1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

In Homburg und im ganzen Kreis fährt man einheitlichen Kurs wegen Corona

Kostenpflichtiger Inhalt: Coranavirus : Das Aus für alle Veranstaltungen im Kreis

Saarpfalz-Kreis und die Kommunen handeln gemeinsam im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus’ und sagen bis Ende April alle kommunalen Veranstaltungen und solche in stadteigenen Räumen und Hallen ab, egal wie viele Menschen dazu erwartet würden.

In diesen Zeiten überschlagen sich die Ereignisse, und so war das Thema, welche Veranstaltungen werden denn nun noch abgesagt, am Freitagmorgen schon viel unwichtiger geworden. Denn die meisten Eltern waren mit der Frage konfrontiert, wie es in den nächsten Wochen angesichts der Schließung aller saarländischen Schulen und Kindergärten weitergehen soll. Am Morgen war zwar viel Verständnis für die Entscheidung der Landesregierung zu hören, doch auch Unsicherheit darüber, wie das zu stemmen sein soll. In vielen Schulen wurde über Notfallpläne gesprochen, auch darüber, wie Unterrichtsstoff vermittelt werden kann, auch wenn die Kinder nicht in den Klassenzimmern sitzen. Die Lage am Freitagmorgen: unübersichtlich, da offiziell noch keine Anweisungen eingetroffen waren, die aber dann nach und nach eintrafen. So lief der Betrieb in Kitas und Schulen wohl überwiegend normal – ein letztes Mal vor der langen Pause bis nach den Osterferien Ende April.

Am Freitag ging es dann aber auch weiter mit den Absagen von Veranstaltungen, darunter gleich richtig große Brocken. Das Bistum Speyer setzt bis zum 31. März alle Gottesdienste aus. Von Einschränkungen betroffen sind auch Krankensalbung, Erstkommunion und Beerdigungen.

Zudem entschied der Vorstand des saarländischen Fußballverbandes, dass ab sofort und bis mindestens 31. März kein Spielbetrieb mehr stattfindet. Dies gilt für alle Spiele bei Männern, Frauen und in allen Altersklassen der Jugend, die im Verantwortungsbereich des SFV liegen, Meisterschaftsspiele, Pokalspiele sowie Freundschaftsspiele.

Zudem wird die VHS Homburg ihren Betrieb vorerst einstellen.

Auch die Verwaltungsspitzen der sieben Kommunen des Saarpfalz-Kreises hatten sich am Donnerstagnachmittag mit Landrat Theophil Gallo getroffen, um bei verschiedenen Fragestellungen zum Umgang mit dem sich ausbreitenden Coronavirus gemeinsame Leitlinien zu finden. Mit am Tisch saßen auch Amtsärztin Dr. Sigrid Thomé-Granz, Fachbereichsleiterin Gesundheitsamt, und ihre Stellvertreterin Barbara Heck sowie weitere Mitglieder des Arbeitsstabes „Corona“ im Saarpfalz-Kreis. Wichtigstes Ergebnis der Runde: Grundsätzlich alle kommunalen Veranstaltungen, unabhängig von der Größe des möglichen Teilnehmerkreises, die bis Ende der Osterferien stattfinden sollen, werden abgesagt. Das gilt auch für Veranstaltungen, die bis dahin in kommunalen Räumen und Hallen ablaufen sollten. Dazu zählen in Homburg zum Beispiel der Saalbau, der Musikpark, die Musikschule. Das bedeutet also unter anderem auch das Aus für den Keramikmarkt, den April-Flohmarkt, für die bis Ende April geplanten Theaterstücke und das Meisterkonzert im Saalbau, es betrifft zudem die für Samstag geplante Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Bombardierung Homburgs – und das sind nur ausgewählte Beispiele.

Die Verwaltungsspitzen empfehlen zudem privaten Organisatoren eindringlich, dieser kommunalen Vorgehensweise zu folgen, heißt es weiter von der Kreisverwaltung. An die Vereine im Kreis wird appelliert, die Notwendigkeit von anstehenden Mitglieder- und Generalversammlungen zu hinterfragen und diese bei Möglichkeit zu verschieben.

Außerdem schließt die Stadt Homburg ab sofort Einrichtungen komplett: Dies sind nach Auskunft der Pressestelle die Musikschule, die Schlossberghöhlen, das Römermuseum, die Tourist-Info, die Kleiderkammer, Stadtarchiv und Stadtbibliothek sowie die Galerie im Saalbau.

Andere öffentliche Einrichtungen der Kommunen werden nicht grundsätzlich geschlossen, der Zutritt jedoch restriktiv und eingeschränkt gehandhabt. Im Bereich des Feuerwehrwesens haben sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, keine Übungen oder anderweitige Versammlungen stattfinden zu lassen, um die Funktionsfähigkeit der Feuerwehren in den Kommunen nicht unnötig zu gefährden, so der Kreis.

Abgesprochen wurde auch eine interkommunale Zusammenarbeit, sollte es zu Mitarbeiter-Engpässen durch Quarantänemaßnahmen beispielsweise im Bereich der Bauhöfe kommen.

Um die Handlungs- und Dienstleistungsfähigkeit der Verwaltungen zu gewährleisten, sollen Kreistagssitzungen sowie Stadtrats- und Gemeinderatssitzungen stattfinden. Turnus und Dauer dieser Zusammenkünfte werden der besonderen Lage angepasst. In diesem Zusammenhang seien auch die internen Betriebsabläufe und deren Sicherung ein Thema gewesen. Hier werden neue Öffnungszeiten, Zugangskontrollen von Kunden und Besuchern zukünftig eine Rolle spielen.

Abschließend einigten sich die Beteiligten darauf, über regelmäßig stattfindende Telefon- und Videokonferenzen im Dialog zu bleiben. Die technischen Voraussetzungen dafür würden derzeit installiert.

Landrat Theophil Gallo betont, dass es bei all diesen Maßnahmen primär darum gehe, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, im Idealfall sogar Infektionsketten zu unterbrechen, um die Ressourcen, auf die es im Erkrankungsfall ankomme, die Gesundheitsämter und vor allem die Krankenhäuser, zu schonen beziehungsweise ihnen Zeit zu verschaffen, noch notwendige Vorkehrungen zu treffen und ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten. Er bat alle Bürger ruhig und besonnen zu bleiben. > Siehe auch Seite C 2