Homburg gemeinsam entdecken

Zum ersten gemeinsamen Stadtrundgang kamen rund 25 Teilnehmerinnen: Die Frauenbüros von Stadt und Kreis hatten dazu aufgerufen, Migrantinnen anhand einer Führung die Stadt Homburg näher zu bringen. Auch Homburgerinnen waren willkommen, um den Flüchtlingen ihre Stadt zu zeigen.

Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite, als hätte sie die Wünsche der Frauen erhört. Denn am Mittwoch um 14 Uhr startete erstmals ein Stadtrundgang durch Homburg für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen. Organisiert wurde die Führung von Birgit Rudolf, der Frauenbeauftragten des Kreises, und Anke Michalsky, die in gleicher Funktion bei der Stadt Homburg tätig ist. Beide hatten mit ihrem neuen Projekt auf rege Teilnahme gehofft - und sie auch bekommen.

Denn rund 25 Frauen waren zum historischen Marktplatz gekommen, um den Ausführungen des Stadtführers Josef Britz zu lauschen. Britz, der viel Erfahrung mit Führungen hat, fiel es nicht schwer, sich auf das ungewohnte Auditorium einzulassen und die Führung so zu gestalten, dass auch Zuhörerinnen aus anderen Kulturkreisen verstanden, wie die Geschichte einer saarpfälzischen Kleinstadt verlief - von den Römern bis heute.

Josef Britz erklärte, dass der Markt in Homburg eine lange Tradition habe, "bis ins Mittelalter", und betonte, dass zu seiner Jugendzeit noch lebende Tiere, "Gänse, Enten und Kaninchen", auf dem Markt verkauft wurden. Die Zuhörerinnen lauschten interessiert, für die Übersetzung sorgte die Muttersprachlerin Manar Garib. Im Laufe der Führung stießen immer mehr Frauen dazu, auch mit Kindern. Dazu auch einige Homburgerinnen, darunter auch Andrea Schöpflin: "Ich habe noch nie Zeit gehabt, eine Stadtführung zu machen. Das interessiert mich einfach." Da sie beim Unternehmen Pro Seniore tätig ist, hat sie auch schon weiterführende Ideen: "Ich könnte mir vorstellen, die Frauen auch mal zu uns in ein Seniorenheim zum Kaffee einzuladen, zum Beispiel als Ausklang nach einer Stadtführung." Denn eines ist klar: Die Stadtführungen für Migrantinnen und Homburgerinnen sollen fortgesetzt werden. Nach dem ersten Rundgang am Mittwoch endete die Veranstaltung im Frauenbüro des Kreises am Scheffelplatz, "es sind noch fünf, sechs Frauen dazugekommen", freute sich Anke Michalsky, "das ist schön, dass das Interesse an unserer Stadt und am Zusammenleben so groß ist." Die interkulturellen Stadtrundgänge finden an jedem dritten Mittwoch im Monat statt, also ist der nächste am 18. Mai. Die Führung ist kostenlos. Treffpunkt ist um 14 Uhr auf dem historischen Marktplatz Homburg . Neben Migrantinnen sind Einheimische ausdrücklich eingeladen.