Hospiztage im Saarpfalz-Kreis

Homburg. Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, sind nicht gerade ein Thema, mit dem man sich in unserer Gesellschaft gerne beschäftigt. So lange man einigermaßen jung und gesund ist, hält man sich üblicherweise für unsterblich. Der Tod? Dieses Kapitel kommt später, wenn man ganz alt ist. So denken viele Menschen

Homburg. Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, sind nicht gerade ein Thema, mit dem man sich in unserer Gesellschaft gerne beschäftigt. So lange man einigermaßen jung und gesund ist, hält man sich üblicherweise für unsterblich. Der Tod? Dieses Kapitel kommt später, wenn man ganz alt ist. So denken viele Menschen. Ein Irrtum, denn es kann jeden jederzeit betreffen, egal, wie alt man ist - sowohl selbst als auch innerhalb der Familie. Die Hospiztage im Saarpfalz-Kreis, die sich vom 21. September mit sieben Veranstaltungen bis zum 28. November erstrecken, wollen das Thema der Endlichkeit des menschlichen Lebens wieder mehr ins Bewusstsein rücken. "Man hilft sich damit auch selbst, wenn man das Sterben nicht völlig ausblendet", sagt Gertrud Fickinger, die Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung, "denn irgendwann ist es soweit, keiner von uns ist unsterblich. Deshalb ist es gut, wenn man zum Tod irgendeine Haltung hat. Die kann christlich sein oder nicht, aber man sollte sich mit dem Tod schon auseinandersetzen." Sie weilte, zusammen mit Gabriele John-Neumann von der Hospizkoordination anlässlich eines Besuchs in unserer Redaktion. Mitgekommen waren auch die Hospizpflegerin Ursula Schuck sowie Jürgen Grötschel, Leiter des Caritas-Zentrums Homburg/St. Ingbert. "Es ist wichtig, wie jemand stirbt", erklärt Gabriele John-Neumann, "wenn jemand in Ruhe und Zuversicht den Tod annehmen kann, möglichst ohne Schmerzen, dann ist es auch für die Angehörigen eine große Hilfe", sagt sie. Man müsse den Menschen den eigenen Tod zugestehen und sie in Ruhe sterben lassen. maa

Auf einen BlickDie Hospiztage werden von der Diakonie, der Caritas, der katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz und dem Saarpfalz-Kreis veranstaltet. Schirmherr ist Landrat Clemens Lindemann. Eröffnung ist am 21. September um 19 Uhr im Homburger Forum mit dem Vortrag "Warum nur warum? Sinn und Hoffnung in der Hospizarbeit". Es geht weiter am 26. September zwischen 9 und 16 Uhr mit dem Theaterworkshop "Alles vor dem Sterben ist Leben" im St. Ingberter Caritaszentrum in der Kaiserstraße 63. Am 28. September findet im Blieskasteler Pfarrzentrum St. Sebastian um 19.30 ein Vortrag statt: "Was geschieht nach dem Tod? Wohin gehen wir? Was dürfen wir hoffen?"Am 2. Oktober wird in der St. Ingberter Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49, der Film "Marias letzte Reise" gezeigt, ein Film über den Tod der Bäuerin Maria. Am 10. Oktober singt der Chor Sign'n Swing in der Erbacher Kirche Maria vom Frieden um 20 Uhr zur Unterstützung des Hospiz-Gedankens. Am 17. Oktober findet um 19 Uhr ein Gottesdienst mit dem Chor Atemwind in der Reiskircher Auferstehungskirche statt. Das Homburger Frauenkabarett spielt zum Abschluss am 28. November in der Bliesgau-Festhalle in Blieskastel um 19.30 Uhr das ernste und auch heitere Stück "Im schönsten Krisengrunde". maa