Ins Loch statt ins Tor

Dass Stefan Kuntz, Fußball-Europameister von 1996, einmal bei einer Eröffnung einen Ball durch ein Tor aus Bierkästen schießen muss, klingt außergewöhnlich, hat aber Sinn und machte ihm Spaß: In Websweiler ist eine neue Fußballgolf-Anlage eingeweiht worden.

,,Fußballgolf erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Golf und Fußball als Zusammenspiel passt einfach zusammen", erklärt Jochen Möller, Geschäftsführer des GC Homburg-Websweilerhof. Daher habe man sich entschlossen, als erster Golfclub im Saarland eine solche Fußballgolfanlage mit 18 Bahnen zu bauen (wir berichteten).

Das Prinzip von Fußballgolf ist vergleichbar mit der Sportart Minigolf. Auf 18 Bahnen mit einer Länge von 34 bis 172 Metern gilt es, mit einem Fußball Hindernisse zu überspielen, um dann die Lederkugel am Ende möglichst mit wenigen Schüssen einzulochen. Zur Einweihung der neuen Fußballgolf-Anlage lud der Golfclub Homburg-Websweilerhof gleich zwei prominente Fußballer ein. Horst Eckel , Mitglied der Deutschen Weltmeisterelf von 1954, und Stefan Kuntz , Europameister von 1996 und heutiger Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern , hatte die Ehre, die ersten Schüsse auf der ersten Bahn abgeben zu dürfen. Auf der Bahn eins gilt es den Ball durch ein von Bierkästen umrahmte Öffnung

zu schießen, um dann mit möglichst dem dritten Schuss zum ,,Paar drei" einzulochen. Wie beim Golf gibt es für jede Bahn beim Fußballgolf eine bestimmte Vorgabe von Schüssen, mit denen eingelocht werden soll. Auf der Fußballgolfanlage des GC Homburg-Websweilerhof liegen diese zwischen drei und fünf. Insgesamt gilt die Vorgabe: 72 Schüsse für alle 18 Bahnen. Auch für die Ex-Fußballprofis Eckel und Kuntz war es anschließend auf den von ihnen bespielten neun Bahnen nicht immer einfach, den Ball wunschgemäß einzulochen. Stefan Kuntz spielte zum ersten Mal auf einer solchen Anlage Fußballgolf. ,,Alles, was mit Fußball zu tun hat, macht mir Spaß. Auch Fußballgolf. Vielleicht werden dann Golfer zu Fußballern oder auch umgekehrt", erklärt Kuntz. Fußballgolf sei jedenfalls eine tolle Symbiose von zwei Sportarten, die vollkommen unterschiedlich seien. Auch Horst Eckel fand diese Sportart interessant. ,,Fußball und Golf als gemeinsame Sportart, das ist schon in Ordnung und gefällt mir", sagt der Weltmeister von 1954.

Aber nicht nur die Fußballgolfanlage stand im Blickpunkt beim Golfclub Homburg/Websweilerhof , sondern auch die Feierlichkeiten des Clubs rund um sein 25-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Jochen Möller ging auf die Anfänge des Clubs 1990 ein. Nach der Gründungsversammlung am 8. November 1990 konnte mit dem Bau der Golfanlage noch nicht gleich begonnen werden. ,,Die ersten Wochen und Monate waren für uns schwierig, galt es, die Rechtsunsicherheit zu überwinden, ob überhaupt im angrenzenden Gelände des Eichelscheider Hofs auch ein Golfplatz gebaut werden durfte", blickt Möller zurück. Am 20. April 1991 fand das ,,Pre-Opening" auf dem Gelände der jetzigen Driving statt. Im Mai 1991 wurde mit dem Bau der Bahnen begonnen. Ein Jahr später fand das erste Turnier in der Nacht auf den 1. Mai 1992 statt. Neun Löcher hatte die Anlage 1992, die im Juni 1992 mit den ,,Saar-Lor-Lux Golf Open" offiziell eröffnet wurde.

Bis September 1994 hatte sich einiges getan, so Möller, der am 15. September 1994 als Geschäftsführer des Golfclubs Homburg/Websweilerhof vorgestellt wurde. Inzwischen hatte die Anlage 18 Löcher. In den darauf folgenden Jahren wurden zudem Gebäude für Restaurant, Verwaltung und Golfclub, Umkleidekabinen und ein Golf-Shop errichtet. Heute kann auf 27 Bahnen Golf gespielt werden. Auch Fußballgolf auf der 18-Bahn-Anlage gehört nun zu den Angeboten des Golfclubs Homburg/Websweilerhof .

Zum Thema:

HintergrundAnlässlich des 25-jährigen Bestehens des GC Homburg/Websweilerhof wurde nicht nur Fußballgolf gespielt, sondern es fand auch ein Golfturnier mit Vereinsmitgliedern statt. Bei der Handicapwertung (HCP) bis 16,0 setzte sich Jörg Böhmer durch. Sieger beim HCP 16,1 siegte Arwed Köllner. Die Wertung Netto HCP bis 23,3 ging an Sieger Thomas Kubera. Christel Ringling entschied die Wertung Netto HCP ab 23,4 für sich. Die Bruttowertung für die Bahnen eins bis neun ging an Philipp Bach. Die Brutto-Entscheidung für die Bahnen 10 bis 18 sicherte sich Uwe Löhfelm. ha