Homburger Theatergastspiele bieten eine gute Mischung

Theater im Saalbau : Von Krimi-Klassiker bis Kinderstück

Die Homburger Theatergastspiele bieten eine Mischung aus ernsten Stücken, Komödien und klassischem Schauspiel. Zum Finale im nächsten Mai kommt im Saalbau noch ein Kinderstück auf die Bühne.

Es kommen kühlere Tage, auch wenn das viele vielleicht nach dem besonders langen Sommer in diesem Jahr fast schon verdrängt haben. Das bedeutet nicht nur, dass man endlich die Sommersachen einmotten, außerdem  Stiefel, Mäntel und Pullis wieder vorne in die Schränke hängen kann. Man hat meist auch wieder mehr Lust, Zeit drinnen zu verbringen. Neben viel Musik –  vorne dabei natürlich die Meisterkonzerte – gibt es im Homburger Saalbau alljährlich jede Menge Theater. Die Gastspielsaison hat begonnen und noch viel zu bieten: Nach der Feuerzangebowle und Friedrichs Schillers frühem Drama „Die Räuber“ sowie „Oh wie schön ist Panama“ nach den Erzählungen von Janosch wird es am Donnerstag, 15. November, spannend, wenn das Berliner Kriminaltheater einen Klassiker von Agatha Christie serviert: „Ein Mord wird angekündigt“. Ermitteln darf darin die schrullige und scharfsinnige Miss Marple.

Noch vor Weihnachten gibt es ein weiteres Theatergastspiel: Die Konzertdirektion Landgraf präsentiert auf der Homburger Saalbau-Bühne Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“, angekündigt in der Titelrolle des Willy Loman ist der Schauspieler Helmut Zierl, der den meisten durch seine Fernsehrollen bekannt ist. Loman wird in Millers Stück nach seinem jahrzehntelangen Berufsleben als „nicht mehr verwendungsfähig“ entlassen. Seiner Familie ist der verschuldete Handlungsreisende längst entfremdet und sieht am Ende nur noch einen Ausweg.  Miller erhielt für sein Drama  aus dem Jahr 1949 den Pulitzer-Preis für Theater.

 Das neue Jahr beginnt am 17. Januar mit der badischen Landesbühne, die das Stück „Misery“ nach Stephen King in einer Inszenierung von Carsten Ramm mitbringt: Der Schriftsteller Paul Sheldon wurde mit den Frauenromanen seiner Misery-Serie zwar weltberühmt, verabscheut sie insgeheim aber. Eines Tages verunglückt er lebensgefährlich mit seinem Auto in einem Schneesturm. Sein „größter Fan“, die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes, rettet ihn und bringt ihn auf ihre abgelegene Farm. Die Psychopathin hält ihn bei sich gefangen und verlangt, dass er einen weiteren Roman über ihre Heldin Misery schreibt. Auf Protest des Schriftstellers reagiert Wilkes mit Bestrafungen. In dem Stück zeigt sich die spezielle Gabe Stephen Kings: Er geht mit den Figuren seiner Romane menschlichen Urängsten auf den Grund und schafft damit eine  Kombination von atemloser Spannung und schwarzem Humor.

Am 14. Februar schließlich regieren die Schatten im Saalbau, im wahrsten Wortsinn. „Moving Shadows“ heißt das Schattentheater, eine Show unter der Regie von Harald Fuß. Diese entführt in eine fantastische Welt. Die Körper der acht Darsteller verschmelzen artistisch und werden zu Dingen, Pflanzen, Tieren und wieder zu Menschen. Untermalt wird dies alles von Musik. Am 28. März gehört die Saalbau-Bühne dem Agon-Theater und dem Stück „Das Boot“, vor allem durch den Filmklassiker ein Begriff. Im April präsentiert das Berliner Kriminaltheater „Die zwölf Geschworenen“, ein Kriminalstück von Reginald Rose

Eine Szene aus dem Stück „Misery“ mit René Laier und Evelyn Nagel. Die Badische Landesbühne spielt es am 17. Januar im Saalbau. Foto: Sonja Ramm
Die Autorin Agatha Christie soll publikumsscheu gewesen sein. Ihre Krimi-Klassiker kommen bis heute bei vielen Menschen an. In Homburg ist im November ihr „Ein Mord wird angekündigt“ zu sehen. Foto: dpa
Der Schauspieler Helmut Zierl steht in Homburg im Dezember auf der Saalbau-Bühne. Foto: dpa/Britta Pedersen
Foto: Constanze Henning

Mit einem Kinderstück endet die Theatersaison im Mai kommenden Jahres: Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf fasziniert Mädchen und Jungen bereits seit vielen Jahren. Das Wittener Kinder- und Jugendtheater bringt die Geschichte „Pippi feiert Geburtstag“ mit nach Homburg.