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Hochzeitsmesse im Saalbau Homburg war gut besucht

Der schönste Tag im Leben : Viele suchten Ideen für ihre Hochzeit

Vom DJ bis zu Vertretern der Kirche: Das Angebot bei der Hochzeitsmesse im Saalbau war weit gespannt.

Die Homburger Hochzeitsmesse boomt, das war am Sonntag im bis in den letzten Winkel gefüllten Saalbau zu sehen. Bei der 14. Veranstaltung dieser Art war ein Stand neben dem anderen aufgebaut. Darunter viele der erwartbaren Branchen wie Brautmoden, Schmuckdesign, Catering, Floristik, Fotografie, Live-Musik und DJs.

Peter Schmidt nennt sich DJ Piidt Brennfleck, wenn er bei Hochzeiten Musik zum Tanzen auflegt. Etwa zehn Mal im Jahr macht er das, will diesen Nebenjob aber noch erweitern. Er arbeitet noch hauptsächlich mit CDs. Nur wenn mal ein ausgefallener Musikwunsch aufkommt, müsse er den Song übers Internet abrufen. Einer seiner Mitbewerber, Sebastian Finkbohner, ist als DJ Fibo schon „so 20 bis 25 Mal im Jahr unterwegs“, hauptberuflich ist er Kfz-Mechaniker. „Als Hochzeits-DJ muss man breit aufgestellt sein, ein Club-DJ kann das nicht. Da muss was für jedes Alter dabei sein.“ Da hat es Hochzeitssängerin Andrea Stefanie leichter. Im Schnitt werden drei bis vier Lieder von ihr verlangt. „Am häufigsten singe ich ‘Hallelujah’ von Leonard Cohen, beliebt sind aber auch ‘Perfect’ von Ed Sheeran und ‘All of Me’ von John Legend.“

Zur Messe waren auch ein paar exotischere Anbieter gekommen. So gab es dort einen Cocktailmischer, einen Kaffee-Barista und einen Zauberkünstler, die alle ihre Dienste für den schönsten Tag im Leben anboten. Oder eine Firma, die Tandemsprünge mit dem Fallschirm, Ballon- und Hubschrauberflüge im Programm hat: Wer will, kann seinen Heiratsantrag auf die Fahne eines Fallschirmspringers schreiben lassen oder im Hubschrauber einen ganz besonderen Junggesellenabschied feiern.

Wer keine Lust hat, sich die einzelnen Firmen mühsam zusammenzusuchen, kann auch auf die Dienste von Anja Lange zurückgreifen. Die Hochzeitsplanerin kümmert sich bei Bedarf um alles, was mit dem Fest zu tun hat. „Viele Paare sind überfordert von der Breite des Angebots, dann komme ich ins Spiel. Ich schaue dann, welcher Dienstleister zu dem Brautpaar passt.“

Eine Institution, die doch eigentlich sehr viel mit dem Thema Heiraten zu tun hat, war zum allerersten Mal bei der Messe vertreten: die Kirche. Allerdings mit nur einer der beiden großen Konfessionen, der protestantischen. Die Pfarrerinnen Bärbel Ganster-Johnson aus Limbach-Altstadt und Janina Kuhn vom Potzberg waren mit ihrem Kollegen Tobias Dötzkirchner in den Saalbau gekommen. „Wir kriegen mit, dass viele Leute Angst davor haben, sich im Pfarramt zu melden. Die meinen, es wäre bei uns so streng. Davon wollen wir abkommen und zeigen, dass man mit uns reden kann und dass wir bereit sind, auf individuelle Wünsche einzugehen“, sagte Dötzkirchner. Janina Kuhn erklärte, dass man mit der Teilnahme mehr auf die Menschen zugehen wolle. „Da war eben ein Paar da, die nicht wussten, ob sie in der Kirche heiraten können, weil er ausgetreten ist. Aber das geht, so lange einer noch drin ist.“ Die Kirchenleute hatten einen Talar mit Bäffchen mitgebracht, ein Glücksrad mit den zwölf beliebtesten Trausprüchen sowie eine Videoleinwand, die die Innenräume der Gotteshäuser im Dekanat Homburg zeigte.

Angestellt im Dekanat ist auch Cathrine Bach als stellvertretende Leiterin der Kita in Schönenberg. Nebenberuflich ist sie mit ihrem Mann Holger die Initiatorin und Veranstalterin der Hochzeitsmesse. „Wir haben recht klein hier angefangen, aber das hat sich dann immer mehr gesteigert. Jetzt haben wir sogar eine Warteliste“, erzählte sie. So zwischen 600 und 800 Besucher habe man die vergangenen Jahre gehabt, das sei sicher auch dieses Mal so. Weil alles so aus den Nähten zu platzen scheint, habe man schon mal überlegt, die Messe woanders stattfinden zu lassen, den Gedanken aber wieder verworfen: „Der Saalbau ist doch von der Location, vom Standort her sehr gut, wir sind damit sehr zufrieden.“

Eines der Paare, die sich auf der Messe umschauten, waren Gerda Bauer und Benjamin del Sol Martinez aus Zweibrücken. Sie wollen im April nächsten Jahres heiraten und schauten sich jetzt im ersten Schritt nach einer geeigneten Location um: „Die sind oft schon lange im Voraus ausgebucht“, sagte sie. Er war auf der Messe auf eine interessante Firma aus Ottweiler gestoßen, die beides anbiete, Ringe und Kleidung. Eben dieser Ausstatter stellte auch das Material bei der Modenschau aktueller Hochzeitsmode mit, die bei der Messe zweimal durchgeführt wurde. Bei den Heiratswilligen war wirklich für alles gesorgt am Sonntag – nur das schöne Datum zum Heiraten, der 02.02.2020, das hatten sie leider verpasst.