In Sekunden hellwach

Homburg. "Während andere zu Bett gehen, muss es einfach jemanden geben, der sich um Menschen kümmert, die in einer Notlage sind und Hilfe brauchen." Es ist Mitternacht und der, der diese recht nüchterne Einschätzung abgibt, ist Timo Scholtka, hauptamtlicher Rettungsassistent, in dieser Nacht einer von insgesamt sechs dienstleistenden Mitarbeitern der Homburger Rettungswache

Homburg. "Während andere zu Bett gehen, muss es einfach jemanden geben, der sich um Menschen kümmert, die in einer Notlage sind und Hilfe brauchen." Es ist Mitternacht und der, der diese recht nüchterne Einschätzung abgibt, ist Timo Scholtka, hauptamtlicher Rettungsassistent, in dieser Nacht einer von insgesamt sechs dienstleistenden Mitarbeitern der Homburger Rettungswache. "Die Herausforderung für uns besteht darin, unter teilweise schwierigen Herausforderungen in den Nachtstunden den Menschen zur Seite zu stehen." Zwei Rettungswägen stehen auch in der Nacht bereit. Zusätzlich wartet eine Notarzteinsatzfahrzeug auf Einsätze, die am besten gar nicht kommen. "Jeder Rettungswagen ist im Regelfall mit einem Rettungsassistenten und einem Rettungssanitäter besetzt, auf dem Notarztwagen leisten ein Rettungsassistent und ein Arzt Dienst."Scholtka macht trotz der späten Stunde einen wachen und wachsamen Eindruck. "Wenn die Arbeit getan ist und Ruhe herrscht, dann nutzen wir die zeitlichen Freiräume, um uns in den Ruheräumen hinzulegen. Man schläft dann natürlich nicht so fest wie zuhause, es ist eher ein Wachschlaf. Und immer dann, wenn Hilfe gebraucht wird, werden wir nach einem rotierenden System alarmiert." Für den, der in der nächtlichen Arbeitsumgebung kein Auge zumachen kann, wird es auch mal arbeitsamer. Natürlich steht den Mitarbeitern der Rettungswache ein großzügiger Sozialraum zur Verfügung. Aber Fernsehschauen ist auch nicht immer spannend, so bleibt als Ausweichmöglichkeit gegen die nächtliche Unruhe die Arbeit. "Teilweise werden administrative Arbeiten erledigt, die über den Tag hinweg liegen geblieben sind. Oder es werden kleinere Arbeiten an den Fahrzeugen erledigt. Es werden Bestände überprüft und bei Bedarf aufgefüllt." Von sieben Uhr in der Früh geht eine 24-Stunden-Einsatzschicht, in der Nacht sind Kaffee und Zigaretten nicht selten die üblichen Begleiter.

Eine wesentliche Herausforderung in der Nachtschicht ist das schnelle Umschalten von Ruheperioden auf Einsatzbelastung. Scholtka: "Man muss dann einfach schnell die eigene Leistung abrufen können, muss hellwach sein. Das ist, so zeigen es Studien, für den Körper nicht ganz unbedenklich und eine enorme Belastung." Eine komplette 24-Stunden-Schicht zu bestreiten erfordert von Scholtka und seinen Kollegen natürlich auch Selbstdisziplin. "Am Abend zuvor sollte man sich ein Zeitlimit setzen und rechtzeitig zu Bett gehen. In den 24 Stunden vor Beginn der Schicht gilt zudem natürlich ein Alkoholverbot." > wird fortgesetzt

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