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Hom.cbm3Blinde Menschen lernen Wege wie Vokabeln

Hom.cbm3Blinde Menschen lernen Wege wie Vokabeln

Homburg. Der Bus der Christoffel-Blindenmission (CBM) hat am vergangenen Mittwoch Station auf dem Christian-Weber-Platz gemacht (wir berichteten). Neben vielen Informationen gab es einen Erlebnisweg, den die Besucher mit einer Simulationsbrille und Taststock durchschreiten konnten

Homburg. Der Bus der Christoffel-Blindenmission (CBM) hat am vergangenen Mittwoch Station auf dem Christian-Weber-Platz gemacht (wir berichteten). Neben vielen Informationen gab es einen Erlebnisweg, den die Besucher mit einer Simulationsbrille und Taststock durchschreiten konnten. Durch die Brille verlieren die Träger 98 Prozent des Sehvermögens, sie sehen nur noch hell und dunkel, vergleichbar mit der Sehkraft eines Menschen, der am Grauen Star leidet. Wer den Weg beschreitet, den überkommt schnell ein seltsames Gefühl. Hilflos, seines Sinnes beraubt, bewegt man sich viel langsamer als sonst und ist völlig abhängig von dem Taststock, mit dem man seinen Weg sucht. Nicht alles lässt sich ertasten und daher auch nicht alle Gefahren vermeiden: Das sollten innerhalb des Parcours herabhängende Seile, die auf Brusthöhe endeten, verdeutlichen. Sie waren unerreichbar für den Stock. "Den Weg, den er täglich geht, muss sich ein Blinder einprägen wie Vokabeln. Eine Mülltonne, die vorher nicht dort stand, kann da schon zu einer Gefahr werden.", erklärt CBM-Mitarbeiterin Elisabeth Schneider am Stand der Hilfsorganisation. Einer der Schwerpunkte der Arbeit der CBM ist die Unterstützung von Blinden. Weltweit gibt es 37 Millionen blinde Menschen, von denen etwa die Hälfte am Grauen Star leidet. Diese Augenkrankheit, die zu einer Trübung der Linse führt, ist jedoch heilbar. Die Linse wird bei einer einfachen Operation durch eine künstliche ersetzt. "So eine Operation, die dem Menschen wieder zum Sehen verhilft, kostet in CBM-geförderten Projekten rund 30 Euro", erläutert Schneider. Anlass für den Besuch des CBM-Busses in Homburg war die Auszeichnung zur "wunderbarsten Stadt des Saarlandes". Die Homburger spendeten im Jahr 2008 insgesamt 30 000 Euro an die Blindenmission, wie diese heraus fand. Oberbürgermeister Karlheinz Schöner nahm den Preis als Vertreter der Stadt entgegen. Für ihre Aktion "wunderbarste Stadt" hat die Hilfsorganisation das Pro-Kopf-Spendenaufkommen in allen Städten und Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern bundesweit ausgewertet. Die Einwohner Homburgs haben 2008 durchschnittlich 68 Cent pro Kopf gespendet. Das zweithöchste Pro-Kopf-Spendenaufkommen erreichte Gersheim mit 64 Cent und St. Ingbert kam auf 61 Cent pro Einwohner.

HintergrundDie Christoffel-Blindenmission startete die Aktion "Wunderbarste Stadt" an ihrem 100. Geburtstag. Schirmherrin ist Eva Luise Köhler, Frau des Bundespräsidenten. Die CBM ist eine internationale christliche Entwicklungsorganisation, die über 1000 Projekte in Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. red