Wochenkolumne : Stadtrat mit Überraschungen

Knapp eine Woche nach dem Urnengang rütteln sich die Parteien in Homburg noch. Einige Vertreter der CDU – nicht alle – scheinen erkannt zu haben, dass eine Zeitenwende bevorsteht. Die SPD traut sich noch nicht so recht bei der Fehlersuche, der Schock über die Wahlschlappe und das Schicksal ihres OB sitzt augenscheinlich tief.

Wenn das Wahlergebnis für den Stadtrat eines ergeben hat, dann das: Es darf kein „weiter so“ geben. Und es wird auch kein „weiter so“ geben, dafür sorgt schon die Fraktionsgröße der im Rat vertretenen Parteien. CDU und SPD, die seit elf Jahren in einer zwar nicht offen deklarierten, aber doch geführten großen Koalition die Stadtpolitik lenkten und dabei auch einige beim Rest des Rates umstrittene Projekte auf den Weg brachten, haben kräftig verloren. Die SPD hat sogar künftig gerade mal ein Mandat mehr als die Grünen, die ein fulminantes Ergebnis eingefahren haben. Sicherlich: Es könnte jetzt jemand meinen, dass es für CDU und SPD mit dem Mehrheitsbeschaffer FWG immer noch knapp reichen könnte. Doch diese Einschätzung wäre mehr als fatal. Denn spätestens Anfang nächsten Jahres werden möglicherweise die Homburger erneut zum Urnengang aufgerufen, wenn ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden muss. Und dann könnten die nächsten Rechnungen beglichen werden.

Zwangsweise wird es im Homburger Rat künftig Überraschungen geben. Wechselnde Mehrheiten sind möglich. Zu einer ersten Nagelprobe dürfte es bereits bei den Beigeordnetenwahlen kommen. Auch könnte sehr schnell das eine oder andere Großprojekt noch einmal neu diskutiert werden. Bei manchen Schnellschüssen wurde in der jüngeren Vergangenheit gravierende Fehler gemacht, die sich nicht wiederholen dürfen. Auch vor diesem Hintergrund hat die neue Konstellation durchaus etwas Gutes.