Im neuen Jahr an den Atlantik

Frankreich steht seit November 2015 immer noch unter Schock, gestrichen wurden anfangs sogar alle Schulfahrten und Ausflüge bis zum Jahresende. Nun lockern sich die Bestimmungen, und der Kontakt zwischen La Baule und Homburg kommt wieder langsam in Gang. Wir sprachen mit Simone Lukas über die Aussichten für die Städtepartnerschaft in diesem Jahr.

Neues Jahr, neuer Anlauf - auch für die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Homburg und La Baule. Dabei hätte man den neuen Anlauf nicht gebraucht, wenn nicht die schlimmen Attentate von Paris im November unser Nachbarland in den Ausnahmezustand versetzt hätten. Denn plötzlich ging nichts mehr, auch nicht die geplanten Klassenfahrten.

Simone Lukas, Kunstlehrerin am Saarpfalz-Gymnasium und Partnerschaftsbeauftragte der miteinander freundschaftlich verbundenen Städte Homburg und La Baule, musste ihre monatelange Planung für den Dezember in den Wind schreiben: "Ich hatte alles für das Treffen vorbereitet und das Programm stand schon, es tat mir so leid, dass es nicht geklappt hat." Auch die La Bauler, die sich jedes Jahr auf das traditionelle vorweihnachtliche Treffen in Homburg gefreut hatten, waren traurig.

Nun soll aber in diesem Jahr möglichst zeitnah das verpasste Treffen nachgeholt werden: "Wir hatten erst den Januar ins Auge gefasst, um uns in Homburg zu treffen, aber die Fahrt hat wegen des Busunternehmens nicht geklappt," erklärt Simone Lukas, "nun versuchen wir es im Februar. Es sind dieselben 32 Schülerinnen und Schüler, die im Dezember aus La Baule kommen wollten. Das Thema des Besuchs soll nach wie vor Jugend und Europa lauten". Simone Lukas wird sich allerdings ein anderes Programm ausdenken müssen, denn der Besuch des Weihnachtsmarktes in Saarbrücken und der Besuch im Staatstheater mit der Oper "Die Zauberflöte" fallen flach.

Wie im vergangenen Jahr, wird auch diesmal wieder die Deutschlehrerin, Madame Riou, mit von der Partie sein, ebenso ein Geschichts- und ein Sportlehrer. Im Mai ist dann der Gegenbesuch des Saarpfalz-Gymnasiums in La Baule geplant, der unter dem Motto "Biosphäre und Umwelt" stehen könne, schlug Simone Lukas vor. Neben den Schüler-Austauschen wird es in diesem Jahr natürlich noch weitere Kontakte mit La Baule geben, zum Beispiel zwischen Vereinen oder bei besonderen Veranstaltungen wie bei der Fete de la Musique am 21. Juni oder bei den Stadt- und Künstlerfesten. "Zwischen den Feuerwehren ist ein schöner Kontakt entstanden", betont Simone Lukas, "die La Bauler waren hier, eine Delegation der Homburger Wehr fährt im August nach La Baule, wo sie neue Geräte und spezielle Einsätze kennenlernen wird."

Doch neben dem Blick nach Westen will Lukas auch die Freunde in Thüringen nicht vernachlässigen und bemüht sich auch hier um eine Wiederbelebung der Beziehung zu Ilmenau: "Ilmenau liegt mitten in einer deutschen Kulturlandschaft, über die man hier, am westlichsten Ende des Landes, noch zu wenig weiß." Goethe und Schiller sind mit Weimar beziehungsweise mit Jena verbunden, Goethe sogar mit Ilmenau. Es gebe so viel zu entdecken, ,,auch eine wunderschöne Landschaft".

Ebenso liegt ihr der Kontakt mit Georgien am Herzen: "Im April kommen einige junge Leute aus Georgien zu uns, wir fahren im September wieder hin." Hier sei das verbindende Thema der Denkmalschutz. Junge Homburger helfen beispielsweise dabei, alte Friedhöfe, die zu heute verlassenen deutschen Dörfern gehörten, zu säubern.

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Auf einen BlickWer etwas für die Städtepartnerschaften tun möchte, kann sich bei Simone Lukas melden. Willkommen sind Gastgeber, die junge Leute beherbergen oder Betriebe, die Praktikanten aus La Baule oder Ilmenau beschäftigen, Telefon (01 76) 26 12 77 22 oder per E-Mail: simone.lukas@homburg.de maa