Verleihung der Homburger Kanone Hohe Auszeichnung für die Feuerwehr

Homburg · Die Floriansjünger der Stadt sind mit „Homburger Kanone“ der Narrenzunft bedacht worden. Das sorgte für ein Novum der besonderen Art.

 Der Einsatz als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau ist fordernd, belastend und gefährlich. Die Homburger Narrenzunft hat dieses Engagement nun für 2023 mit der Verleihung der „Homburger Kanone“ gewürdigt.

Der Einsatz als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau ist fordernd, belastend und gefährlich. Die Homburger Narrenzunft hat dieses Engagement nun für 2023 mit der Verleihung der „Homburger Kanone“ gewürdigt.

Foto: Thorsten Wolf

Die Feuerwehren haben es in diesen Tagen nicht leicht. Zum einen kämpfen viele um nötigen Nachwuchs. Zum anderen werden die Einsatzkräfte auch immer wieder bei ihren Einsätzen behindert, angepöbelt – und gar angegriffen. Die Vorfälle von Berlin aus der Silvesternacht setzen da ein schreckliches Ausrufezeichen hinter eine gesellschaftliche Fehlentwicklung.

Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung der Homburger Narrenzunft zur diesjährigen Verleihung der „Homburger Kanone“ auch ein Ausrufezeichen, denn: Anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs des Homburger Fastnachtsvereins im Saalbau erhielt die Homburger Feuerwehr mit all ihren Löschbezirken diese Auszeichnung. Zum Hintergrund: Mit der „Homburger Kanone“ wird jährlich besonderes, ehrenamtliches Engagement gewürdigt. In diesem Jahr wurde dabei zum ersten Mal keine Person, sondern eine Institution mit diesem Preis geehrt. Rüdiger Schneidewind, der erste Zunftmeister der Homburger Narrenzunft, begründete dieses Novum. „Wir alle in unserem Verein wissen, was es bedeutet, ehrenamtlich aktiv zu sein. Ich habe größten Respekt vor allen Menschen, die sich im Vorstand, als Trainerinnen und Trainer, als Betreuerinnen und Betreuer oder in einer sonstigen Funktion in einem Verein oder einer anderen Institution engagieren.“

Das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr sei aber ein ganz besonderes. „Man kann sagen: ein außergewöhnliches Ehrenamt.“ Vergleichbar mit anderen Vereinen oder Organisationen sei vielleicht noch, so der ersten Zunftmeister, die regelmäßige Teilnahme an Übungen, das Engagement in Führungsfunktionen und auch die Jugendarbeit. „Allein das wäre es schon wert, Menschen oder die gesamte Organisation zu würdigen.“ Dazu komme aber das, was mit kaum etwas anderem vergleichbar sei. „Nämlich rund um die Uhr bereitzustehen, um in den Einsatz zu fahren. Und meistens wissen die Feuerwehrleute, was sie erwartet. Ist es nur ein Fehlalarm, ein kleinerer oder größerer Einsatz? Oder ein Einsatz, bei dem Menschen in Gefahr sind?“ Im schlimmsten Fall müssten Opfer gar tot geborgen werden. Diese Belastungen seien es, die das Ehrenamt so deutlich von allen anderen unterschieden. Als Homburger Narrenzunft sei man für dieses Engagement sehr dankbar und wisse dies auch zu schätzen.

Stellvertretend für alle Homburger Feuerwehrleute nahm Homburgs Wehrführer Peter Nashan die „Homburger Kanone“ als Würdigung des Einsatzes aller Homburger Löschbezirke entgegen. „Unser Tätigkeitsfeld könnte man wie folgt beschreiben: Es brennt meist im wahrsten Sinne, es kracht, es geht um Leben und um Tod. Wir sind immer da, wenn man uns ruft. Wie selbstverständlich.“ Doch es sei eben, wie Nashan vor zahlreichen Gästen im großen Saal des Saalbaus klarmachte, nicht selbstverständlich, wenn sich am Telefon jemand melde, wenn man die 112 wähle. Es sei auch nicht selbstverständlich, dass jemand innerhalb von wenigen Minuten an Ort und Stelle sei, „um Hilfe zu leisten und oft auch Leben zu retten“.

Nashan versäumte es in seiner Dankesrede nicht, alle fünf Homburger Löschbezirke – also Mitte, Jägersburg, Kirrberg, Einöd und Wörschweiler – als Pfeiler der gesamten Homburger Feuerwehr zu nennen. Auch die Alters- und Ehrenabteilung ließ der Homburger Wehrführer nicht unerwähnt. „Und 95 Nachwuchskräfte in der Jugendfeuerwehr.“ Was verbinde nun all diese ehrenamtlich Aktiven? „Die Sorge und die Hilfe um und für andere Menschen ist das größte Kapital im Haushalt der Menschheit. Und solange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Menschheit nicht allzu schlecht bestellt.“

Nashan nannte die Feuerwehr einen „unverzichtbaren Teil“ des Gemeinwesens, „und des Sicherheits- und Rettungswesens unserer Stadt. Ohne den unermüdlichen Einsatz dieser Kameradinnen und Kameraden wären wir nicht in der Lage, die Schutzziele für unsere Bevölkerung einzuhalten und Gefahrensituationen abzuwehren“. Der Homburger Wehrführer dankte an dieser Stelle seinen Feuerwehrleuten in den fünf Löschbezirken. „Mit ihren Einsätzen leisten sie Großes. Darüber bin ich als Wehrführer der Stadt Homburg besonders stolz.“

 Homburgs Wehrführer Peter Nashan, der erste Zunftmeister Rüdiger Schneidewind und Heiko Sauerwein von der Männergarde (von links) mit der Auszeichnung.

Homburgs Wehrführer Peter Nashan, der erste Zunftmeister Rüdiger Schneidewind und Heiko Sauerwein von der Männergarde (von links) mit der Auszeichnung.

Foto: Thorsten Wolf

Nashan würdigte aber nicht nur die eigentliche Einsatztätigkeit der Feuerwehrleute, sondern auch deren Engagement im gesellschaftlichen Leben in den Ortsteilen. So brächten sie sich immer da ein, wo es um Zukunftsentscheidungen vor Ort und in der Stadt gehe. „So wäre es gesellschaftlich um vieles ärmer, wenn es keine Freiwillige Feuerwehr gebe.“

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