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Igor Kos gab Konzert in Beeden Live am Biotop

Live am Biotop : In den Sonnenuntergang gesungen

Igor Kos brachte zu „Live am Biotop“ nicht nur seine besondere Stimme mit, sondern begleitete sich aus selbst mit der Gitarre. Den verschiedenen Titel vor abendlicher Kulisse verpasste er seinen ganz eigenen Stil, auch mal cool und mit einem Hauch von brasilianischer Rhythmik.

Igor Kos, der Name klingt nun nicht gerade brasilianisch. Auch sieht der Gitarrist und Sänger überhaupt nicht so aus, wie man sich hierzulande einen typischen Brasilianer vorstellt. Und doch stammt der 27-Jährige aus der südbrasilianischen Großstadt Curitiba. Dort ist die Bevölkerung ohnehin eher europäischen Ursprungs. Seine Vorfahren kämen aus Portugal, Polen, der Ukraine und dem Libanon, sagte er. Im vergangenen Jahr im März kam Kos nach Homburg zum Studieren und spricht dafür schon hervorragend Deutsch. Noch besser aber spielt er Gitarre und singt, wovon sich am Freitag am Sportheim des SV Beeden etwa 70 Zuhörer überzeugen konnten.

Der Musiker, mittlerweile Assistenzarzt an der Uniklinik, trat in der Reihe „Live am Biotop“ auf, dieses Jahr womöglich die einzige Homburger Konzertreihe im Sommer. Mit dem Wetter hatte er Glück im Unglück: Etwa eine halbe Stunde nach dem geplanten Konzertbeginn hörte es auf zu regnen und blieb dann auch trocken. Aber bei durchgehend schönem Wetter wären bestimmt noch mehr Zuschauer gekommen.

Die Ankündigung als „brasilianischer Singer/Songwriter“ konnte einen ein wenig auf die falsche Fährte locken. Gut, ein paar brasilianische Titel spielte der Mediziner, aber größtenteils kamen bekannte englischsprachige Titel zu Gehör. Moderneres wie „Budapest“ und „Blame It on Me“ von George Ezra mischte er mit Oldies von den Beatles (Come Together, Blackbird), Ray Charles (Hit the Road Jack) oder Bill Withers (Ain’t No Sunshine).

Gerne passte er die Songs seiner eigenen Stilistik an: Supertramps „Breakfast in America“, im Original ganz ohne Gitarre, setzte mit einem jazzigen Arrangement um, sehr cool und mit einem Hauch von brasilianischer Rhythmik.

Vor allem Kos’ außergewöhnliche Stimme konnte die Zuhörer begeistern. Ein bisschen Jamie Cullum, ein bisschen George Ezra, ein bisschen James Morrisson klang da durch.

In Brasilien habe er jede Woche Auftritte gehabt, aber hier sei er noch weitgehend unbekannt. Das müsste sich nach diesem Auftritt eigentlich ändern. Die Routine war dem Brasilianer anzumerken, er wirkte, als könne ihn nichts und niemanden aus der Balance bringen. Dann schenkte das Wetter den Zuschauern sogar noch einen traumhaften Sonnenuntergang hinter dem Biotop – das Gesamtpaket beglückte auch einen älteren Zuhörer wie den Beeder Alois Lambert: „Das war sehr angenehme Musik, dezent und unterhaltsam. Ich mag das Laute nicht, aber bei ihm konnte man sich noch unterhalten und hat jetzt schöne Musik im Ohr.“

Elke und Peter Saccon aus Beeden, die ganz in der Nähe wohnen, hatten schon beim letzten Konzert gehört, dass am Biotop Livemusik gespielt wird. Die Neugier trieb sie dann zur Fläche vor dem Sportheim. Auch sie waren voll des Lobs: „Der hat eine super Stimme. Die ganze Location hier ist toll, der Sonnenuntergang war wie aus dem Bilderbuch. Das hier ist eine gute Alternative zum Musiksommer.“

Der Homburger Florian Aßmann lobte zudem die „super Songauswahl“ von Kos.

Foto: Sebastian Dingler

Auch der erste Vorsitzende des SV Beeden, Achim Müller, Musikliebhaber und hauptberuflich beim Homburger Kulturamt tätig, war sehr zufrieden mit dem Abend. „Der hat die Rocksongs in seinem ganz eigenen Stil gebracht, das war aller Ehren wert.“