“ der Theaterpädagogin Cecilia Paladines (von links) für einen Teil des bunten Bühnenprogramms.

Foto: Thorsten Wolf

„Viel, viel träumen hat mich nach Deutschland gebracht. Viele Mexikaner träumen davon, in Deutschland zu leben.“ Die das am Samstag im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, lebt seit rund acht Monaten im Saarland: Esther Garcia Vasquez ist eine der mexikanischen Pflegefachkräfte, die am Winterberg-Klinikum in Saarbrücken und am Universitätsklinikum (UKS) in Homburg Arbeit und Perspektive fern der Heimat gefunden haben. „Mexiko ist mein Land, ich liebe mein Land. Aber leider ist dort die Situation für Pflegefachkräfte nicht so gut.“ Nun, nach acht Monaten in Deutschland und im Saarland, ist ihr erstes Fazit ein gutes, „ich arbeite hier sehr gerne.“

So wie Esther Garcia Vasquez sehen es auch ihre Kolleginnen Arizandi Adriana Alvarez Sanchez, Erely Teresa Hernandez Martinez, Abigail Apolonia Aguilar Perez und Areli Vasquez Mora – alle zusammen als Pflegefachkräfte am Winterberg-Klinikum tätig. Ihre Arbeit dort ist ein Grund, warum die fünf mit vielen anderen Mexikanerinnen und Mexikanern am vergangenen Samstag am ersten Internationalen Fest der Pflege im Saarland unter der Motto „Pflege kennt keine Grenzen“ in Homburg teilnehmen. Ein anderer ist ihr durchaus besonderer Weg, die deutsche Sprache zu erlernen. Alle zusammen sind Teil des Theaterprojektes „SOFAntastisch“ der Theaterpädagogin Cecilia Paladines. Unter dem Motto „Deutsch lernen durch Theater“ vermittelt die Ecuadorianerin auf kreativem Weg Kenntnisse der deutschen Sprache. Mit der Performance „Mi casita – Meine Heimat“ sind alle zusammen am Samstag mit dabei beim Bühnenprogramm des Festes auf dem historischen Marktplatz.

Mit der Stadt Homburg als Partner und gemeinsam ausgerichtet vom Saarbrücker Winterberg-Klinikum und dem Homburger Universitätsklinikum als Teil des Programms „Konzertierte Aktion Pflege Saar“ des Saar-Gesundheitsministeriums steht das Informieren und Werben für den Pflegeberuf im Mittelpunkt des Tages. Was da geboten wird, ganz gleich ob mit Infoständen, Mitmachangeboten oder dem multikulturellen Bühnenprogramm, hat einen ernsten Hintergrund: den Fachkräftemangel in der Pflege. Dem will man entgegentreten, auch mit einem Gang direkt auf die Menschen zu – wie am Samstag.

„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Fest nicht in den eigenen vier Wänden zu feiern“, erläutert es Dr. Christian Braun, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Winterberg-Klinikums, der zusammen mit Christian Müller, zuständig für das Personal am UKS, die Veranstaltung eröffnet. „Wertschätzung der Pflege hat auch etwas mit Wahrnehmung zu tun. Und Wahrnehmung erreicht man dann, wenn man zu den Menschen geht, sie mitnimmt, informiert und begeistert. Deswegen stehen wir heute hier im Herzen von Homburg.“

Da stehen Müller und Braun am Samstag natürlich nicht alleine. Im vom Journalisten Paul Langer moderierten Programm haben auch Saar-Gesundheitsminister Magnus Jung, Homburgs Bürgermeister Michael Forster und die mexikanische Generalkonsulin Cecilia Villanueva die Möglichkeit, auf die Herausforderungen bei der Gewinnung von Pflegefachkräften hinzuweisen und das Anwerben von ausländischen Mitarbeitern da durchaus als Erfolgsgeschichte zu beschreiben.

„Mit diesem Internationalen Fest der Pflege zeigen wir in Homburg, wie vielfältig wir sind. Und ich freue mich sehr, dass mit ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Angebot der Pflege in Homburg ergänzt wird. Das ist für uns ein wichtiger Teil der Fachkräftegewinnung“, ist sich Forster sicher. Wie wichtig dieser Baustein ist, das beschreibt Minister Magnus Jung in Zahlen. So wolle man bis zum Jahr 2030 immerhin „4000 Menschen mehr in der Pflege haben“. Die werde man angesichts der demografischen Entwicklung benötigen. Hier sei es ein Schritt, auch Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben.

 Homburgs Bürgermeister Michael Forster und der hauptamtliche Beigeordnete Manfred Rippel im Gespräch mit der mexikanischen Generalkonsulin Cecilia Villanueva (von links).

Homburgs Bürgermeister Michael Forster und der hauptamtliche Beigeordnete Manfred Rippel im Gespräch mit der mexikanischen Generalkonsulin Cecilia Villanueva (von links).

Foto: Thorsten Wolf
 Pflegeschülerin Alessia Cirino (links) vermittelte im Rahmen des Festes der Pflege Besuchern Grundkenntnisse in der Herzdruckmassage.

Pflegeschülerin Alessia Cirino (links) vermittelte im Rahmen des Festes der Pflege Besuchern Grundkenntnisse in der Herzdruckmassage.

Foto: Thorsten Wolf

Dazu passt dann auch, dass Bürgermeister Michael Forster am Samstag 15 weitere Pflegefachkräfte aus Indien und eine aus Jordanien offiziell in Homburg begrüßen konnte. Pflege soll eben keine Grenzen kennen.

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