In der Klassik und im Jazz zu Hause

In der Klassik und im Jazz zu Hause

Der Homburger Rick-Henry Ginkel studiert mittlerweile in Wien Klavier und Jazzgitarre. Jetzt ist er als Pianist in Saarbrücken zu hören.

Gerade einmal zehn Jahr alt war Rick-Henry Ginkel und erfolgreich beim Wettbewerb "Jugend musiziert", da erzählte er bereits sehr entschlossen davon, einmal Musiker werden zu wollen. Und schon damals hatte es ihm eine Nocturne von Frédéric Chopin besonders angetan. Er spielte sie als eines von drei Stücken im Wettbewerb.

Heute, 15 Jahre später, ist er seinem Traum von einst nicht nur ein gutes Stück näher gekommen, sondern lebt ihn und ist gleichzeitig auf dem Weg. Angefangen in die Tasten zu greifen, hat er als Sechsjähriger, mit acht kam dann die klassische Gitarre dazu, mit 12 Jahren Jazzgitarre. Derzeit studiert er in Wien Jazzgitarre und Klavier und versucht, sich mit beiden Instrumenten eine Karriere aufzubauen.

Bevor er eine weitere Strecke zwischen sich und seine Heimatstadt Homburg legte, blieb er aber erst einmal "näher dran", lernte ab 2009 zunächst als Jungstudierender, dann im Bachelor-Studiengang an der Hochschule für Musik in Saarbrücken - bereits da fuhr er zweigleisig: klassisches Klavier im Hauptfach, Jazzgitarre im Nebenfach. "Für mich ist beides gleichwertig", betont Ginkel. Und er will das auch in Zukunft so halten. Das bedeutet aber auch: "Das füllt schon den Tag." Doch wenn man Großes erreichen wolle, dann "muss man eben viel machen". Das hat er schon immer so gehalten: Auf Saarbrücken folgte das finnische Helsinki, an der Silbelius-Akademie brachte er sich in beiden Instrumenten voran. Und auch für seine Konzerte ist er mittlerweile weiter herumgekommen, etwa als er im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2013, dort in der Stadthalle sowohl solistisch als auch kammermusikalisch gastierte.

Für Auftritte und auch der Familie wegen - seine Eltern leben weiter in Homburg, sein Vater ist der Maler Heinz Ginkel, auch seine Schwester Katharina ist Musikerin -, kommt er aber immer wieder ins Saarland zurück. Zuletzt war das zum Beispiel beim Jazzfestival in St. Ingbert so. Hier spielte er mit seinem Cosmopolitan Sextett, das zwischen Jazz, Klassik und Folk segelt. Die Formation fand an der Saar-Musikhochschule (HfM) zusammen und nicht nur Rick-Henry Ginkel, sondern auch die anderen leben mittlerweile an Orten im In- und Ausland, treffen sich aber doch immer wieder mal zu Projekte, dazu gehörte auch ihre erste CD, die sie im Sommer 2015 aufnahmen.

Ende April wird Rick-Henry Ginkel wieder in angenehmer Fahrnähe zu hören sein: Er spielt in Saarbrücken (siehe auch Infobox). Und weil er sich mit dem Domicil Leidinger eine eher intime Atmosphäre ausgesucht hat und nah am Publikum dran sein wird, hat er das Programm entsprechend zusammengestellt. Einzelne Stücke daraus habe er bereits vor Publikum gespielt, doch nicht alle gemeinsam in einem Programm. Mozart-Sonaten sind darunter, auch Beethovens berühmte Mondscheinsonate.

Doch selbst wenn dies echte Ohrwürmer der Klassikliteratur sind und manch einer rät, gerade deswegen, die Finger davon zu lassen, Rick-Henry Ginkel traut sich. Er möchte etwas Eigenes daraus machen, so dass "die Leute es wieder neu hören."

Auch eine Auswahl von Chopins Nocturnes wird Rick-Henry Ginkel spielen - und so schließt sich ein bisschen auch der Kreis vom Wunsch des Zehnjährigen, der jetzt als 25-Jähriger seinem Traum schon ziemlich nahe ist.

Zum Thema:

Der Pianist Rick-Henry Ginkel spielt am Freitag, 28. April, im Domicil Leidinger, Mainzer S traße 10, in Saarbrücken. Ausgesucht hat er die Sonate KV 282 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) und eine Auswahl an Nocturnes von Frédéric Chopin (1810 bis 1849). In zweiten Teil sind zwei Sonaten von Ludwig van Beethoven (1770 bi 1827) zu hören: die Sonate opus 27/2, bekannt als Mondscheinsonate, und die Sonate opus 110, sie gehört zu den drei letzten Klaviersonaten Beethovens. Karten für das Klavierrecital bekommt man im Internet unter www.ticket-regional.de