Interaktive Schnittstellen

Homburg. Seit vergangenen Montagabend präsentieren 26 Homburger Künstlerinnen und Künstler anlässlich der traditionellen Jahresausstellung in der Galerie des Kulturzentrums Saalbau eine Auswahl ihrer Arbeiten. Die Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksformen ist dabei außergewöhnlich groß

Homburg. Seit vergangenen Montagabend präsentieren 26 Homburger Künstlerinnen und Künstler anlässlich der traditionellen Jahresausstellung in der Galerie des Kulturzentrums Saalbau eine Auswahl ihrer Arbeiten. Die Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksformen ist dabei außergewöhnlich groß. Neben klassischer Malerei, Fotografie, Objektkunst und Installationen ist zum ersten Mal auch Videokunst Teil der Werkschau. Das Leitthema der Jahresausstellung, "Schnittstellen", ist dabei mit Bedacht gewählt, lässt es doch vieldeutige Interpretationen der Interaktion zwischen Kunst, Künstler und Betrachter zu. Homburgs Bürgermeister Klaus Roth, der die Ausstellung offiziell eröffnete, griff die verbale Fassung der Schau auf und lieferte eine mögliche Lesart. "Wie sie wissen, komme ich aus dem Bereich der elektronischen Datenverarbeitung. Dort gibt es für die Beschreibung der Schnittstelle das Wort Interface. Ein solches Interface beschreibt den Zustand an einer Schnittstelle eines Mediums. Ich denke, das gibt uns einen guten Hinweis auf das, was wir heute hier erwarten können. Wir, die Besucher, können mit der Kunst, mit den Kunstwerken, mit den Künstlern über diese Schnittstelle des Objektes, das wir sehen, in Kontakt treten." Auch die Kunsthistorikerin Françoise Mathis-Sandmaier griff in ihrer Einführung zur Jahresausstellung den Begriff der Schnittstelle auf. "Im Frühjahr dieses Jahres gab vor allem die Finanz- und Wirtschaftskrise das Motto Schnittstelle vor und zeigte den Künstlern die Marschrichtung." Mathis-Sandmaier war sich sicher: "Zum Staunen und Bestaunen laden sie diese besonderen Homburger Schnittstellen allemal ein." Die Kunsthistorikerin erläuterte im Anschluss an ihre grundsätzliche inhaltliche Einordnung der Ausstellung dann die Arbeiten im Einzelnen und gab den Werken auch einen Kontext mit Blick auf das Ganze. Gerade dieses Ganze der Werkschau präsentiert sich als facettenreiches Spiel mit Farben, Formen und künstlerischen Ansätzen. Präsentiert der Homburger Maler Heinz Ginkel abstrakt farbenfroh ein Werk seiner Serie Esterel, so hat der Multisprachkünstler Peter Köcher in der für ihn typischen Manier den Raum für sich und seine Arbeit "Kunst lebt von Veränderung" erobert. Die Kaligrafin Katharina Pieper liefert mit ihren "Texturen des Herzens" eine emotionale Schnittstelle, der Maler Max Gert Grand-Montagne eine minimalistisch-grafische. Den zeit- und sozialkritischen Ansatz des Themas "Schnittstellen" griff die Theatergruppe der Kunstschule Artefix gekonnt mit ihrer Performance zur Vernissage auf. "Die Ausstellung ist auch ein Zeichen für die künstlerische Potenz, die in Homburg vorhanden ist."Bürgermeister Klaus Roth

Auf einen BlickDie ausstellenden Künstler: Artur Bozem, Albert Fürst, Brunhilde Gierend, Heinz Ginkel, Klaus Glutting, Max G. Grand-Montagne, Ramona Hewer, Brigitte Hüttermann, Peter Köcher, Janine Kortz-Waintrop, Willi Krebs, Ingrid Lebong, Madeleine Mangold, Evi Möchel, Birgit Oberlinger, Katharina Pieper, Johannes Rebmann, Monika Schrickel, Anne Seibold, Erwin Steitz, Christel Traut, Jürgen Trösch, Karl-Heinz Wachs, Norbert Weber, Pia Welsch, J.N.R. Wiedemann. Die Öffnungszeiten der Galerie im Saalbau: Mittwoch bis Freitag von elf bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Sonderveranstaltung "Apéritif mit Kunst-Häppchen" am Freitag, 16. Oktober, um 18 Uhr. thw