1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

IG Metall fürchtet Arbeitsplatzabbau bei Bosch

IG Metall fürchtet Arbeitsplatzabbau bei Bosch

Homburg. Rund 200 bis 300 Mitarbeiter von Bosch und Bosch Rexroth in Homburg waren am Mittwoch der Rahmen für eine Kundgebung der IG Metall Homburg-Saarpfalz vor den Toren des Automobilzulieferers an der Bexbacher Straße

Homburg. Rund 200 bis 300 Mitarbeiter von Bosch und Bosch Rexroth in Homburg waren am Mittwoch der Rahmen für eine Kundgebung der IG Metall Homburg-Saarpfalz vor den Toren des Automobilzulieferers an der Bexbacher Straße. Im Zentrum der rund halbstündigen Aktion: Der vom Betriebsrat und der IG Metall befürchtete Abbau von bis zu 800 Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren bei Bosch und ein erneutes Eintreten gegen die Rente mit 67. Dieter Klein, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch, warnte in seinen Worten vor den Folgen eines Standortkonzeptes für Bosch in Homburg, das, so Klein, auf einen ersatzlosen Arbeitsplatzabbau schließen ließe. "Wir können uns einen weiteren Arbeitsplatzabbau in der Region nicht bieten lassen. Wir haben es uns bei Bosch gerade im Jahr unseres Jubiläums verdient, dass Arbeitsplätze bei uns aufgebaut und nicht hier vernichtet werden, um hinterher im Ausland wieder zu entstehen. Das haben wir alle nicht verdient." Deswegen gelte es nun, sich rund um das Standortkonzept als Belegschaft bemerkbar zu machen. Nicht weniger Engagement forderte Klein beim Kampf gegen die Rente mit 67. So sei die gestrige Aktion ein Zeichen dafür, dass sich die "abhängig Beschäftigten in den Betrieben sich das nicht gefallen lassen, weil sie genau wissen, dass dies am Schluss eine klassische Rentenkürzung ist. Das können wir uns nicht bieten lassen." Stephan Huber, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch Rexroth, verdeutlichte, ebenso wie zuvor Klein, dass es aus seiner Sicht keine Möglichkeit geben würde, Mitarbeiter bis 67 in Unternehmen wie Bosch zu beschäftigen. "Es gibt hier keine Jobs, die man bis in dieses Alter noch leisten könnte. Deswegen müssen wir uns wehren." Auch Werner Cappel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz, griff die Pläne zur stufenweise Erhöhung des Renteneintrittsalters erneut an und lobte in diesem Zusammenhang eine Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der eine Umsetzung der Rentenpläne kürzlich in Frage gestellt hatte. Im Gegensatz dazu kritisierte Cappel Saar-Ministerpräsident Peter Müller, der, trotz der aus Sicht der Gewerkschaft nicht gegebenen Voraussetzungen für eine Anhebung des Rentenalters, die Pläne der Bundesregierung verteidigt hatte. Cappels Vorwurf an Müller und die Unternehmen: Es gäbe überhaupt kein Interesse, älteren Arbeitnehmern entsprechende Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen: "Es gibt nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass sich in den Betrieben bei der Bereitstellung von altersgerechten Arbeitsplätzen etwas tut. Ganz im Gegenteil: Die Belastungen, die Anforderungen in den Unternehmen steigen ständig." thw