Institut für Hygiene: Homburger Institut ist Spezialist für gefährlichen Darmerreger

Institut für Hygiene : Homburger Institut ist Spezialist für gefährlichen Darmerreger

Mit Wirkung vom 1. September 2017 wurde das Institut für Hygiene des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg durch das Bundesministerium für Gesundheit in Abstimmung mit dem Robert Koch Institut als Nationales Referenzzentrum für Clostridium difficile berufen.

„Bei Clostridium difficile handelt es sich um ein Bakterium, das ursächlich ist für schwere Durchfallerkrankungen insbesondere nach einer Therapie mit Antibiotika. Leider kommt es auch häufig bei den Patienten zu wiederkehrenden Episoden mit Durchfall. Unsere Aufgaben als Nationales Referenzzentrum umfassen vielfältige Leistungen. Dazu gehören unter anderem die Beratung bei Problemfällen, Erregernachweise und -identifizierung sowie die Antibiotikaresistenztestung. Diese Aufgaben erfüllen wir in Zusammenarbeit mit Kollegen in Münster und Coesfeld“, erläutert Professorin Barbara Gärtner, Institutsleitung in Homburg.

Im Rahmen der Neustrukturierung der Infektions­epidemiologie in Deutsch­land werden seit 1995 verstärkt Nationale Referenz­zentren (NRZ) zur Über­wachung wichtiger Infektions­erreger berufen. Der Entscheidung über die zu berufenen NRZ liegen Über­legungen zur epidemio­logischen Relevanz von Erregern, zur Spezial­diagnostik, aber auch Fragen zur Resistenz und zu Maß­nahmen des Infektions­schutzes zugrunde.

Die aktuelle Berufungsperiode erstreckt sich auf den Zeit­raum von Januar 2017 bis Dezember 2019.

Die Sporen von Clostridien kommen überall auf der Erde im Boden, in Schmutz oder Staub vor. Clostridium  difficile ist für den Menschen ein potentiell gefährlicher Krankheitserreger, vor allem dann, wenn beispielsweise bei einer Behandlung im Krankenhaus Antibiotika eingesetzt werden. Etwa 20 bis 40 Prozent der Krankenhauspatienten sind mit C. difficile besiedelt. Die Sporen werden mit dem Stuhl ausgeschieden und sind in Krankenhäusern, Altenheimen und Bädern verbreitet.

Die Ansteckung erfolgt fäkal-oral (das heißt vom Stuhl in den Mund) und wird durch mangelnde Hygiene begünstigt. Zum Ausbruch der Erkrankung kommt es, wenn bestimmte Antibiotika verabreicht werden, vor allem Antibiotika, die die natürlicherweise im Darm lebenden Bakterien (Darmflora) angreifen. Durch den Einsatz dieser Antibiotika sterben viele Bakterienarten der Darmflora ab. In den entstandenen „Lücken“ können sich die Clostridien rasch vermehren.