Homburg: Auch Umweltamt weist Blausäurespekulation zurück

Grünen-Fraktion hatte kritisiert : Auch Umweltamt weist Blausäure-Vermutung zurück

Auch das Landesumweltamt (Lua) weist Vermutungen der Homburger Grünen-Fraktion zurück, wonach sich bei dem Lagerhallenbrand der Firma Mobius Technologies im März aus dem verbrannten Kunststoffgranulat gefährliche Blausäure gebildet, Anwohner, Feuerwehrleute und Schaulustige bedroht habe.

Man dürfe davon ausgehen, dass die Verantwortlichen  im Einsatz auf Basis einer bei solchen Bränden üblichen Lagebeurteilung, die auch Messungen im Gelände (in situ) und die Einbindung von Personen mit entsprechendem Sachverstand umfasse, entschieden hätten, schreibt Sabine Schorr, Sprecherin des Umweltministeriums, für das Lua.  Die Messergebnisse der Feuerwehr vor Ort bezüglich Brandgasbestandteilen (hier vor allem Kohlenmonoxid) und den Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Brandes und damit verbunden der Art der Rauchsäulenentwicklung hätten offensichtlich die verantwortlichen Feuerwehrleute zu der Einschätzung veranlasst, „dass keine akute Gefahr für das unmittelbare Umfeld des Brandherdes bestand. Diese Einschätzung teilte und teilt auch das Lua“.

Es stimme auch nicht, dass bei der Verbrennung des Granulats unmittelbar Blausäure freigesetzt werde. Blausäure sei die wässrige Lösung von Cyanwasserstoff, der sich bei Bränden stickstoffhaltiger Stoffe – vom Kunststoff bis zum Holz – im Brandgas bilde. Da er selbst brennbar ist, verwandele er sich bei fortdauerndem Feuer in andere Stoffe. Und: Schon bei einem einfachen Wohnungs- oder Hausbrand könnte „ein sehr viel komplexerer Mix aus mindestens ebenso gefährlichen Brandgasbestandteilen wie Cyanwasserstoff“ entstehen, als beim Mobius-Brand, so Schorr abschließend.

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