Hubertusmarkt am Wochenende rund um die Gustavsburg in Jägersburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Traditionstreffen in Jägersburg : Hubertusmarkt bei Jägerwetter

Auch an seinem zehnten Geburtstag lockte der Markt in und an der Gustavsburg in Jägersburg zahlreiche Besucher.

Er hätte wohl seine Freude daran, der Heilige Bischof Hubertus von Lüttich, angesichts dessen, was da seit nunmehr zehn Jahren immer im Herbst in und an der Jägersburger Gustavsburg festlich begangen wird: Mit dem „Hubertusmarkt“ ehren der Heimat-, Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg mit seinem Vorsitzenden Gustl Altherr in Kooperation mit dem Ortsrat und Ortsvorsteher Jürgen Schäfer sowie zahlreichen Besuchern den katholischen Heiligen als Schutzpatron der Jäger. Wie in den Jahren zuvor schmückten so auch am Sonntag zahlreiche Stände mit herbstlichen und jagdlichen Angeboten den Hof der Gustavsburg sowie die kleinen und große Innenräume des Jägersburger Wahrzeichens. Dass es am „Hubertus-Tag“, dem 3. November, dann auch noch herbstlich-nass war, das gab dem ganzen Sonntag zudem noch eine sehr typische Anmutung – oder, wie es Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo in einem Grußwort formulierte: Es herrschte „Jägerwetter“.

Schon rund um die offizielle Eröffnung um 11 Uhr ließen sich von diesem die Gäste nicht abschrecken, immerhin galt es, mit der zehnten Auflage des Marktes ein Jubiläum zu feiern. Ortsvorsteher Jürgen Schäfer erinnerte in seiner Begrüßung an die Anfänge und war sich sicher. „Wir sind immer besser geworden und werden auch weiterhin immer besser werden.“ Dass die Gustavsburg als früheres Jagdschloss die bestmögliche Kulisse für einen Hubertusmarkt sei, das rückte Bürgermeister Michael Forster in den Fokus seiner Begrüßung. „Ich freue mich, dass hier diese Tradition des Hubertus, der Jagd weiter gepflegt wird. Der Markt passt hervorragend in diese Umgebung!“ Über zehn Jahre hinweg habe sich so in Jägersburg eine echte Tradition etabliert.

Nicht anwesend, weil terminlich verhindert am Sonntagmorgen, war Schirmherrin Anke Rehlinger, die stellvertretende Ministerpräsidentin. Ihr Grußwort las aber Gustl Altherr vor. In Rehlingers Namen würdigte Altherr den Hubertusmarkt als eine „Bereicherung für den Stadtteil Jägersburg. Der Hubertusmarkt ist mittlerweile Tradition. Er drückt Heimatverbundenheit aus und zeigt, wie gut der Zusammenhalt der Jägersburger Bürgerinnen und Bürger ist.“

Essentieller Bestandteil der Eröffnung des Hubertusmarktes ist die traditionelle Brotsegnung, in diesem Jahr zum ersten Mal vollzogen von Diakon Holger Weberbauer. Zum Hintergrund: Am Hubertustag gesegnetes Salz, Brot und Wasser soll gegen Hundebisse schützen, außerdem sollen auch die Hunde selbst dadurch vor Tollwut geschützt werden. Weberbauer ordnete die Segnung aber weit über diese Tradition darüber hinaus ein, sei Brot als Geschenk doch ein Gut von größter Bedeutung. „Die Brotsegnung heute ist auch ein Hinweis darauf, dass alles, was was wir zum Leben haben, ein wunderbares Geschenk von Gott ist. Brot ist der Inbegriff dessen, was wir zum wahren Leben brauchen. Brot ist Sammelbegriff für viele Seiten des Lebens.“ Im Brot, so Weberbauer, zeige sich das Zusammenspiel von Schöpfer und Geschöpf. „Brot ist heilig und kostbar!“

Es war wahrlich eine nicht zum ersten Mal ausgesprochen stimmungsvolle Eröffnung, die dem Hubertusmarkt seine Dualität zwischen weltlich und geistlich gab. Hörbar machten diesen ganz besonderen Charakter des Marktes dabei auch wieder die Jagdhornbläser vom Bliesbergerhof, die – nach einigen jagdtypischen Musikstücken – die Brotsegnung mit der Hubertus-Fanfare schlossen. Danach galt es für die Besucher des Hubertusmarkt-Sonntags, die zahlreichen Angebote in der Burg selbst und im Burghof zu erkunden.

Zum ersten Mal zeichnete Diakon Holger Weberbauer für die Brotsegnung verantwortlich. Foto: Thorsten Wolf

Zu erleben, zu sehen, zu kaufen und zu kosten gab es da einiges. So informierte das Mobil der Jäger-Initiative „Lernort Natur“, eine Rundwanderung durch das frühere herzogliche Jagdrevier gehörte ebenso zum angekündigten Programm des Tages wie der Stand des Vereins „miteinander – füreinander“ im großen Saal der Gustavsburg. So vereinten sich im Jubiläumsjahr wieder Genuss mit Kunst, Kunsthandwerk und gutem Tun, vieles im Zeichen der Jagd und zu Ehren des Heiligen Hubertus von Lüttich.

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