Im Saarpfalz-Kreis tut sich was

Der Saarpfalz-Kreis bringt seine Schulen baulich voran, kümmert sich um Frauen und um Mieter. Jetzt wird auch der Autoverkehr angegangen.

Im Saarpfalz-Kreis kann man in Industriebetrieben Geld verdienen und trotzdem in der Biosphärenlandschaft wohnen. Man kann seine Kinder auf weiterführende Schulen schicken, die in einem guten Zustand sind. Und da, wo man wohnt, bezahlt man eine angemessende Miete, denn wenn das nicht so wäre, könnte man mit dem 114 Seiten dicken Mietspiegel wedeln und sagen: "Ja, die Kreisverwaltung sagt aber, dass die Miete hier nicht über fünf Euro pro Quadratmeter hinausgehen darf!" Alles Dinge, die die Bürger zu schätzen wissen.

Andererseits gibt es natürlich auch Vorwürfe an den Kreis, zum Beispiel, dass er nicht dafür sorge, dass der Schwerlastverkehr aus den Dörfern verschwinde und dass der Verkehr insgesamt abnehmen solle. Oder, dass der Kreis für überflüssige Projekte Geld verpulvere, zum Beispiel für Trommelkurse, aber nicht für das, was man selbst gerade gut findet.

Landrat Theophil Gallo kennt die Vorwürfe ebenso wie die positiven Ansichten über die Arbeit des Kreises. Da er als Landrat auf zehn Jahre gewählt ist und nicht ständig auf Wählerstimmen schauen muss, kann er Projekte langfristig angehen.

Dazu gehört der Verkehr. "Wir arbeiten gerade ein kreisweites Konzept zur Verkehrsberuhigung aus", betonte Gallo anlässlich der Vorstellung der Arbeit des Kreises in den vergangenen sechs Monaten, "die Bürgermeister werden gebeten, besonders gefährliche oder stark frequentierte Brennpunkte in ihren Kommunen zu nennen." Daraus werde dann eine Gesamtlösung abgeleitet: "Wir wollen die Gefährdungen kreisweit in den Griff kriegen." Das bedeute aber auch, dass es dabei nicht um Einzelfall-Lösungen gehe oder um Alleingänge von Orten, die sich "gefühlt" besonders belastet vorkämen, "was aber einer objektiven Überprüfung oft nicht standhält."

Auf die Arbeit des Frauenbüros ließ der Landrat nichts kommen und begründete dies auch: "Wir haben hier einen ganz wichtigen Schnittpunkt zwischen Frauen, Beruf und der Unterstützung für Migrantinnen". Vor allem die Koordinierungsstelle Frau & Beruf leiste vorbildliche Arbeit. Die Frauenbeauftragte Birgit Rudolf erwähnte den großen Erfolg der interkulturellen Stadtrundgänge, bei denen Homburgerinnen zusammen mit Flüchtlingsfrauen die Stadt Homburg neu entdeckten. Neu sind in diesem Jahr sind ein Theater- und ein Rückenyoga-Kurs.

Zu den Hauptaufgaben des Kreises gehört der Unterhalt der weiterführenden Schulen, wobei die Kosten zuweilen auch dem Landrat Schmerzen bereiten: "Im St. Ingberter Leibniz-Gymnaisum haben wir 20 Millionen verbaut", sagte Gallo und fügte hinzu: "Aber dafür ist das Leibniz-Gymnasium jetzt super aufgestellt, alles ist in einem vorbildlichen Zustand." In diesem Jahr stehen weitere Um- und Ausbauten an: Die Rohrbacher Gemeinschaftsschule wird zu gebundenen Schule ausgebaut, was mit rund 280 000 Euro zu Buche schlägt, das Homburger Mannlich-Gymnasium bekommt einen Neubau und fürs Saarpfalz-Gymnasium läuft gerade die Ausschreibung für einen Erweiterungsbau.

Viel Arbeit steckt in einem ganz anderen Thema: die Fortschreibung des qualifizierten Mietspiegels. Qualifiziert heißt, dass die Erhebungen "gerichtlich belastbar sind", wie Landrat Gallo erklärte.

Das Heft kann jeder Bürger für 25 Euro käuflich erwerben und sich damit selbst ausrechnen, ob er zuviel Miete bezahlt oder wieviel Miete man für welche Lage und Ausstattung verlangen kann. Der Mietspiegel geht sogar soweit, dass jede Straße im Kreis mit einer Punktzahl verzeichnet ist, also die Zahlen bis in Detail nachvollziehbar bleiben.

Durch den Saarpfalz-Kreis führt die A 6 und auch ein Stückchen die A8, vor Ab- und Auffahrten wird sehr oft zu schnell gefahren. Der Kreis will sich nun um Gefahrenstellen kümmern. Foto: Müller/dpa Foto: Müller/dpa

Der erste Mietspiegel für den Kreis entstand 2014, alle zwei Jahre muss er fortgeschrieben, alle vier Jahre neu erstellt werden. Dazu gehört auch der Grundstücksmarktbericht, der vor allem in ländlichen Gebieten interessiert aufgenommen wird. Es sei nicht so, dass auch im Saarland die Immobilienpreise explodieren, betonte Landrat Gallo: "Das hört sich reißerisch an, aber das Saarland ist dafür nicht ausgelegt, wir sind keine Metropolen-Region. Auch der Saarpfalz-Kreis bleibt sehr berechenbar."