In Homburg ist der Nikolausmarkt beendet, jetzt öffnet das Weihnachtsdorf

Kostenpflichtiger Inhalt: Adventszeit in Homburg : Spagat zwischen Tradition und Moderne

Zufrieden mit dem Verlauf des Nikolausmarktes zeigte sich Marktmeister Norbert Zimmer. Das liege zum einen daran, dass das Wetter weitgehend mitspielte. Zum anderen sei das moderne, aber doch weihnachtliche Bühnenprogramm gut angekommen.

Staffelstabwechsel in Sachen Vorweihnachtsspaß in Homburg: Am Sonntagabend, 8. Dezember, schloss der Nikolausmarkt auf dem historischen Marktplatz seine Tore. Am Nachmittag gingen dafür im Weihnachtsdorf auf dem Christian-Weber-Platz zum ersten Mal für dieses Jahr die Lichter an. Dort kann man nun noch bis zum 30. Dezember den Winter und die Adventszeit genießen – mit Eisbahn, Alm und Bühnenprogramm.

Die Messlatte für das Weihnachtsdorf liegt nun in den kommenden Wochen recht hoch, denn der 46. Nikolausmarkt bewies in seinen zehn Veranstaltungstagen, dass man gekonnt den Spagat schaffen kann zwischen Tradition und Moderne, zwischen Besinnlichkeit und Party. Norbert Zimmer, der zuständige Marktmeister vom Homburger Kulturamt, zeigte sich am Schlusswochenende sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Nikolausmarktes. „Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, in dem es an sechs der Veranstaltungstage leicht und an vier total geregnet hat, haben wir in diesem Jahr richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Das war wirklich phänomenal.“ Lediglich am Freitagabend habe es richtig geregnet, „das tat unserem tollen Bühnenprogramm da ein bisschen Abbruch“. Über die Woche hinweg habe aber eigentlich immer richtig Betrieb geherrscht, „auch in den Mittagspausen war der Markt gerne angenommen, gerade von Firmen. Das war in diesem Jahr eine richtig runde Geschichte.“

Was viele mit Sicherheit mit einiger Genugtuung registrierten: Der Weihnachtsbaum war in diesem Jahr wieder an seinem angestammten Platz in der Mitte des Marktes zurückgekehrt. Doch das, so Zimmer, habe durchaus einige Herausforderungen mit sich gebracht, stehe der Baum doch jetzt quasi genau vor der Bühne an der Saarbrücker Straße. „Das ist, das muss man ehrlich sagen, in diesem Jahr schon ein bisschen ein Problem. Die Künstler, die auf der Bühne stehen, schauen direkt auf diesen Christbaum. Und die Leute, die hinter dem Christbaum stehen, sehen die Bühne nicht. Der Platz ist einfach ein bisschen ungünstig.“ Doch es gebe Alternativen: „Wir können den Baum ein bisschen nach unten versetzen. Es gibt aber noch eine Überlegung, nämlich den schönen Brunnen mit einer Baumpyramide zu überbauen. Die kann man bis zu zehn, zwölf Meter hoch machen. Dann sieht dieser Brunnen aus wie ein riesiger, großer Christbaum, das wäre total klasse. Und der Brunnen wäre geschützt.“ Damit würde man auch dafür sorgen, dass vor der Bühne schlicht mehr Platz für die Gäste sei.

Dieser Wunsch macht aus Sicht der Veranstalter durchaus Sinn, hat sich doch in den zurückliegenden Jahren gerade das Bühnenprogramm am Abend durchaus gewandelt, ist gerade da moderner und internationaler geworden, hat an Party-Charakter zugelegt – und korrespondiert aus Sicht von Zimmer ideal mit der großen Glühweinhütte als faktischem Mittelpunkt des Marktes. „Die Leute treffen sich da, es gibt Gespräche – und die Gäste bekommen von direkt gegenüber tolle Musik. Das hat sich gut gemacht.“ So war sich Zimmer sicher, dass der Markt inzwischen deutlich nachgefragter sei als noch vor Jahren. „Das haben wir uns erarbeitet, durch das tolle Bühnenprogramm und auch durch die Lasershow, die wir in den vergangenen Jahren hatten.“ In diesem Jahr habe man sich allerdings dazu entschlossen, eben diese Lasershow zu überarbeiten und sie mehr auf Kinder auszurichten. Entstanden ist so eine kleine Weihnachtsgeschichte, die ans alten Rathaus am Markt projiziert wurde, an jedem Abend, immer um 18 Uhr und immer als Hinweis darauf, dass nun gleich der Nikolaus erscheine.

Doch bleibt bei all der abendlichen Partystimmung nicht ein bisschen der Charakter eines klassischen Weihnachts- oder Nikolausmarktes auf der Strecke? Hier zeigte sich Norbert Zimmer sicher, dass man eine gute Mischung gefunden habe im Programm – zwischen traditionellen Auftritten wie dem der Hofgassler und modernen wie dem von Cha Lounge, beide am Samstag über den Tag hinweg. „Das Programm ist weihnachtstauglich, es ist tauglich für die Party-People – und es rennt keiner weg, der sagt, ‚das ist mir zu wenig weihnachtlich‘.“

Also kein Grund, sich über die Zukunft des Marktes Gedanken zu machen? Immerhin steht auf Sicht das 50-jährige Jubiläum des Marktes ins Haus. Zimmer: „Der Marktplatz ist der Marktplatz, da kann man wenig machen. Aber wir haben in diesem Jahr schon aufgewertet, so durch mehr Weihnachtsschmuck entlang der Saarbrücker Straße.“ So wird es wohl eher um Evolution denn um Revolution gehen.