Fitness-Boom im Januar: Im Januar hat man noch Sportsgeist

Fitness-Boom im Januar : Im Januar hat man noch Sportsgeist

Mehr Sport und gesünderes Essen gehören zu den Hauptwünschen vieler Menschen im neuen Jahr. Wir fragten in Homburger Fitness-Studios nach, in wie weit die Vorsätze in die Tat umgesetzt werden.

Unter den Menschen mit guten Vorsätzen sind jedes Jahr überdurchschnittlich viele Frauen.  Rund 40 Prozent wollen im neuen Jahr gesünder leben und abnehmen. Fast genauso viele wollen beim Shoppen nicht mehr so schnell schwach werden und besser mit Geld umgehen. Sport steht bei etwa einem Drittel auf der Vorsätze-Liste ganz oben. Das ergab eine Umfrage unter 1023 Frauen des Meinungsforschungsinstituts „Gewis“ vor fünf Jahren.

Seitdem hat sich die Welt verändert. Das Meinungsforschungsinstitut gibt es nicht mehr und gute Vorsätze für das neue Jahr auch kaum noch. 60 Prozent der Menschen in Deutschland verzichteten laut einer repräsentativen Umfrage inzwischen darauf, sich im neuen Jahr lästige Selbstverpflichtungen aufzuerlegen. Hingegen sagten 37 Prozent, sie hätten sich etwas vorgenommen. Von denen gab jeder Zweite an, mehr Sport machen zu wollen, 46 Prozent wollten abnehmen und 41 Prozent sich gesünder ernähren.

Was ist nun wirklich dran an den guten Vorsätzen mit der Fitness ab Januar? „Also, bei uns beobachten wir keine krassen Ausschläge im Januar mehr“, sagt Christopher Döning vom Finess-Studio „Smile best“ am ehemaligen Homburger Stadtbad. Früher sei das anders gewesen, „da hat man im Januar einen deutlichen Anstieg der Nachfrage verbucht.“ Aber das habe sich geändert, „die Kunden richten sich nicht mehr nach diesen Stichtagen, die kommen das ganze Jahr über, wenn sie etwas tun wollen.“ Zum Beispiel auch nach den Sommerferien, „im Herbst wird oft nochmal Gas gegeben.“

Studioleiter Gerhard Weis von „Fitness für Damen“ in Schwarzenbach beobachtet das Kundinnen-Verhalten schon seit 30 Jahren: „Klar, im Januar nehmen die Anmeldungszahlen traditionell zu.“ Das sei normal. Ob immer auch alle dabei bleiben, die mit guten Vorsätzen im Januar kommen? „Na ja“, sagt Weis, „ich sag mal: wer nicht gerne und nicht regelmäßig kommt, wird nicht bleiben. Man muss Ausdauer haben. Es gehört eben mehr dazu, als nur ein guter Silvester-Vorsatz.“

Wenn alle Kundinnen, die im Januar hoffnungsvoll anfingen, auch bei der Stange blieben, „dann hätten wir weniger Personen mit Gewichts- und Gesundheitsproblemen.“ Manchmal täusche er sich aber auch: „Es gibt Kundinnen, die noch nie im Fitness-Studio waren und am Ende richtig Gefallen daran finden. Und es gibt  andere, die voller Motivation kommen und dann doch nach ein paar Wochen die Sache an den Nagel hängen.“

Bei „Sports Inn“ in der Entenmühlstraße beobachtet Sarah Müller „einen deutlichen Anstieg im Frühjahr“. Aber nicht unbedingt im Januar, sondern im Februar, meist nach der Fastnacht, „wenn ohnehin Fasten angesagt ist. Dann steigen auch bei uns die Anmeldungen“. Die seien motivierte Kunden, die auch lange durchhielten. Im Januar kämen oft Kunden, die einen Gutschein zu Weihnachten bekommen haben und diesen Gutschein dann „abarbeiten“. Aber oft sinke danach die Motivation. „Es wäre natürlich super, wenn sie dabei blieben. Aber das ist nicht immer der Fall.“

Das Studio „Fitness mit Herz“ am Lappentascher Hof hatte früher auch viele Anmeldungen im Januar, „aber das hat sich geändert“, sagt ein Mitarbeiter. Inzwischen habe man viel Stammkundschaft, da der Schwerpunkt des Studios auf den Familien liege, „und die sind nicht so auf Stichtage fixiert, die kommen, wenn sie zusammen etwas für die Gesundheit tun möchte.“ Deshalb liefen bei „Fitness mit Herz“ auch die Sommer gut, „was sonst eher ungewöhnlich ist.“

Bei Jumpers Fitness, ebenfalls in Richtung Lappentasch, ist der Januar hingegen der stärkste Monat: „Wir haben immer viele Anmeldungen im Januar und Februar“, sagt die Mitarbeiterin Nicole. Das Studio, das vor allem jüngere Kunden anzieht, ist bei Geschenkgutscheinen beliebt, „wir freuen uns, wenn aus diesen Kunden dann Stammgäste werden“, so Nicole, „aber das ist natürlich nicht in allen Fällen so.“