Die Woche in Homburg : Ursachenforschung statt nur Reaktion

Ereignet sich eine Katastrophe in Deutschland, lässt sich stets ein ähnliches Szenario beobachten. Es wird reagiert – je schneller desto besser. Menschen in Not sind schließlich auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen.

Wie ausgeprägt die Hilfsbereitschaft nach der Hochwasser-Katastrophe von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war, zeigt sich auch bei uns im Saarpfalz-Kreis. In Limbach zum Beispiel wurden Hilfsgüter für die Menschen in den betroffenen Gebieten zusammengestellt, samt kleiner „Mutmachzettel“. Ja, wir Deutschen können auch unbürokratisch und schnell – wenn es darauf ankommt.

Mindestens ebenso schnell kann die Politik unausgegorene Lösungen präsentieren. Nach einer Notlage klingt alles, was entgegengewirkt und verhindert hätte, plausibel. Es verspricht der verunsicherten Bevölkerung Sicherheit.

Die politische Reaktion auf die Unwetter-Katastrophe im Saarpfalz-Kreis mündete wie in anderen Landkreisen in den Wunsch nach Verbesserungen im Zivilschutz. Landrat Theophil Gallo gestand öffentlich zunehmende Herausforderungen beim Katastrophenschutz ein. Gefolgt von der Zusicherung, dass schon nachgebessert worden sei. Nach dem misslungenen Sirenenwarntag im Saarland im Vorjahr, sollen die Sirenen im Saarpfalz-Kreis jedenfalls alle wieder aufheulen können.

Schön und gut. Nachhaltige Lösungen und zukunftsorientiertes Handeln sehen aber anders aus. Nicht dort, wo das Problem bereits besteht, muss angesetzt werden. Die Politik muss an der Ursache ansetzen. Die Ursache für zunehmende Wetterextreme liegt im Klimawandel. Die Antwort darauf lautet sicher nicht allein: mehr funktionierende Sirenen und Warnsysteme.