Hom.juden27Erinnerungen an das koschere Brot aus der Bäckerei Seligmann

Homburg. Restlos ausgebucht war eine besondere Veranstaltung der Wissensbörse der Stadt Homburg. Für die Führung mit Hans-Joseph Britz vom Stadtarchiv zum Thema "Juden in Homburg" gab es zahlreiche Interessenten. Informativ gelang es ihm dabei, die Zeit zwischen 1933 und 1945 rund um den Marktplatz zwischen Rathaus und Hohenburgschule zu beleuchten, teilt die Stadt mit

 Die Gruppe an der ehemaligen Synagoge. Hans Joseph Britz erzählte bei einer Führung vom jüdischen Leben in Homburg. Foto: SZ/Stadt

Die Gruppe an der ehemaligen Synagoge. Hans Joseph Britz erzählte bei einer Führung vom jüdischen Leben in Homburg. Foto: SZ/Stadt

Homburg. Restlos ausgebucht war eine besondere Veranstaltung der Wissensbörse der Stadt Homburg. Für die Führung mit Hans-Joseph Britz vom Stadtarchiv zum Thema "Juden in Homburg" gab es zahlreiche Interessenten. Informativ gelang es ihm dabei, die Zeit zwischen 1933 und 1945 rund um den Marktplatz zwischen Rathaus und Hohenburgschule zu beleuchten, teilt die Stadt mit. Unterstützt mit Bildmaterial konnte sich die bunt gemischte Gruppe dabei einen Eindruck über die jüdische Lebenswelt zur damaligen Zeit machen. Wie es der Zufall so wollte, traf die Gruppe auf dem Rundgang durch die Stadt auf eine 84-jährige Zeitzeugin, die sich spontan der Führung anschloss und auch aus eigenen Erinnerungen erzählen konnte.Gespräch zum AbschlussZum Abschluss trafen sich die Teilnehmer in der Hohenburgschule zu einem Gesprächsaustausch. Hier konnte selbstgebackenes "koscheres" Schabbesbrot, die so genannte "Challah" probiert werden. Dazu bemerkte eine Besucherin: "Das habe ich als Kind schon aus der Bäckerei Seligmann gegessen!" Aufgrund der großen Resonanz bietet Hans-Joseph Britz weitere Termine zur kostenlosen "Führung durch das jüdische Homburg" an. Nächster Termin, bei dem noch einige Plätze frei sind, ist der 1. Mai. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich, hieß es weiter. Nähere Informationen gibt es beim Stadtarchiv, bei Hans-Joseph Britz, Tel. (0 68 41) 10 16 04.Und auch in anderer Sache können sich Interessierte an die Wissensbörse wenden: Wer etwa für seine privaten Hobbys und Freizeitaktivitäten noch Gleichgesinnte sucht, kann sich bei der Wissensbörse der Kreisstadt Homburg, bei Marion Pempe- Münch unter Tel. (0 68 41) 10 11 15 melden. red

HintergrundUm Spuren jüdischen Lebens in Homburg ging es auch in einem viel beachteten Projekt, das beim Kinder- und Jugendbüro der Stadt in Kooperation mit dem Adolf-Bender-Zentrum angesiedelt ist. Grundlage war eine von dem Zentrum erarbeitete Schau über die Ereignisse am 9./10. November 1938. Damals fanden auch in 30 saarländischen Orten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung statt. In der Ausstellung "Reichspogromnacht - Was geschah am 9. 11. 1938 im Saarland? - Was geschah am 9. 11. 1938 in Homburg?" werden die Orte der Gräueltaten benannt und die Opfer- wie die Täterseite gezeigt. Eine Homburger Gruppe hatte im Rahmen des Projekts "Weg der Erinnerung - gemeinsam die Zukunft gestalten", unter anderem weitere Tafeln zur Ausstellung erstellt. Dabei wurde zum Beispiel auch ein Bild (Foto: Adolf-Bender-Zentrum) des Geschäfts der Familie Salmon gezeigt. Es wurde damals von den Nationalsozialisten zerstört. Weitere Infos zu dem Projekt im Internet auf der Seite: www.toleranz-netzwerk-saar.de. ust