Im Einsatz für fairen Handel

Erzeuger von ganz unterschiedlichen Produkten sollen in ihren Heimatländern für ihre Leistung eine angemessene Entlohnung erhalten. Das Homburger Gymnasium Johanneum macht sich für gerechten Handel stark und will Fairtrade-Schule werden.

Das Homburger Gymnasium Johanneum ist auf dem Weg zur Fairtrade-Schule. Fairtrade? Dahinter steckt der Gedanke und das Ziel, Erzeugern von ganz unterschiedlichen Produkten, von Kaffee über Reis und Baumwolle bis Schokolade, in ihren Heimatländern für ihre Leistung eine angemessene Entlohnung zu sichern - eben fairen Handel zu betreiben. Dabei hat sich der Begriff "Fair Trade" mit den Jahren zu einem Gütesiegel entwickelt, das Käufern in der westlichen Welt die Sicherheit geben soll, nicht an der Ausbeutung Schutzloser in Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika beteiligt zu sein.

Um dieses Siegel ganz offiziell führen zu können, hat die vergebende Dachorganisation "Fairtrade Deutschland" bestimmte Kriterien festgelegt. Und ein eben solches erfüllte das Johanneum am Dienstagabend mit der Aufführung eines ganz besonderen Musical-Dramas in der Aula: Die philippinische Jugend-Theatergruppe "Akbay" präsentierte "Once we had a dream" als anrührende, emotionale und anklagende Geschichte über den ausbeuterischen Umgang von Kindern in ihrer Heimat. Die Stichworte: Straßenkinder und Zwangs-Prostitution.

Andrea Golz, Lehrerin am Johanneum und in Homburg sehr aktiv in der Fairtrade-Bewegung und im Eine-Welt-Laden, erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe des durchaus ungewöhnlichen Abends - im Kontext mit dem Weg der Schule hin zum Fairtrade-Siegel. "Um die Kriterien zu erfüllen, müssen wir auch eine größere Veranstaltung präsentieren, mit der wir eine größere Zahl von Menschen erreichen." So sei es in Kooperation mit dem Homburger Eine-Welt-Laden zum Musical-Abend mit ernstem Hintergrund gekommen.

Bei all solchen Schulaktionen stellt sich aber natürlich die Frage, wie die Schüler selbst auf ein solches Thema reagieren. Lehrerin Isabelle Niklas: "Ich denke, Fairtrade ist den Schülern hier am Johanneum schon ein Begriff, auch weil wir hier an der Schule in Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Laden einen Fairtrade-Kiosk betreiben, unabhängig vom aktuellen Projekt, Fairtrade-Schule zu werden." Allerdings, das machte Niklas klar, seien die ganzen Hintergrundinformationen und das, was ein wirklich fairer Handel für die betroffenen Menschen bedeute, noch nicht so in den Köpfen, "da gibt es noch Aufklärungsbedarf".

Genau deswegen sei ein Theaterstück wie das vom Dienstabend ein gutes Instrument, um Wissenslücken zu schließen, "weil man hier sieht, wie es in den Ländern wirklich ist. Und man erkennt, dass man etwas tun muss", war sich Andrea Golz sicher. Und grundsätzlich: Fairtrade habe sich aus ihrer Sicht mit den Jahren, auch wenn es immer wieder schwarze Schafe gebe, als geeignete Kampagne erwiesen, um das Wissen rund um eine globalisierte Welt zu mehren "und um zu erkennen, dass es vielen Menschen in dieser Welt nicht so gut geht".

Am Johanneum will man es, wenn das beantragte Fairtrade-Siegel verliehen wurde, mit dieser Auszeichnung in der Folge nicht bewenden lassen. Andrea Golz: "Es ist ja die Idee einer Fairtrade-Schule, dass dann in mehreren Klassen Projekte zu diesem Thema bearbeitet werden."

Zum Thema:

Auf einen Blick Das Ziel von "Fairtrade" ist es, Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen zu verbinden und so einen fairen Handel und ein faires Handeln durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien zu erreichen. Auch sollen durch Fairtrade menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in Produktionsstätten in Entwicklungs- und Schwellenländern geschaffen werden. Informationen gibt es im Internet unter www.fairtrade-deutschland.de . thw