1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

In Homburg darf der Nikolaus auch nicht im Coronamodus kommen

Sicherheitsbedenken : Ärger um abgelehnte Nikolaus-Aktion

Organisatoren können Entscheidung nicht nachvollziehen. Amt verweist auf Corona-Rechtsverordnung.

Normalerweise würde jetzt auf Homburgs Marktplatz Hochbetrieb herrschen, immer dann, wenn es gerade dunkel wird. Dann nämlich hat traditionell der Nikolaus seinen Auftritt: Zusammen mit seinen beiden Engeln beschenkt er die Kinder. Jetzt muss man allerdings sagen: Er hätte dort seine so besondere Stunde, denn ein voller Platz, Kinder, die sich staunend zusammendrängeln, das ist in Coronzeiten nicht denkbar. Der Nikolausmarkt wurde abgesagt, alle alternativen Ideen fielen weg, nachdem sich die Pandemielage verschärfte. Und auch der heilige Mann darf so nicht kommen.

Aber muss deswegen denn überhaupt nichts sein? Diese Frage stellte sich die Homburger Narrenzunft (HNZ) um Gabriele Schmitt zusammen mit einem langjährigen Sponsor. Schließlich bleibt der Nikolaustag der Nikolaustag. Das Ergebnis: Es sollte doch etwas gehen, anders als sonst, angepasst an die Coronaregeln. Zusammen habe man sich daher ein Konzept überlegt, einen „Nikolaus to go“ entwickelt, berichtet sie. Der sollte an diesem Wochenende, 5. und 6. Dezember, am Marktplatz für leuchtende Augen sorgen, jeweils drei Stunden lang. Die Wege sollten gekennzeichnet werden, mit Flatterband abgesperrt, alles hätte sich im Freien abgespielt, mit Abstand, Mundschutz und das Ganze wäre von Sicherheitsleuten flankiert worden, berichtet Schmitt. Auch der Nikolaus, bürgerlich Wolfgang Blatt, habe sich schon darauf gefreut. Die zwei Engel sollten dann jeweils die Tüten überreichen. Doch jetzt bleibe nichts als Ärger. Die Stadt habe die Aktion nicht genehmigt, sagt sie, angeführt worden sei, dass diese Veranstaltung der Unterhaltung diene und beworben werden müsse.

Wirklich schade sei das, vor allem wenn man bedenke, wie der verkaufsoffene Sonntag, der ja wohl viele Menschen in die Stadt ziehen sollte, beworben wurde, dass Buden Glühwein und ähnliches anbieten können, dass Demos genehmigt werden können – ohne Mundschutz, ohne Abstand. „Da soll noch einer die Politik, die Verantwortlichen im Rathaus verstehen und - nicht sauer werden“; macht Gaby Schmitt ihrem Ärger Luft. Vor allem wenn sie daran denke, wie die Kinder in den Vorjahren immer „mit leuchtenden Augen zuhörten, ein Lied oder Gedicht mit Eifer vortrugen und sich freuten über eine Tüte – die gehen heuer leer aus.“

Das städtische Ordnungsamt begründet auf Nachfrage die Absage damit, dass die Veranstaltung laut der Rechtsverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht zulässig sei; verweist „insbesondere auf den Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen“. Es seien jedoch in Gesprächen mit der Antragstellerin verschiedene Varianten besprochen, wie auch nach Möglichkeiten als Ersatzmaßnahmen gesucht worden.

Diese Varianten nennt auch Gaby Schmitt, anfreunden kann sie sich damit überhaupt nicht. Ein Vorschlag des Ordnungsamtes: Per Autokorso sollte es ins Stadion gehen, dann hätte der Nikolaus dort Tüten verteilen können. Das hätte, so Schmitt, neben anderen Dingen, einen riesigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Eine andere Variante des Amtes. Der Nikolaus solle einfach morgens über den Markt gehen, und hier Tüten an Kinder ausgeben. Wer soll da kommen?, fragt sich sich.

Gabriele Schmitt betont, dass sie sich natürlich an die notwendigen Coronaregeln halte. Dennoch stößt ihr die Entscheidung aus dem Amt bitter auf, zumal das alles „ohne viele Worte, ohne Umsatz, ohne Unterhaltung zum Verweilen und ohne große Werbung“ vonstatten gegangen wäre.