Im Dialog mit dem Publikum

Homburg. Eindrucksvoll und vielseitig ist die Ausstellung mit dem Titel "4 Frauen-Kunst-Werk", die bei "Artificium" in der Jägerhausstraße eröffnet wurde. Rund 40 Arbeiten von vier Künstlerinnen sind hier bis zum 29. November zu sehen. Sie repräsentieren eine imposante Bandbreite von Materialien und Arbeitstechniken in Bildern und Skulpturen

Homburg. Eindrucksvoll und vielseitig ist die Ausstellung mit dem Titel "4 Frauen-Kunst-Werk", die bei "Artificium" in der Jägerhausstraße eröffnet wurde. Rund 40 Arbeiten von vier Künstlerinnen sind hier bis zum 29. November zu sehen. Sie repräsentieren eine imposante Bandbreite von Materialien und Arbeitstechniken in Bildern und Skulpturen. "Artificium" ist im Gebäude des ehemaligen Kraftwerks zu Hause, und der mächtige Sandsteinbau gibt der Ausstellung einen markanten Rahmen. Treffpunkt der zahlreichen Gäste zur Vernissage war der größte der Räume von "Artificium", der früher von den Pfalzwerken als Lehrküche genutzt wurde. Heute ist dieser Raum Teil des Terrains, auf dem die Arbeiten der vier ausstellenden Künstlerinnen zum größten Teil entstanden sind. Martina Metzger begrüßte hier Sabine Anderheiden, Anja Metzger, Barbara Oehl-Jaschkowitz und Helga Reichardt vor den gespannt wartenden Gästen. Das Duo Lisa Hahnenwald (Geige) und Aaron Braun (Gitarre) hatte zuvor mit einfühlsamen Klängen auf das Kommende eingestimmt. Martina Metzger stellte die Künstlerinnen kurz vor und skizzierte ihre jetzt in der Ausstellung sichtbaren Ergebnisse. Auf eine ausführliche Darstellung der Arbeiten und auf eine Vita der Künstlerinnen wurde verzichtet. Jede Besucherin und jeder Besucher sollte sich nach einem Rundgang seinen Interessen-Schwerpunkt wählen. Die vier Künstlerinnen waren nach der kurzen Begrüßung sogleich gesuchte Gesprächspartnerinnen. Im Dialog ließen sich Ideen und der Weg zu deren Verwirklichung erschließen und nachvollziehen. Bilder waren in allen Formaten zu sehen, von der Miniatur bis zur großen Leinwand, von der skizzenhaft wirkenden Bleistiftzeichnung bis zum kraftvoll farbigen Acrylbild. Kunst wurde aber auch dreidimensional gezeigt. Da waren metallene Figuren, kleine Masken oder aus Metall gearbeitete Reliefs. Wer das alles intensiv betrachten wollte, der musste Zeit mitbringen, um sich mit den Werken der vier Künstlerinnen wirklich zu befassen. Da waren etwa die Bilder von Sabine Anderheiden, bei denen neben Schwarz auf dem Malgrund jeweils nur eine Farbe vertreten war, neben der Form auch die Farbtemperatur wirkte. Oder das Schwarz-Weiß-Bild, mit dem sich Helga Reichardt mit dem Thema Angst auseinander setzte. Es hob sich mit seinen Kontrasten von den farbigen Bildern deutlich ab. Das Spiel der Farben in der Fläche liebt auch Barbara Oehl-Jaschkowitz, die aber auch im Dreidimensionalen gearbeitet hat. Anja Metzger hat besonders viel Zeit in Metall investiert. So mancher sah mehrmals hin zu dem über einen Meter im Durchmesser umfassenden Ring, an dem zu lesen war "Bitte berühren". Geschaffen hat ihn die angehende Abiturientin nach dem Vorbild eines von ihr selbst in einem Workshop geschaffenen Rings. Das Schweißen hatte ihr Vater Thomas übernommen. Im Rahmen der Ausstellung gibt es eine Lesung zu Leben und Werk von Hans Thoma am 13. November und ein Kunst-Frühstück mit einem Porträt der mexikanischen Malerin Frida Kahlo.