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Homburg sollte für sich als Wirtschaftsstandort werben

Homburg sollte für sich als Wirtschaftsstandort werben

Um die 60 Mitglieder hat der FDP-Ortsverband Homburg, im Stadtrat sind die Liberalen mittlerweile nicht mehr vertreten. Dennoch haben sie viele Ideen für Homburg. Darüber haben sie bei einem Besuch in der Homburger Redaktion gesprochen.

Seit sie bei den Wahlen im vergangenen Frühjahr aus dem Stadtrat geflogen sind - mit 1,6 Prozent und einem Verlust von 5,9 Prozent - ist es für die Homburger Liberalen nicht gerade leichter geworden, sich politisch mit einzubringen. Auch die Diskussionen und Personalquerelen im Vorfeld der Wahlen waren nicht unbedingt hilfreich. Unterkriegen lassen wollen sie sich aber nicht. "Die Ideen der FDP sollen nicht verloren gehen", sagt Gustl Schwab, der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Homburg . Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Karin Seyfert ist er in die Homburger Redaktion gekommen, auch um zu zeigen, dass es die Liberalen noch gibt. Um die 60 Mitglieder zähle der Ortsverband Homburg . Und in der außerparlamentarischen Rolle seiner Partei sieht er auch eine Chance. "Wir sind die einzigen, die etwas sagen können und nicht beeinflussbar innerhalb des Stadtrates sind." Was er aber kritisiert: Teilhabe, auch nur die beobachtende von außen, sei oft schwierig. Die Tagesordnung gebe es erst drei bis vier Tage vorher, es werde weder vor noch nach der öffentlichen Sitzung deutlich genug gesagt, um was es gehe, der Gesamtantrag werde nicht vorgelesen, zudem sei die Projektionswand, die manchmal eingesetzt werde, zu klein. Das könne keiner lesen - so einige der Mängel, die er auflistet. Es gibt etliche Dinge, die den Liberalen am Herzen liegen. Da ist zum Beispiel der Wirtschaftsfaktor. Die FDP Homburg habe die begründete Sorge, dass die Stadt Homburg nicht erkenne, "wie wichtig die Förderung bei Neuansiedlung von Wirtschaftsobjekten ist". Es falle auf, dass außerhalb von Homburg viele neue Produktionsstätten geschaffen werden, in Homburg selbst sich aber nichts tue. Es müssten neue Arbeitsplätze im saarpfälzischen Raum entstehen, zudem müsse Homburg attraktive Grundstücke für neue Wirtschaftsstätten anbieten und eine ausgiebige Werbekampagne für den Standort Homburg initiieren. Schwab und Seyfert regen ein Gremium an, das den Leuten etwas anbiete. "Andere Orte um Homburg herum gehen auf die Firmen zu", betonen sie.

Auch zum Thema Autobahnanschlüsse - also den Ausbau des bestehenden und den geplanten neuen Homburg Ost - haben die beiden etwas zu sagen. Es müsse eine Lösung gefunden werden, jeden Tag gebe es Stau. Umweltpolitisch gehe das gar nicht. Vielleicht gebe es eine andere Lösung, als Ohren an den bestehenden Anschuss Homburg zur A 6 hinzuzubauen. "Wir brauchen eine Entlastung der Verkehrssituation", so die beiden. Man müsse fragen: Was mache am meisten Sinn? Kosten müssten gegenübergestellt werden, dann könne man entscheiden. "Die Zahlen müssen vorher auf den Tisch", so die Forderung.

Auch die Verkehrsführung in der Stadt sehen sie kritisch: Das sei schon eine eigene Sache, es gebe zudem ein Parkleitsystem, das keiner verstehe. Grundsätzlich sprechen sie sich auch für die Bebauung des Enklerplatzes aus, in der kleinen Lösung, - in Verbindung mit einer Bebauung des Vauban-Carrées. Kritik gibt's zudem an der Haushaltslage der Stadt. Schwimmbäder würden anderswo zugemacht, ein neues in Homburg habe man nicht gebraucht. Auch den Neubau für die städtische Musikschule in Erbach sieht Seyfert kritisch, vor allem so viel Geld in eine Außenfassade zu stecken: "Wenn kein Geld da ist, gibt es andere Möglichkeiten, so etwas zu gestalten."

Wichtig ist ihnen auch das Gesundheitswesen, "gerade für uns in Homburg , wo viele Ärzte sind." Eines der Probleme, die sie auf diesem Gebiet ansprechen: Vor allem in den ländlichen Regionen des Saarlandes werde es nach dem Ausscheiden vieler Hausärzte Versorgungsengpässe geben. Die FDP Homburg fordert deshalb ein Landarztprogramm, wie es schon in anderen Bundesländern eingeführt ist. Die Beauftragten für Allgemeinmedizin an der medizinischen Fakultät Homburg müssten den Studenten im Rahmen des Programms in Praktika gemeinsam mit den kassenärztlichen Vereinigungen und den Landkreisen die Reize des Landarztlebens vermitteln. Weiter müssen bei Praxisgründungen in ländlichen Regionen Anschubfinanzierungen geleistet werden, die Gründung von Gemeinschaftspraxen zur planbareren Nachfolgeregelung gefördert werden.