Homburger fahren im Frühling in die französische Partnerstadt La Baule

Kostenpflichtiger Inhalt: Homburg, La Baule und Ilmenau : Die Städtefreundschaft bleibt lebendig

2019 feierte Homburg sein großes Partnerschafts-Jubiläum mit La Baule und Ilmenau. Doch auch in diesem Jahr sind viele Begegnungen geplant, zum Beispiel eine Bürgerreise an den Atlantik vom 17. bis 22. April.

Eine gute Beziehung braucht keinen besonderen Anlass, um zu funktionieren. Doch ein runder Geburtstag, bei dem alle zusammenkommen, kann durchaus dafür sorgen, dass einem noch bewusster wird, was man am Partner beziehungsweise der Partnerin hat. Das vergangene Jahr war in Sachen Städte-Partnerschaften für Homburg dann auch ein ganz besonderes. 2019 war man nämlich genau 35 Jahre lang mit dem französischen La Baule verbunden und 30 Jahre mit dem thüringischen Ilmenau. Das wurde natürlich gebührend gefeiert mit vielen verschiedenen Angeboten und Veranstaltungen.

Nachklänge der großen Party sind auch in diesem Jahr noch zu spüren. So wird zum Beispiel vom 17. bis 22. April eine Gruppe von Homburg nach La Baule reisen. So etwas gibt es nicht so oft. Die letzte Bürgertour dieser Art liegt bereits mehrere Jahre zurück: 2014 ging es nach Frankreich, um den 30. Geburtstag der Jumelage zu feiern. Die jetzige speziell organisierte Fahrt sei auch eine Art Gegenbesuch, nachdem ja im vergangenen Jubiläumsjahr die Franzosen in Homburg waren. Daher fahren nun die Homburger nun also an den Atlantik – noch sind Plätze frei (Anmeldung: siehe Infokasten). Zur Pflege der Freundschaft kommt der Umweltaspekt, führt die Partnerschaftskoordinatorin Simone Lukas aus. Für die Gegend um La Baule sei nämlich die Gründung einer Biosphäre geplant, so kann man sich vor Ort auch darüber austauschen und mit Tipps helfen. Am Wochenende nach Ostern finde der traditionelle Umweltmarkt – ähnlich dem hiesigen Biosphärenfest – „La Baule en Fleur“ statt, wozu jährlich Tausende von Besuchern kommen. Seit zwei Jahren habe Homburg als Partnerstadt hier einen eigenen Infostand, wobei auch die Biosphäre Bliesgau sowie das Saarland als Tourismusregion präsentiert werden und Bioprodukte aus dieser Region verkauft werden können. Für die Teilnahme (Stand ist gebührenfrei) können sich die Produzenten und Handwerkskünstler des Biosphärenreservates mit ihren Produkten noch bei Simone Lukas anmelden.

Eines der Objekte der Ausstellung von Valérie Belugue. Foto: Simone Lukas

Was ihr zudem wichtig ist: Die Reise ist für einen weit gespannten Kreis geeignet, biete sie doch Spannendes für verschiedene Interessengruppen, auch Familien seien angesprochen. Dafür wurde ein sehr vielfältiges Programmpaket geschnürt. An dem müsse man übrigens nicht teilnehmen, es steht den Mitreisenden aber offen. So kann man zum Beispiel neben dem Badeort La Baule mit seinem fast zehn Kilometer langen Sandstrand und seiner Wildküste auch das romantische Hafenörtchen Croisic mit seinem Aquarium besuchen. Exkursionen nach Vannes oder in die mittelalterliche Stadt Guérande, eine Kahnfahrt durch die Kanäle des Lagunen-Teich-Sumpfgebietes des Nationalparks Brière und für die Technik begeisterten Teilnehmer ein Besuch der Werft von St. Nazaire mit Führung stehen auf der Agenda. Wer es ganz ruhig bevorzugt, kann aber auch einfach nur gemütlich bummeln und die Atmosphäre genießen. Die Orte werden teilweise mit Führungen in geteilten Gruppen besucht, für Mahlzeiten wird gesorgt sein.

Der Austausch mit den Partnerstädten hat in diesem Jahr aber noch mehr zu bieten. So ist die Ausstellung „Meer, Erde, Wald“, an der sich Künstlerinnen und Künstler aus La Baule, Ilmenau und Homburg mit Arbeiten beteiligen, nach ihrem Auftakt in Homburg und der Station in Saarbrücken nun in Ilmenau zu sehen – vier Wochen lang nach der Eröffnung Ende Februar. Danach soll die Schau, so Simone Lukas, auch noch in die französische Partnerstadt „wandern“.

Schon eine gute Tradition ist der Schüleraustausch zwischen dem Saarpfalz-Gymnasium und dem La Bauler Collèges und Lycées Grand Air. Seit 2008 existiere der in regelmäßiger Form, davor gab es bereits kleinere Begegnungen. Jeweils im Frühjahr reisen etwa 40 Homburger Schüler nach Frankreich, leben dort in Familien, erfahren den Alltag, schnuppern in Schulstunden und sehen die Gegend in Exkursionen. Im Dezember kommen die Franzosen dann zum Gegenbesuch nach Deutschland, berichtet Lukas.

Auch im Austausch mit Ilmenau steht noch so einiges an. So soll es vom 15. bis 17. Mai in Homburg eine Gesprächsrunde zum Thema „30 Jahre Mauerfall“ geben. Organisiert werde dieser Ost-West-Dialog vom Bundesinnenministerium. Dazu reisen Einwohner von Ilmenau an, gemeinsam mit Homburger Bürgern soll dann ein offener und kritischer Erfahrungsaustausch über den Prozess und Stand der deutschen Einheit stattfinden. Gemeinsam soll auch der Blick in die Zukunft gerichtet werden.

Eine Bürgertour nach Ilmenau ist ebenfalls angedacht, der Termin, so Simone Lukas, soll im Frühsommer liegen.

Zu diesen markanten Punkten im Austausch kommen weitere Begegnungen, etwa der Feuerwehren und der Vereine aus den Partnerstädten. Für neue Ideen zu den Städtepartnerschaften ist Simone Lukas übrigens immer offen: Wer Vorschläge habe, der könne sich gerne bei ihr melden.